Gehirn einschalten nicht vergessen! (II)

Zugegeben, sonntagmorgens um 10 Uhr fällt es oft nicht ganz leicht, auf Anhieb in Alarmbereitschaft zu sein. Mit schweren Lidern und müdem Hirn ist es verlockend, erst einmal das übliche Schema herunterzuspielen, bevor nach und nach die grauen Zellen ihre Tätigkeit aufnehmen. Und doch: permanente Wachsamkeit ist eines der obersten Gebote beim Schach.

Antwort 78

Klaus Grensing – Waldemar Wir, Überlingen, März 2018

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Der Schwarze hat sich ein wenig zurückhaltend aufgebaut. Er lässt den Weißen fünf Reihen des Brettes kontrollieren, während ihm drei genügen zu scheinen. Vielleicht ließe sich die schwarze Partieanlage noch als „flexible Auffangstellung“ rechtfertigen, aber schon …h6 ergab wenig bis gar keinen Sinn, und in Verbindung mit …Le7 tut es dem Betrachter sogar ein bisschen weh.

Einem ausgeschlafenen Weißen fällt natürlich sofort auf, dass der Sg8 nun nur noch ein Entwicklungsfeld zur Verfügung hat, f6. Dann löst sich der Weiße von seinen Schemen, zieht e4-e5, und der Schwarze darf sich von neuem überlegen, wie er eigentlich seine Puppen ins Spiel und seinem König aus dem Zentrum bekommen will.

Ein Kommentar zu „Gehirn einschalten nicht vergessen! (II)

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