Offenbar hat Dinara ein Turnier gespielt, das "GMHikaru invitational" in Marokko, von dem ansonsten nichts nach außen gedrungen ist. Aber bei der FIDE stehen jetzt die Ergebnisse. 4,5/9, Rating etwa bestätigt:
Offenbar hat Dinara ein Turnier gespielt, das "GMHikaru invitational" in Marokko, von dem ansonsten nichts nach außen gedrungen ist. Aber bei der FIDE stehen jetzt die Ergebnisse. 4,5/9, Rating etwa bestätigt:
Die 25-jährige Dinara Wagner ist seit dem 1. Juli 2024 die Nr. 1 des deutschen Frauenschachs und löste damit Elisabeth Pähtz als Topspielerin ab. Sie ist Großmeisterin und Internationaler Meister und spielt seit 2022 für den Deutschen Schachbund, vorher bis zum Ukraine-Krieg für Russland.
2022 gewann die studierte Ökonomin bei ihrem ersten Antritt gleich das German Masters der Frauen, den bedeutendsten Frauenwettbewerb in Deutschland. Bei ihrem Frauen-Nationalmannschaftsdebüt erspielte sie 2022 bei der Schacholympiade im indischen Chennai mit 6,5 aus 9 am vierten Brett das zweitbeste Einzelergebnis im deutschen Team, Deutschland belegte am Ende den 10. Platz.
Ihren Masters-Titel konnte sie 2023 in Rosenheim erfolgreich verteidigen und auf internationaler Ebene noch einen draufsetzen: In Nikosia (Zypern) gewann sie überraschend den FIDE-Frauen-Grand-Prix, obwohl sie nur auf dem letzten Setzlistenplatz stand und damit als Außenseiterin galt. Diesen Turniersieg bewertet Dinara als ihren bislang größten Erfolg. Gleichzeitig erfüllte sie damit als zweite deutsche Spielerin nach Elisabeth Pähtz eine Norm für den Titel „Internationaler Großmeister“. Inzwischen konnte sie 2023 in Dortmund bereits ihre zweite GM-Norm erreichen, sodass ihr nur noch eine GM-Norm zum Erwerb des begehrten Titels fehlt. Ihre Leistung in Dortmund brachte ihr auch den Titel des Internationalen Meisters.
Steckbrief
DSB/Paul Meyer-Dunker
Dinara Wagner
Dinara Wagner (geb. Dordschijewa) lebt seit 2021 in Deutschland und heiratete im gleichen Jahr GM Dennis Wagner. Am 30. Mai 2022 wurde sie nachträglich in den B-Kader der Frauen aufgenommen und für die wenige Monate später stattfindende Schacholympiade in Indien nominiert. Ihre Leistungskurve ging danach steil nach oben. Rund 15 Monate später hatte sie schon über 120 Elo-Punkte mehr und war bei der Mannschafts-Europameisterschaft 2023 in Montenegro eine wichtige Stütze in der deutschen Frauenauswahl.
Die 25-jährige Dinara Wagner ist seit dem 1. Juli 2024 die Nr. 1 des deutschen Frauenschachs und löste damit Elisabeth Pähtz als Topspielerin ab. Sie ist Großmeisterin und Internationaler Meister und spielt seit 2022 für den Deutschen Schachbund, vorher bis zum Ukraine-Krieg für Russland.
2022 gewann die studierte Ökonomin bei ihrem ersten Antritt gleich das German Masters der Frauen, den bedeutendsten Frauenwettbewerb in Deutschland. Bei ihrem Frauen-Nationalmannschaftsdebüt erspielte sie 2022 bei der Schacholympiade im indischen Chennai mit 6,5 aus 9 am vierten Brett das zweitbeste Einzelergebnis im deutschen Team, Deutschland belegte am Ende den 10. Platz.
Ihren Masters-Titel konnte sie 2023 in Rosenheim erfolgreich verteidigen und auf internationaler Ebene noch einen draufsetzen: In Nikosia (Zypern) gewann sie überraschend den FIDE-Frauen-Grand-Prix, obwohl sie nur auf dem letzten Setzlistenplatz stand und damit als Außenseiterin galt. Diesen Turniersieg bewertet Dinara als ihren bislang größten Erfolg. Gleichzeitig erfüllte sie damit als zweite deutsche Spielerin nach Elisabeth Pähtz eine Norm für den Titel „Internationaler Großmeister“. Inzwischen konnte sie 2023 in Dortmund bereits ihre zweite GM-Norm erreichen, sodass ihr nur noch eine GM-Norm zum Erwerb des begehrten Titels fehlt. Ihre Leistung in Dortmund brachte ihr auch den Titel des Internationalen Meisters.
Steckbrief
DSB/Paul Meyer-Dunker
Dinara Wagner
Dinara Wagner (geb. Dordschijewa) lebt seit 2021 in Deutschland und heiratete im gleichen Jahr GM Dennis Wagner. Am 30. Mai 2022 wurde sie nachträglich in den B-Kader der Frauen aufgenommen und für die wenige Monate später stattfindende Schacholympiade in Indien nominiert. Ihre Leistungskurve ging danach steil nach oben. Rund 15 Monate später hatte sie schon über 120 Elo-Punkte mehr und war bei der Mannschafts-Europameisterschaft 2023 in Montenegro eine wichtige Stütze in der deutschen Frauenauswahl.
Dinara Wagner, die zum zweiten Mal für Deutschland bei der Schacholympiade in Budapest antreten wird, äußerte in einem Gespräch ihre Freude, erneut Teil des deutschen Teams zu sein. Sie hofft, dass das Team ein gutes Turnier spielen und um Medaillen kämpfen kann. Wagner zeigt sich zufrieden mit der Teamzusammensetzung und betont die gute Harmonie mit den Teammitgliedern und dem Coach Juri.
Seit kurzem ist Wagner offiziell die Nummer 1 der deutschen Frauen in der Elo-Rangliste, eine Position, die zuvor 18 Jahre lang von Elisabeth Pähtz gehalten wurde. Wagner relativiert jedoch den Unterschied von nur einem Punkt und fokussiert sich auf ihre eigenen Ziele, darunter der Wunsch, Großmeisterin zu werden und in die Top 10 der Weltrangliste vorzustoßen.
Neben Schach hat Wagner über alternative Interessen nachgedacht. Sollte Schach keine Rolle in ihrem Leben spielen, könnte sie sich vorstellen, eine andere Sportart wie Tischtennis zu betreiben, eine Aktivität, die sie bereits bei Schachtrainingslagern und Turnieren ausübt. Auf die Frage, mit wem sie für einen Tag tauschen würde, antwortete Wagner, dass sie gerne einen Tag als Astronaut verbringen würde, um die Erde von oben zu sehen und die Schwerelosigkeit zu erleben.
In Vorbereitung auf die Schacholympiade spielt Wagner zwei starke Frauenturniere in China und einen Match gegen Elisabeth Pähtz in Dortmund. Diese Turniere sieht sie als gute Vorbereitung für die Olympiade.
Abschließend nannte Wagner die stärksten Konkurrenten bei der Olympiade: Indien, China, USA und Kasachstan, sowie die Teams, die bei der Europameisterschaft gut abgeschnitten haben. Sie hofft, dass das deutsche Team gut abschneiden und um Medaillen kämpfen kann.
Zusammenfassung (AI):
Dinara Wagner, die zum zweiten Mal für Deutschland bei der Schacholympiade in Budapest antreten wird, äußerte in einem Gespräch ihre Freude, erneut Teil des deutschen Teams zu sein. Sie hofft, dass das Team ein gutes Turnier spielen und um Medaillen kämpfen kann. Wagner zeigt sich zufrieden mit der Teamzusammensetzung und betont die gute Harmonie mit den Teammitgliedern und dem Coach Juri.
Seit kurzem ist Wagner offiziell die Nummer 1 der deutschen Frauen in der Elo-Rangliste, eine Position, die zuvor 18 Jahre lang von Elisabeth Pähtz gehalten wurde. Wagner relativiert jedoch den Unterschied von nur einem Punkt und fokussiert sich auf ihre eigenen Ziele, darunter der Wunsch, Großmeisterin zu werden und in die Top 10 der Weltrangliste vorzustoßen.
Neben Schach hat Wagner über alternative Interessen nachgedacht. Sollte Schach keine Rolle in ihrem Leben spielen, könnte sie sich vorstellen, eine andere Sportart wie Tischtennis zu betreiben, eine Aktivität, die sie bereits bei Schachtrainingslagern und Turnieren ausübt. Auf die Frage, mit wem sie für einen Tag tauschen würde, antwortete Wagner, dass sie gerne einen Tag als Astronaut verbringen würde, um die Erde von oben zu sehen und die Schwerelosigkeit zu erleben.
In Vorbereitung auf die Schacholympiade spielt Wagner zwei starke Frauenturniere in China und einen Match gegen Elisabeth Pähtz in Dortmund. Diese Turniere sieht sie als gute Vorbereitung für die Olympiade.
Abschließend nannte Wagner die stärksten Konkurrenten bei der Olympiade: Indien, China, USA und Kasachstan, sowie die Teams, die bei der Europameisterschaft gut abgeschnitten haben. Sie hofft, dass das deutsche Team gut abschneiden und um Medaillen kämpfen kann.
Zusammenfassung des Interviews mit Dinara Wagner (Quelle: Deutscher Schachbund, Interview geführt von Matthias Wolf, April 2025)
Dinara Wagner spricht sich klar für die Einführung eines festen Frauenbretts in der 2. Bundesliga aus. Sie ist überzeugt, dass dadurch mehr Frauen den Weg in die Vereine finden und langfristig auch die offene Bundesliga gestärkt wird. Schon jetzt beobachtet sie eine positive Entwicklung: Die Zahl der Frauen in der Bundesliga ist von drei auf sieben gestiegen.
Im Interview schildert Wagner, wie wohl sie sich sowohl beim SC Viernheim in der offenen Bundesliga als auch bei der OSG Baden-Baden in der Frauenbundesliga fühlt. Viernheim lege großen Wert auf Diversität und schätze starke Spielerinnen wie sie ausdrücklich, betont Wagner.
Zu den Unterschieden zwischen den Ligen merkt sie an, dass sie den frühen Rundenstart in der Frauenbundesliga um 9 Uhr morgens als belastend empfindet. Ansonsten mache ihr das Spielen in beiden Bundesligen großen Spaß.
Vor der zentralen Endrunde in Deggendorf zeigt sich Wagner optimistisch. Zwar sei der SC Bad Königshofen klarer Favorit auf den Meistertitel bei den Frauen, doch sie hofft auf eigene Erfolge und mögliche Überraschungen.
Besonders freut sie sich, bei Viernheim gemeinsam mit ihrem Mann Dennis Wagner im Team zu spielen. Vorbereitungen laufen meist getrennt, aber die gegenseitige Unterstützung motiviere sie zusätzlich.
Mit Blick auf die Deutsche Meisterschaft 2025 in München kündigt Wagner an, sich ganz auf ihr eigenes Spiel konzentrieren zu wollen, lobt aber auch die Organisatoren Roman Krulich und Gerald Hertneck für ihr Engagement.
Dinara Wagner spricht sich klar für die Einführung eines festen Frauenbretts in der 2. Bundesliga aus. Sie ist überzeugt, dass dadurch mehr Frauen den Weg in die Vereine finden und langfristig auch die offene Bundesliga gestärkt wird. Schon jetzt beobachtet sie eine positive Entwicklung: Die Zahl der Frauen in der Bundesliga ist von drei auf sieben gestiegen.
Im Interview schildert Wagner, wie wohl sie sich sowohl beim SC Viernheim in der offenen Bundesliga als auch bei der OSG Baden-Baden in der Frauenbundesliga fühlt. Viernheim lege großen Wert auf Diversität und schätze starke Spielerinnen wie sie ausdrücklich, betont Wagner.
Zu den Unterschieden zwischen den Ligen merkt sie an, dass sie den frühen Rundenstart in der Frauenbundesliga um 9 Uhr morgens als belastend empfindet. Ansonsten mache ihr das Spielen in beiden Bundesligen großen Spaß.
Vor der zentralen Endrunde in Deggendorf zeigt sich Wagner optimistisch. Zwar sei der SC Bad Königshofen klarer Favorit auf den Meistertitel bei den Frauen, doch sie hofft auf eigene Erfolge und mögliche Überraschungen.
Besonders freut sie sich, bei Viernheim gemeinsam mit ihrem Mann Dennis Wagner im Team zu spielen. Vorbereitungen laufen meist getrennt, aber die gegenseitige Unterstützung motiviere sie zusätzlich.
Mit Blick auf die Deutsche Meisterschaft 2025 in München kündigt Wagner an, sich ganz auf ihr eigenes Spiel konzentrieren zu wollen, lobt aber auch die Organisatoren Roman Krulich und Gerald Hertneck für ihr Engagement.
Vom Steppenkind zur deutschen Spitzenschachspielerin
Underpromoted, Podcast-Interview, 9. April 2026, Jonathan (Moderator)
Auf dem Standesamt in Deutschland hielt die Beamtin eine lange Rede. Dinara Wagner verstand auf ihrem damaligen A2-Niveau nicht alles – und erkannte am Tonfall nicht, dass die entscheidende Frage bereits gestellt war. Ihr Mann Dennis stupste sie an. Sie sagte ja. So wurde aus der Schachspielerin aus Kalmykien Dennis Wagners Ehefrau.
https://youtu.be/2OwqJCWXIwU
Steppe, Großvater, Scholar's Mate
Dinara wurde 1999 in Kalmykien geboren, der kleinen russischen Teilrepublik nördlich des Kaspischen Meeres. Den ersten Schachzug zeigte ihr ihr Großvater – ein Klubspieler mit schätzungsweise 1500 bis 1600 Elo. Die entscheidende Partie war ein Scholar's Mate: Er ließ sich mattsetzen, und die Sechsjährige fühlte sich als beste Schachspielerin der Welt. Dass er sie absichtlich gewinnen ließ, ahnte sie damals nicht.
Ihre Großmutter brachte sie wenig später zum Schachklub – nachdem die Zeichenschule das Mädchen als zu jung abgewiesen hatte. Rhythmische Sportgymnastik, Musikschule, Zeichnen: Dinara probierte vieles aus und ließ es wieder sein, weil das Schach schlicht zu viel Zeit beanspruchte. Als sie als Kind einmal aufhören wollte – weil andere Kinder auf dem Spielplatz herumtollten, während sie vier Stunden täglich trainierte –, wählte ihr Vater eine ungewöhnliche Lösung: Er zahlte ihr zehn Rubel pro Trainingsstunde. Genug für ein Eis oder eine Packung Mentos. Nach ein paar Monaten hatte sie den Deal längst vergessen und liebte das Schach wieder.
Olympiafackel mit 14, Studium in Moskau mit 17
Mit 14 Jahren trug Dinara bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi die Fackel – als jüngste Fackelträgerin ganz Russlands. Die Schule hatte an dem Tag frei, alle Mitschüler standen an der Strecke. Die Fackel selbst fand sie schlicht zu schwer.
Mit 17 stand die nächste große Entscheidung an: Schachprofi oder Universität. Ihre Mutter neigte zur Akademie, ihr Vater zum Schach, sie selbst wollte beides. Sie schrieb sich an der renommierten Wirtschaftshochschule HSE in Moskau ein. Was sie gewann: ihre bis heute beste Freundin und ein Leben jenseits des Schachbretts.
Riga, ein schlechter Vorwand und fünf Stunden am Telefon
Den deutschen Schachspieler Dennis Wagner traf sie beim Riga Chess Open. Nach einer gemeinsamen Party bat er sie am nächsten Tag zu einem Stadtbummel. Sie lehnte ab – mit einer, wie sie selbst sagt, dürftigen Ausrede. Trotzdem blieben sie in Kontakt, schrieben sich immer mehr. Beim nächsten gemeinsamen Turnier waren sie ein Paar.
Dann kam COVID. Beide saßen monatelang in ihren Heimatstädten fest und telefonierten täglich, oft fünf Stunden am Stück – über Lieblingsserien, Lebensziele, Werte, alles. How I Met Your Mother schauten sie per App gleichzeitig. Nach einem halben Jahr fast ausschließlich auf dem Smartphone machte Dennis einen Heiratsantrag. Dinara war 22, fand es selbst kaum fassbar – und sagte ja. Diesmal ohne Anstoß.
Heidelberg statt Moskau
Die Frage, wer umzieht, war schnell beantwortet: Dennis hatte Arbeit, Wohnung und einen deutschen Pass. Dinara bewarb sich für ein Masterstudium in Wirtschaftswissenschaften an der Universität Heidelberg, beantragte Visum und Sprachzertifikat und zog im September 2021 nach Deutschland.
In Heidelberg merkte sie schnell, dass das deutsche Hochschulsystem ihr etwas bot, das sie in Russland nicht kannte: Flexibilität. Prüfungen verschiebbar, Semester verlängerbar. Genug Spielraum, um erstmals wirklich professionell Schach zu spielen. 2022 wechselte sie zum Deutschen Schachbund, gewann umgehend die deutsche Meisterschaft und bestritt ihre erste Schacholympiade.
Auf Kalmykien verzichtet sie trotzdem nicht ganz: Wenn die Familie sich in visafreien Ländern trifft, bringen die Eltern Spezialitäten aus der Heimat mit. Und die Schwester in den USA kocht auf Bestellung die kalmykischen Teigtaschen, die Beryogi – für Dinara eines der besten Gerichte der Welt.
Vom Steppenkind zur deutschen Spitzenschachspielerin
Underpromoted, Podcast-Interview, 9. April 2026, Jonathan (Moderator)
Auf dem Standesamt in Deutschland hielt die Beamtin eine lange Rede. Dinara Wagner verstand auf ihrem damaligen A2-Niveau nicht alles – und erkannte am Tonfall nicht, dass die entscheidende Frage bereits gestellt war. Ihr Mann Dennis stupste sie an. Sie sagte ja. So wurde aus der Schachspielerin aus Kalmykien Dennis Wagners Ehefrau.
Steppe, Großvater, Scholar's Mate
Dinara wurde 1999 in Kalmykien geboren, der kleinen russischen Teilrepublik nördlich des Kaspischen Meeres. Den ersten Schachzug zeigte ihr ihr Großvater – ein Klubspieler mit schätzungsweise 1500 bis 1600 Elo. Die entscheidende Partie war ein Scholar's Mate: Er ließ sich mattsetzen, und die Sechsjährige fühlte sich als beste Schachspielerin der Welt. Dass er sie absichtlich gewinnen ließ, ahnte sie damals nicht.
Ihre Großmutter brachte sie wenig später zum Schachklub – nachdem die Zeichenschule das Mädchen als zu jung abgewiesen hatte. Rhythmische Sportgymnastik, Musikschule, Zeichnen: Dinara probierte vieles aus und ließ es wieder sein, weil das Schach schlicht zu viel Zeit beanspruchte. Als sie als Kind einmal aufhören wollte – weil andere Kinder auf dem Spielplatz herumtollten, während sie vier Stunden täglich trainierte –, wählte ihr Vater eine ungewöhnliche Lösung: Er zahlte ihr zehn Rubel pro Trainingsstunde. Genug für ein Eis oder eine Packung Mentos. Nach ein paar Monaten hatte sie den Deal längst vergessen und liebte das Schach wieder.
Olympiafackel mit 14, Studium in Moskau mit 17
Mit 14 Jahren trug Dinara bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi die Fackel – als jüngste Fackelträgerin ganz Russlands. Die Schule hatte an dem Tag frei, alle Mitschüler standen an der Strecke. Die Fackel selbst fand sie schlicht zu schwer.
Mit 17 stand die nächste große Entscheidung an: Schachprofi oder Universität. Ihre Mutter neigte zur Akademie, ihr Vater zum Schach, sie selbst wollte beides. Sie schrieb sich an der renommierten Wirtschaftshochschule HSE in Moskau ein. Was sie gewann: ihre bis heute beste Freundin und ein Leben jenseits des Schachbretts.
Riga, ein schlechter Vorwand und fünf Stunden am Telefon
Den deutschen Schachspieler Dennis Wagner traf sie beim Riga Chess Open. Nach einer gemeinsamen Party bat er sie am nächsten Tag zu einem Stadtbummel. Sie lehnte ab – mit einer, wie sie selbst sagt, dürftigen Ausrede. Trotzdem blieben sie in Kontakt, schrieben sich immer mehr. Beim nächsten gemeinsamen Turnier waren sie ein Paar.
Dann kam COVID. Beide saßen monatelang in ihren Heimatstädten fest und telefonierten täglich, oft fünf Stunden am Stück – über Lieblingsserien, Lebensziele, Werte, alles. How I Met Your Mother schauten sie per App gleichzeitig. Nach einem halben Jahr fast ausschließlich auf dem Smartphone machte Dennis einen Heiratsantrag. Dinara war 22, fand es selbst kaum fassbar – und sagte ja. Diesmal ohne Anstoß.
Heidelberg statt Moskau
Die Frage, wer umzieht, war schnell beantwortet: Dennis hatte Arbeit, Wohnung und einen deutschen Pass. Dinara bewarb sich für ein Masterstudium in Wirtschaftswissenschaften an der Universität Heidelberg, beantragte Visum und Sprachzertifikat und zog im September 2021 nach Deutschland.
In Heidelberg merkte sie schnell, dass das deutsche Hochschulsystem ihr etwas bot, das sie in Russland nicht kannte: Flexibilität. Prüfungen verschiebbar, Semester verlängerbar. Genug Spielraum, um erstmals wirklich professionell Schach zu spielen. 2022 wechselte sie zum Deutschen Schachbund, gewann umgehend die deutsche Meisterschaft und bestritt ihre erste Schacholympiade.
Auf Kalmykien verzichtet sie trotzdem nicht ganz: Wenn die Familie sich in visafreien Ländern trifft, bringen die Eltern Spezialitäten aus der Heimat mit. Und die Schwester in den USA kocht auf Bestellung die kalmykischen Teigtaschen, die Beryogi – für Dinara eines der besten Gerichte der Welt.
Dinara Wagner, deutsche Spitzenschachspielerin und Internationaler Meister, blickt vor der zentralen Endrunde der Schachbundesliga in Berlin auf eine starke Saison zurück. Das berichtet Schachbundesliga.de. Wagner spielt in dieser Spielzeit sowohl für den SC Viernheim in der offenen 1. Bundesliga als auch in der Frauen-Bundesliga – und ist in beiden Wettbewerben bislang ungeschlagen.
Für die Endrunde in Berlin kündigt Wagner ihre Teilnahme an, lässt jedoch offen, ob sie auch am Brett sitzen wird. Der SC Viernheim geht als Tabellenführer in die letzten drei Runden. Ihr erklärtes Ziel: der Deutsche Meistertitel. Die Endrunde findet im Willy-Brandt-Haus statt; Zuschauer werden auf eine Ausweispflicht am Eingang hingewiesen.
Wagner beschreibt einen bewussten Strategiewechsel je nach Wettkampf: In der Frauen-Bundesliga trete sie meist als Favoritin an und strebe stets den vollen Punkt an. In der offenen Bundesliga hingegen lege sie die Partien solider an, da dort häufig Großmeister auf sie warteten und ein Remis dem Team dienen könne. Besonders sei es, neben ihrem Ehemann Dennis Wagner in einer Mannschaft zu spielen – was ihr trotz gelegentlicher Nervosität positive Energie gebe.
Langfristig verfolgt Dinara Wagner den Großmeister-Titel. Dafür benötigt sie neben einer weiteren Norm vor allem das Überschreiten der 2500-Elo-Marke. Zudem möchte sie sich über eine gute Platzierung bei der Europameisterschaft für den World Cup qualifizieren – ein Turnier, an dem sie bislang noch nicht teilgenommen hat.
Zum wachsenden Interesse am Frauenschach äußert sich Wagner positiv. Sie hebt die Unterstützung durch Sponsor Roman Krulich hervor und wünscht sich, dass mehr Förderer seinem Beispiel folgen, um jungen Frauen in Deutschland bessere Möglichkeiten im Schach zu eröffnen. Jungen Mädchen rät sie schlicht: „Bleib dabei und gib nicht auf!"
Dinara Wagner, deutsche Spitzenschachspielerin und Internationaler Meister, blickt vor der zentralen Endrunde der Schachbundesliga in Berlin auf eine starke Saison zurück. Das berichtet Schachbundesliga.de. Wagner spielt in dieser Spielzeit sowohl für den SC Viernheim in der offenen 1. Bundesliga als auch in der Frauen-Bundesliga – und ist in beiden Wettbewerben bislang ungeschlagen.
Für die Endrunde in Berlin kündigt Wagner ihre Teilnahme an, lässt jedoch offen, ob sie auch am Brett sitzen wird. Der SC Viernheim geht als Tabellenführer in die letzten drei Runden. Ihr erklärtes Ziel: der Deutsche Meistertitel. Die Endrunde findet im Willy-Brandt-Haus statt; Zuschauer werden auf eine Ausweispflicht am Eingang hingewiesen.
Wagner beschreibt einen bewussten Strategiewechsel je nach Wettkampf: In der Frauen-Bundesliga trete sie meist als Favoritin an und strebe stets den vollen Punkt an. In der offenen Bundesliga hingegen lege sie die Partien solider an, da dort häufig Großmeister auf sie warteten und ein Remis dem Team dienen könne. Besonders sei es, neben ihrem Ehemann Dennis Wagner in einer Mannschaft zu spielen – was ihr trotz gelegentlicher Nervosität positive Energie gebe.
Langfristig verfolgt Dinara Wagner den Großmeister-Titel. Dafür benötigt sie neben einer weiteren Norm vor allem das Überschreiten der 2500-Elo-Marke. Zudem möchte sie sich über eine gute Platzierung bei der Europameisterschaft für den World Cup qualifizieren – ein Turnier, an dem sie bislang noch nicht teilgenommen hat.
Zum wachsenden Interesse am Frauenschach äußert sich Wagner positiv. Sie hebt die Unterstützung durch Sponsor Roman Krulich hervor und wünscht sich, dass mehr Förderer seinem Beispiel folgen, um jungen Frauen in Deutschland bessere Möglichkeiten im Schach zu eröffnen. Jungen Mädchen rät sie schlicht: „Bleib dabei und gib nicht auf!"
Dinara Wagner, die deutsche Nummer eins, hat angekündigt, beim Schachgipfel in Dresden ihre Deutschen Meistertitel verteidigen zu wollen. Das berichtet Deutscher Schachbund. Vom 17. bis 25. Juli 2026 werden in Dresden die Deutschen Einzelmeisterschaften ausgetragen, bei denen Wagner als Titelverteidigerin der Deutschen Frauen-Einzelmeisterschaft sowie der Frauen-Blitzmeisterschaft an den Start geht.
Zuvor war Wagner bei der Frauen-Europameisterschaft in Batumi knapp an der Qualifikation für den World Cup der Europäischen Schachunion gescheitert. Mit 7,5 Punkten aus elf Partien blieb sie ohne Niederlage, verpasste die begehrten Top-Ten-Plätze jedoch aufgrund der Buchholz-Wertung. Wagner zeigte sich enttäuscht, verwies aber auf die nächste Qualifikationsgelegenheit im März 2027 bei der Frauen-EM auf Malta sowie auf die bevorstehende Schacholympiade.
Meisterklasse in nahezu Bestbesetzung
In der Meisterklasse der Deutschen Frauen-Einzelmeisterschaft 2026 treten zehn Spielerinnen im Rundenturnier gegeneinander an. Neben Wagner nehmen unter anderem Kateryna Dolzhykova, Lara Schulze, Jana Schneider, Sarah Papp und Josefine Safarli teil – mehrere aktuelle und ehemalige Nationalspielerinnen. Vervollständigt wird das Teilnehmerfeld durch Charis Peglau, Lisa Sickmann, Dora Peglau und Olga Babiy.
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Wagner will Frauen-Schachtitel in Dresden verteidigen
Dinara Wagner, die deutsche Nummer eins, hat angekündigt, beim Schachgipfel in Dresden ihre Deutschen Meistertitel verteidigen zu wollen. Das berichtet Deutscher Schachbund. Vom 17. bis 25. Juli 2026 werden in Dresden die Deutschen Einzelmeisterschaften ausgetragen, bei denen Wagner als Titelverteidigerin der Deutschen Frauen-Einzelmeisterschaft sowie der Frauen-Blitzmeisterschaft an den Start geht.
Zuvor war Wagner bei der Frauen-Europameisterschaft in Batumi knapp an der Qualifikation für den World Cup der Europäischen Schachunion gescheitert. Mit 7,5 Punkten aus elf Partien blieb sie ohne Niederlage, verpasste die begehrten Top-Ten-Plätze jedoch aufgrund der Buchholz-Wertung. Wagner zeigte sich enttäuscht, verwies aber auf die nächste Qualifikationsgelegenheit im März 2027 bei der Frauen-EM auf Malta sowie auf die bevorstehende Schacholympiade.
Dinara Wagner versteht es als Verpflichtung, dass junge Mädchen im deutschen Schach zu ihr aufschauen. „Ich habe davon gehört, dass viele junge Mädchen mich als Vorbild sehen, das freut mich sehr, ist aber auch eine große Verantwortung. Ich gebe mein Bestes, um dieser Rolle gerecht zu werden." Das sagte Dinara Wagner im DSB-Gespräch.
Andere Dimension in Samarkand
Nach Chennai 2022 und Budapest 2024 ist Samarkand ihre dritte Olympiade, diesmal am ersten Brett. Den Unterschied zum Vereinsschach beschreibt sie deutlich: Beim SC Viernheim spiele sie in einem Weltklasseteam an einem der hinteren Bretter, bei der Olympiade führe sie die Mannschaft an, „und das ganze Land schaut zu. Das ist nochmal eine andere Dimension." Druck empfindet sie dennoch wenig: Als Nummer zehn der Startliste zähle Deutschland nicht zum engsten Favoritenkreis und könne befreit aufspielen. Den dritten Platz bei der Team-EM in Batumi wertet sie als Beleg, dass die Mannschaft eingespielt ist und Medaillen holen kann.
Ein Jahr, das nicht nach Plan lief
Sportlich blieb 2026 hinter ihren Erwartungen zurück. Die Niederlage in der Schlussrunde der Deutschen Meisterschaft in Dresden kostete sie die Titelverteidigung, auch in Dortmund lief es nicht wie erhofft. Danach rührte sie zwei Wochen lang keine Schachfigur an und kehrte voller Motivation zurück. „Höhen und Tiefen gehören zum Sport dazu."
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In Viernheim an einem der hinteren Bretter, für Deutschland an Brett eins
Dinara Wagner versteht es als Verpflichtung, dass junge Mädchen im deutschen Schach zu ihr aufschauen. „Ich habe davon gehört, dass viele junge Mädchen mich als Vorbild sehen, das freut mich sehr, ist aber auch eine große Verantwortung. Ich gebe mein Bestes, um dieser Rolle gerecht zu werden." Das sagte Dinara Wagner im DSB-Gespräch.
Andere Dimension in Samarkand
Nach Chennai 2022 und Budapest 2024 ist Samarkand ihre dritte Olympiade, diesmal am ersten Brett. Den Unterschied zum Vereinsschach beschreibt sie deutlich: Beim SC Viernheim spiele sie in einem Weltklasseteam an einem der hinteren Bretter, bei der Olympiade führe sie die Mannschaft an, „und das ganze Land schaut zu. Das ist nochmal eine andere Dimension." Druck empfindet sie dennoch wenig: Als Nummer zehn der Startliste zähle Deutschland nicht zum engsten Favoritenkreis und könne befreit aufspielen. Den dritten Platz bei der Team-EM in Batumi wertet sie als Beleg, dass die Mannschaft eingespielt ist und Medaillen holen kann.
Ein Jahr, das nicht nach Plan lief
Sportlich blieb 2026 hinter ihren Erwartungen zurück. Die Niederlage in der Schlussrunde der Deutschen Meisterschaft in Dresden kostete sie die Titelverteidigung, auch in Dortmund lief es nicht wie erhofft. Danach rührte sie zwei Wochen lang keine Schachfigur an und kehrte voller Motivation zurück. „Höhen und Tiefen gehören zum Sport dazu."
Im Mannschaftsturnier geht Dinara Wagner bewusst weniger Risiko ein als im Einzelturnier. Steht es an einem anderen Brett schlecht, muss sie deshalb nicht selbst alles auf eine Karte setzen: „Man muss einfach Vertrauen an die Teammates geben und objektiv spielen, außer es ist sehr klar, dass das Team verliert – dann muss man natürlich Risiko eingehen." Das sagte Dinara Wagner im Gespräch mit Jonas Jansen. Entscheidend sei für sie, die eigene Partie zu konzentrieren und das beste Ergebnis zu zeigen – schließlich könnten auch andere Bretter gewinnen.
https://www.youtube.com/watch?v=h_pbReGKkeY
Vorbereitung in Eigenregie
Obwohl das Team zwei Trainer mitgebracht hat, arbeitet Wagner an den Eröffnungen am liebsten allein: „Ich klicke dann durch die Lines selber und bespreche etwas mit Dennis oder mit Zahar und Vladimir, wenn ich Fragen habe." Andere im Team halten es anders. Der Tag zwischen den Runden ist getaktet, aber nicht starr: Frühstück gegen 10 Uhr, danach Training in zwei Gruppen, um 14:30 Uhr Treffpunkt im Hotel. Abends kommt die Mannschaft zusammen und bespricht die Aufstellung für die nächste Runde.
Nüchtern nach der Partie
Ärger über eine vermeintlich vergebene Chance hält bei ihr nicht lange. Nach der Analyse am Zimmer sah Wagner die Sache anders: „Das passiert ab und zu, dass man nicht so viel machen kann, wenn die andere Seite stabil spielt und keine Fehler macht." In Samarkand hat sie sich über die Jahre eine eigene Routine angewöhnt: „Ich laufe immer rund um den See, einen ganzen Circle."
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Im Team spielt Dinara Wagner objektiv – Risiko nur, wenn ohne es alles verloren ist
Im Mannschaftsturnier geht Dinara Wagner bewusst weniger Risiko ein als im Einzelturnier. Steht es an einem anderen Brett schlecht, muss sie deshalb nicht selbst alles auf eine Karte setzen: „Man muss einfach Vertrauen an die Teammates geben und objektiv spielen, außer es ist sehr klar, dass das Team verliert – dann muss man natürlich Risiko eingehen." Das sagte Dinara Wagner im Gespräch mit Jonas Jansen. Entscheidend sei für sie, die eigene Partie zu konzentrieren und das beste Ergebnis zu zeigen – schließlich könnten auch andere Bretter gewinnen.
Vorbereitung in Eigenregie
Obwohl das Team zwei Trainer mitgebracht hat, arbeitet Wagner an den Eröffnungen am liebsten allein: „Ich klicke dann durch die Lines selber und bespreche etwas mit Dennis oder mit Zahar und Vladimir, wenn ich Fragen habe." Andere im Team halten es anders. Der Tag zwischen den Runden ist getaktet, aber nicht starr: Frühstück gegen 10 Uhr, danach Training in zwei Gruppen, um 14:30 Uhr Treffpunkt im Hotel. Abends kommt die Mannschaft zusammen und bespricht die Aufstellung für die nächste Runde.
Nüchtern nach der Partie
Ärger über eine vermeintlich vergebene Chance hält bei ihr nicht lange. Nach der Analyse am Zimmer sah Wagner die Sache anders: „Das passiert ab und zu, dass man nicht so viel machen kann, wenn die andere Seite stabil spielt und keine Fehler macht." In Samarkand hat sie sich über die Jahre eine eigene Routine angewöhnt: „Ich laufe immer rund um den See, einen ganzen Circle."