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Sara Khadem

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Jetzt ist Sara Khadem Spanierin - und auf Anhieb die nationale Nummer eins:

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Sara Khadem fordert internationale Hilfe für Irans Protestbewegung

Quelle: El País – „Sara Khadem, ajedrecista: ‘El pueblo iraní ha cumplido su parte, pero por sí solo no puede resolver esta situación’“, Leontxo García, 24. Januar 2026 (Abo)

Sara Khadem spricht aus Andalusien über die eskalierende Gewalt in ihrem Herkunftsland Iran und fordert deutlich mehr internationale Unterstützung. Die 28-jährige Schachspielerin lebt seit Ende 2022 in Spanien, nachdem sie sich geweigert hatte, bei der Schnellschach-WM in Almaty mit Kopftuch anzutreten. Seitdem meldet sie sich regelmäßig öffentlich zu Wort.

Khadem beschreibt die aktuelle Lage als Massentötung von Zivilisten. Sie berichtet von Bildern mit Hunderten Toten, von Angehörigen, die für den Zugang zu Leichen bezahlen müssen, und von einem weitgehenden Informationsblackout. Internet sei häufig abgeschaltet, Kommunikation laufe teils illegal über Satellitenverbindungen. Die Proteste seien keine ausländische Verschwörung, sondern Folge massiver wirtschaftlicher Einschnitte, insbesondere der Abschaffung staatlicher Wechselkursstützen für Grundnahrungsmittel, die zu drastischen Preissteigerungen geführt hätten.

Die Schachspielerin betont, das iranische Volk habe „seinen Teil erfüllt“: Viele Menschen seien auf die Straße gegangen, viele hätten ihr Leben verloren. Allein könne die Bevölkerung die Situation aber nicht lösen. Entscheidend sei, dass die internationale Öffentlichkeit den Fokus nicht verliere. Es gehe nicht um geopolitische Motive oder Lagerdenken, sondern um Menschenrechte und darum, das Töten zu stoppen.

Khadem zeigt sich offen gegenüber externer Hilfe, selbst wenn diese von politisch umstrittenen Akteuren komme. In der aktuellen Lage sei „jede Lösung willkommen“, sofern sie das Blutvergießen beende. Die Frage nach langfristigen politischen Modellen oder einer künftigen Staatsform sei nachrangig. Zuerst müsse das bestehende Regime fallen, danach könne die Bevölkerung frei entscheiden.

Angst um sich selbst habe sie nicht, sagt Khadem – wohl aber um ihre Familie und Freunde in Iran. Besonders fürchtet sie weitere Hinrichtungen, falls die Proteste scheitern. Ihr zentraler Appell: Nicht strategische Interessen, sondern der Schutz von Menschenleben müsse jetzt im Mittelpunkt stehen.

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