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Praggnanandhaa

"Weltmeister in drei bis fünf Jahren": Aufschlussreiches Interview mit Pragg-Coach Ramesh:

https://www.newindianexpress.com/sport/2023/aug/21/i-hope-pragg-can-be-a-world-champ-in-three-to-five-years-coach-ramesh-2607167.html

Schach: Tschüß Magnus Carlsen, jetzt kommt Pragg

Der frühere Weltmeister gewinnt den World Cup und verabschiedet sich einmal mehr vom Schach. Das macht aber nix, denn die Zukunft gehört den jungen Indern.

Empfang beim Ministerpräsidenten, neues Auto: Praggnanandhaa nach seinem World-Cup-Triumph:

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Wunderbares, tiefes, nahes Stück über Pragg und Vaishali, die jetzt den GM-Titel geschafft hat (und hier bald ihren eigenen Thread bekommen sollte):

The Indian siblings taking the chess world by storm

 

Pragg besiegt beim Norway Chess zum ersten Mal in einer klassischen Partie Magnus Carlsen - und schafft damit zu ersten Mal seit langem eine Konstellation, in der Carlsen um seinen Nummer-eins-Spot in der Weltrangliste kämpfen muss. Hätte er tags darauf gegen Caruana verloren... - hat er aber nicht. Stattdessen siegte Carlsen mit Schwarz und hat sich wieder ein wenig abgesetzt.

Praggs Sieg über Carlsen stellt der Spiegel in den Kontext des indischen Schachwunders:

Praggnanandhaa: „Wir haben uns Respekt erarbeitet – sie gehen kein Risiko mehr ein“
Indian Express, Interview vom 1. Juli 2025 mit Mayank Chaudhary und Amit Kamath

Rameshbabu Praggnanandhaa spricht im Interview als neue indische Nummer eins über seine Erfolge im Jahr 2025, mentale Belastungen, Respekt von der älteren Generation – und warum Wijk aan Zee sein Wendepunkt war.

Der 19-Jährige hat in diesem Jahr bereits drei große Turniere gewonnen – Wijk aan Zee, Superbet Bukarest und zuletzt den UzChess Cup in Taschkent. In allen Fällen setzte er sich erst im Tiebreak durch. „Ich will eigentlich nicht auf Tiebreaks angewiesen sein“, sagt er. „Aber wenn es dazu kommt, muss man eben ruhig bleiben.“

Mentale Stärke als Schlüssel

Für den aktuellen Erfolg sieht Praggnanandhaa keinen geheimen Trick, sondern vor allem mehr Selbstvertrauen: „Ich bin ambitionierter als im Vorjahr.“ Die Siege gegen Arjun Erigaisi und Nodirbek Abdusattorov in den letzten beiden Runden des UzChess Cups bezeichnet er als mentale Kraftakte. Körperlich sei er allerdings nicht fit gewesen: „Ich fühlte mich ab Runde zwei wie tot. Ich musste meine Vorbereitung reduzieren, um Energie zu sparen.“

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Wendepunkt: Wijk aan Zee

Den größten Einfluss hatte laut Pragg der Sieg beim Tata Steel Tournament in Wijk: „Ich musste drei Partien in Folge gewinnen, um Gukesh einzuholen. Das hat mir gezeigt: Ich kann Turniere gewinnen.“

Kein Druck, kein Beweisdrang

Dass er bei Norway Chess nicht eingeladen war, kommentiert Pragg gelassen: „Ich will niemandem etwas beweisen. Ich liebe einfach Schach.“

Generationenkonflikt?

Auf Aussagen von Carlsen, Nakamura und Caruana, die jungen Spieler seien noch nicht bereit, erwidert er differenziert: „Was heißt schon ‘übernehmen’? Gukesh ist Weltmeister. Ich habe drei Turniere gewonnen. Vincent Keymer hat Freestyle in Weissenhaus dominiert. Arjun steht bei 2800. Wir spielen auf Augenhöhe – aber besser als die Alten sind wir nicht.“ Die großen Drei hält er weiter für extrem stark. Aber: „Wir haben ihren Respekt. Sie gehen keine massiven Risiken mehr gegen uns ein.“

Nur Carlsen bleibe eine Ausnahme: „Er riskiert immer. Gegen jeden.“

Vorbereitung bleibt gleich – nur das Selbstbild ändert sich

Auf die Frage, ob er sich nun anders auf Gegner wie Carlsen vorbereitet, sagt Praggnanandhaa: „Nein. Ich bereite mich wie auf jeden starken Spieler vor.“ Aber: „Ich weiß jetzt, dass ich sie schlagen kann. Das gibt Selbstvertrauen.“

Indien als Schachnation

Zur scherzhaften Aussage, der schwerste Platz im Schach sei die Nummer eins in Indien, sagt er: „Das kann sich nach jeder Partie ändern. Mir ist wichtiger, Turniere zu gewinnen.“

Ein indisches WM-Duell gegen Gukesh in der Zukunft hält er für realistisch: „Ich hoffe es. Aber auch Arjun und Aravindh haben Chancen. Wir sind viele.“

Finanzielle Unterstützung

Er bedankt sich bei der Adani Group, die ihn gerade in der Kandidatenvorbereitung 2024 unterstützte. „Man braucht ein Team, Camps, Reisen – das kostet alles viel.“

Ausblick

Als nächstes stehen Zagreb, Freestyle Las Vegas, Last Chance für die Esports World Cup, Sinquefield Cup, Grand Swiss und der FIDE World Cup auf dem Programm.

Praggnanandhaa steht im Zentrum von Torsten Cmiels Text als junger Großmeister, dem beim Sinquefield Cup 2025 ein Ausnahmewerk gelang. Seine Partie gegen Gukesh wird als Musterbeispiel beschrieben, wie man einen Weltmeister dominiert: keine überhasteten Attacken, sondern stetige Kontrolle, präzises Stellungsspiel, der Gegner wird Zug um Zug eingeengt. Cmiel stellt Pragg in die Tradition von Carlsen, Karpow und Capablanca – Spieler, die durch unspektakuläre, aber unaufhaltsame Dominanz glänzten.

Laut Stockfish wich Pragg in 57 Zügen nur um 0,02 Centipawns von den besten Zügen ab, was in der Praxis einer fehlerfreien Partie entspricht. Gukesh hingegen unterlief ein kleiner positioneller Fehlgriff, der sofort Konsequenzen hatte. Von da an ließ Pragg nichts mehr anbrennen, wandelte den Vorteil geduldig in Gewinn um und zeigte damit, dass er längst auf einem Niveau spielt, das man als „vollendet“ bezeichnen kann.

👉 Cmiels Kernthese: Mit dieser Leistung hat Pragg nicht nur eine perfekte Partie gespielt, sondern auch ein Statement abgegeben, dass er auf dem Weg ist, sich neben Carlsen als Meister der Dominanz zu etablieren.

Die perfekte Partie (?)

Die goldenen Geschwister aus Chennai
Quelle: DIE ZEIT – „Schachbretträtsel“, Helmut Pfleger, ZEITmagazin Nr. 47/2025, 5. November 2025

In seiner Kolumne erzählt Helmut Pfleger die Familiengeschichte der indischen Schachtalente Rameshbabu Praggnanandhaa (20) und Rameshbabu Vaishali (24), die in ihrer Heimat als die „goldenen Geschwister“ gefeiert werden. Beide qualifizierten sich 2024 für die Kandidatenturniere zur Weltmeisterschaft in Toronto und gewannen bei der Schacholympiade in Budapest Gold mit ihren Teams – ein historischer Doppelerfolg.

Pfleger beschreibt, wie Schach in die Familie kam: Mutter Nagalakshmi meldete Vaishali ursprünglich zu Yoga- und Schachkursen an, weil sie zu viele Cartoons sah. Ihr kleiner Bruder „Pragg“ störte dabei ständig – und fand so selbst zum Spiel, das später ihr beider Leben prägen sollte. Heute gilt Praggnanandhaa als Nummer 4 der Welt, offen, gesellig und talentiert, während seine Schwester als eher nachdenkliche Strategin auf dem Weg in die Top 10 ist.

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Die Kolumne endet – wie immer – mit einem Schachrätsel, diesmal zu einem taktischen Zug Vaishalis aus dem Tata Steel Challengers 2025.

„Mein Spiel ist nicht dasselbe“ – Praggnanandhaa spricht offen über Formknick

Quelle: SportsDigest.in – Interview mit R Praggnanandhaa, veröffentlicht am 12. Januar 2026

Der indische Großmeister R Praggnanandhaa hat ungewöhnlich offen über einen Formknick gesprochen. Obwohl er sich durch Platz eins im FIDE Circuit 2025 für das Kandidatenturnier 2026 qualifiziert hat, sagt der 20-Jährige selbst: „My play is not the same.“

Praggnanandhaa führt die Schwankungen auf die extreme Belastung des vergangenen Jahres zurück. Nach einem starken Start 2025 mit Turniersiegen in Tata Steel Chess und beim Superbet Chess Classic habe die hohe Dichte an Wettbewerben seine Schärfe und Konstanz beeinträchtigt. Das habe sich in späteren Turnieren wie dem Grand Swiss und dem World Cup gezeigt.

Mit Blick auf die Candidates bleibt Praggnanandhaa realistisch. Das Feld sei „extremely strong“, es gebe keine leichten Gegner. Große Trainingslager seien vor dem Turnier nicht geplant, stattdessen kurze Erholungsphasen und gezielte Vorbereitung.

Trotz der selbstkritischen Töne gilt Praggnanandhaa weiter als einer der ernsthaften Anwärter auf den WM-Herausfordererplatz. Seine Aussagen zeigen weniger Zweifel als ein klares Bewusstsein für die eigene Form – und für die Anforderungen, die das Kandidatenturnier stellen wird.

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