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Igor Kovalenko

Die Geschichte des Theologen und Schachgroßmeisters Igor Kovalenko, der jetzt als Soldat für seine ukranische Heimat an der Front kämpft (und gelegentlich trotzdem Schach spielt).

In deutscher Übersetzung gut lesbar:

https://m.censor.net/ua/resonance/3356290/grossmeyister_saper_y_kapellan_ygor_kovalenko_na_voyine_vera_esche_y_samyi_luchshyyi_normalyzator_psyhyky

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https://www.linkedin.com/pulse/des-joueurs-d%25C3%25A9checs-ukrainiens-se-confient-sur-la-guerre-dornbusch/

Nach drei Jahren Kampfeinsatz: Igor Kovalenko kehrt zurück ans Schachbrett

Igor Kovalenko kehrt vom Krieg zurück ans Schachbrett

Quelle: Chess.com, 3. September 2025 – Colin McGourty

Nach zweieinhalb Jahren im Krieg hat GM Igor Kovalenko (36) erstmals wieder ein internationales Schachturnier bestritten. Beim Rubinstein-Memorial 2025 im polnischen Polanica-Zdrój spielte der Weltranglisten-54. neun Remispartien und wurde Sechster. Es war sein erstes Einzelturnier außerhalb der Ukraine seit Beginn des russischen Angriffs 2022.

Kovalenko, der als Soldat in der Funkaufklärung diente, schilderte ein Leben im Schützengraben – zwölf Stunden Schichten, nur wenige Liter Wasser pro Woche, ständige Lebensgefahr. Mehrfach sei er dem Tod nahe gewesen: „Ich dachte nicht an die Kürze des Lebens, sondern daran, ob mein Leben Sinn gehabt hätte, wenn es jetzt endete.“

Über die Kriegsjahre sagt er: „Viele Details, über die wir uns früher sorgten, haben keine Bedeutung. All diese Schachskandale, wer zugelassen wird, wer sich mit wem gestritten hat – das alles ist bedeutungslos.“ Zugleich habe er gelernt, den Moment zu schätzen: „Du hörst Explosionen, aber du siehst die Sonne aufgehen. Und du bist dankbar, dass du lebst.“

Trotz gesundheitlicher Probleme – erhöhter Augeninnendruck, ständige Kopfschmerzen – spielte Kovalenko durchgehend Schach, teils online aus dem Graben. 2023 erhielt er den ukrainischen Tapferkeitsorden, als Präsident Wolodymyr Selenskyj ihn nach Kiew beorderte.

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Politisch zeigte er sich desillusioniert: Für die Weltmächte sei die Ukraine nur ein „Handelsobjekt“. Auch wenn er hofft, dass der Krieg bald endet, glaubt er: „In einem breiteren Kontext wird der Krieg nie enden.“

Sportlich blickt Kovalenko nach vorn. Er gehört zum vorläufigen Aufgebot der Ukraine für die Mannschafts-EM in Batumi im Oktober und wird in der Schachbundesliga 2025/26 wieder für Viernheim antreten. Vereinspräsident Stefan Martin betonte: „Seine Rückkehr bedeutet für uns weit mehr als eine sportliche Verstärkung. Nach Jahren der Sorge sind wir erleichtert, dass Igor in relativer Sicherheit ist.“

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