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Eline Roebers

Eline Roebers hat mit 6,5/7 das 38. Open des SC Untergrombach gewonnen. Die erste Spielerin, die jüngste jemals, die das Turnier gewonnen hat. In der Schlussrunde drehte sie eine schon verloren geglaubte Partie gegen GM Ikonnikov zum Sieg.

Homepage des Turniers

Ende 2020 tauchte der Name Eline Roebers in der internationalen Szene erstmals auf, als sie 14-jährig bei den hybrid ausgespielten Jugend-Weltmeisterschaften U14 im Schnellschach den ersten Platz belegte und damit die erste Jugend-Weltmeisterin der Niederlande wurde.

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Eva Maria Zickelbein schrieb dazu auf der Vereinsseite des Hamburger SK:

Eine zweite Sensation (“sagenhaft” whatsapped der Ehrenvorsitzende) gelang unserem Neuzugang für die Frauenbundesliga, der erst 14-jährigen Eline Roebers beim Europäischen Hybrid-Qualifikationsturnier für die FIDE-Weltmeisterschaft. Sie spielte gegen den griechischen Großmeister Athanasios Mastrovasilis (2521): Genau wie Frederik Svane verlor sie die erste Partie, konnte dann aber ausgleichen. Ebenso in den Blitzpartien, so dass eine Armageddon-Partie folgen musste: hier bekam Eline Roebers Weiß und eine Minute mehr und musste also gewinnen. Und in einer italienischen Hauptvariante spielte sie ihren um ein paar hundert Elopunkte schwereren Gegner so dermaßen an die Wand, dass uns wirklich nur noch zu sagen bleibt: sagenhaft, Eline! Herzlichen Glückwunsch!

Foto von Lennart Ootes
"15 Year Old Eline stuns at German Open tournament": jetzt berichtet auch chess.com.
 
Henning Geibel, Beobachter des norddeutschen Schachs und ein außerordentlich hübscher Mann, teilt in seinem neuesten Rundschreiben mit:
 
Eline Roebers, das Riesentalent aus den Niederlanden, hat heute das große Neujahrs-Open in Bruchsal-Untergrombach gewonnen.
 
Eline, die seit dieser Saison für den Hamburger SK in der Frauen-Bundesliga spielt, ist gerade mal 15 Jahre alt, führt aber schon die Weltrangliste der unter 17-jährigen Mädchen an
 
 
Sie hat zwar noch keinen Titel, aber bereits die Spielstärke einer weiblichen Großmeisterin.
 
Der HSK kann stolz sein auf diese Neuerwerbung. Dies gilt allerdings auch für die zweite Neuerwerbung der Saison, die Ungarin Zsoka Gaal, die sogar erst 14 Jahre alt ist, aber bereits auf Platz 3 der eben erwähnten Liste steht.
 
Auf den weiteren Weg dieser beiden - nebenbei auch noch außerordentlich hübschen - Super-Talente darf man sehr gespannt sein !

Schach-YouTuber Agadmator zeigt Roebers' Gewinnpartie gegen GM Ikonnikov:

Eline Roebers zwischen Aufbruch und Anspruch
Quelle: Underpromoted – „Eline Roebers: past progress, current plans, future possibilities“, Interview vom 11.11.2025

Eline Roebers spricht offen über ihren Weg zur Profikarriere, ihre Fortschritte in diesem Jahr und den Druck, der mit Ambition und Talent wächst. Das Gespräch zeigt eine 19-Jährige, die Schach liebt, aber die Härte des Berufs klar sieht.

Roebers beschreibt, wie sehr sie nach dem Schulabschluss auflebt. Der permanente Mentalstress – Turniere spielen und nachts Hausaufgaben machen – ist weg. Jetzt kann sie sich ganz aufs Schach konzentrieren. Das tut ihr gut. Sie glaubt aber, dass der Abschluss wichtig war. Ihre Eltern bestanden darauf, und im Rückblick hält sie das für richtig.

Ihr Vater hat sie geprägt. Er coachte sie spielerisch, ohne Druck. Viele Muster in ihrem Stil kommen von ihm. Dazu kommen frühere Trainer wie Robert Ris und enge Freundschaften wie zu Machteld Van Foreest. Mit ihr musste sie oft spielen, schon als Kinder. Das war schwer, später ging es leichter: spielen, kurz Abstand, weiter Freunde.

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Sie erzählt, dass sie fast keine Freundschaften außerhalb des Schachs hat. Die paar, die es gibt, tun ihr gut, gerade weil diese Freunde nichts vom Spiel verstehen.

Professionell wollte sie schon als Kind werden, wusste nur nicht, was das heißt. Der Wendepunkt kam während der Corona-Zeit. Online spielen, anonym, ohne Erwartung. Da fand sie die Freude wieder, die sie davor verloren hatte. Danach machte sie einen Leistungssprung.

Sie arbeitet heute vier bis fünf Stunden täglich mit Coach, reist viel und sieht, wie selbstverständlich Schach den ganzen Tag ausfüllt. Zum Abschalten geht sie spazieren, macht Sport oder liest. Sprachen interessieren sie, Russisch versucht sie gerade – auch weil es im Profibetrieb hilft.

Inhaltlich plant sie ihre Karriere klar: Zwei Jahre Vollgas, dann Bilanz. Halbzeit jetzt. Sie sieht Fortschritt im Spielverständnis, weniger im Rating. Ihr Ziel bleibt, stärker zu werden – nicht eine konkrete Zahl.

Turniere wählt sie nach Stärke, nicht nach Komfort. Dubai, Griechenland, alles teuer. Aber sie will gegen Gegner spielen, die besser sind. Angst vor Elo-Verlust hat sie nicht mehr. Sie war schon tiefer und sagt nüchtern: Die Zahl ist zweitrangig. Wichtig ist der Weg nach oben.

Wie sie mit Rückschlägen umgeht, zeigt ein Beispiel: U14-Weltmeisterschaft 2019, Führung vor der Schlussrunde, dann zwei Niederlagen. Das hat sie umgehauen. Heute sieht sie, dass jede Karriere solche Einbrüche kennt – selbst Topspieler vergreifen sich. Das relativiert.

Sie folgt selbst Schach: Am liebsten World Cup, wegen der hohen Schlagzahl. Bei Superturnieren stört sie, dass es oft dieselben Spieler sind und viele Ideen zu tief sind. 2600–2700 findet sie spannender. Die Partien dort versteht sie.

Zwei Partien aus Hoogeveen analysiert sie im Interview: ein Angriffssieg gegen Arkadij Naiditsch und eine starke, ruhige Französisch-Partie gegen Alexei Shirov. Beide zeigen, wie stabil sie inzwischen spielt und dass sie sich auch nach schweren Starts nicht hängen lässt.

Pläne abseits des Brettes? Irgendwann Universität – Sprachen, Psychologie oder Kriminologie. Kein Zeitdruck. Wenn der Profibetrieb irgendwann zu viel wird, sieht sie darin einen guten Weg.

Kurzfristig richtet sich ihr Blick auf die Weltmeisterschaften im Schnell- und Blitzschach im Dezember. Erstmals ist sie dabei. Erwartungen? Realistisch: „Alles möglich.“ 

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