Personalien

Walter Rädler

Walter Rädler wird 60: Mehr als die Hälfte der gut 900 Beiträge beim Schachkicker stammen von ihm. Als bayerischer Schulschachreferent und Chef der Deutschen Schulschachstiftung brachte er unzählige Kinder ans Brett, stellte sogar Garry Kasparow deutsche Schulschachinitiativen vor. Seine Begeisterung fürs Schach ist seit 50 Jahren ungebrochen.

Foto: privat
Alexey Sarana

Am 4. Oktober heirateten Alexey Sarana und Elena Orshonova. Der Ex-Euopameister verkündete die Hochzeit auf Instagram, seine Frau schrieb: „Irgendwie habe ich in dieser großen Welt in dir mein Zuhause gefunden.“ Anna Cramling gratulierte prompt. Sarana erzählt, seine Frau kümmere sich inzwischen um fast alles – „quasi meine Managerin“.

Foto: Angelika Valkova
Katharina Reinecke

7 Partien, 1 Punkt: Beim Europacup lief es für das Team von Katharina Reinecke gut, und so bekam sie eine starke Gegnerin nach der anderen vorgesetzt. "Klatsche nach Klatsche" habe es gesetzt, erzählte sie im Bluhmecke-Podcast. Und dann roch auch noch das Teamshirt von Tag zu Tag strenger. Gegenmittel: "Richtig viel Deo."

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Ulf Andersson

Ulf Andersson wurde am 27. Juni 75 Jahre alt. Nachträglich feiert er am heutigen Donnerstag mit einem Schnellschachturnier, dem "Svarta Hästen Invitational", das er selbst angestoßen hat. Unter seinen Gegnern sind Wegbegleiter wie Pia Cramling, Ferdinand Hellers oder Harry Schüssler. 1983 war der Positionskünstler die Nummer 4 der Welt.

Foto: FIDE
Holger Hansen

Holger Hansen wollte nur seine zwei Leidenschaften verbinden: Schwimmen und Schach. Mit einem Zehntklässler baute der Lehrer aus Kiel Unterwasserschachbretter und testete sie 2023 mit seinem Sohn im Freibad – zu Ende gespielt wurde die Partie nicht, zu kalt war das Wasser. Seitdem veranstaltet seine Schule halbjährlich eine Unterwasserschach-Challenge.

Foto: DSJ
Manuel Álvarez Escudero

Mit 105 Jahren setzte sich Manuel Álvarez Escudero in Madrid wieder ans Brett, begleitet von Tochter Elena. Auf die Frage, wie es ihm gehe, antwortete er lächelnd: „Ich fühle mich wie Müll.“ Kleiner sei er geworden: „Früher habe ich 1,75 gemessen, jetzt 1,62. Ich bin lächerlich geschrumpft.“ Am liebsten erinnert er sich ans Melonen-Turnier in Titulcia, wo er zwölf Melonen gewann.

Foto: FIDE
Alexandra Kosteniuk

Alexandra Kosteniuk, Nummer eins der Schweiz, ist in die World Chess Hall of Fame in St. Louis aufgenommen worden – was bei ihr ein "ziemlich ungewöhnliches Gefühl" auslöst. Sie betont: "Ich betrachte mich als aktive Spielerin, meine Karriere ist nicht vorbei. Es gibt noch Partien zu spielen, Herausforderungen anzunehmen und Ziele zu erreichen."

Foto: L. Ootes/Freestyle Chess
Christian Zickelbein

In einem Ferienlager auf Sylt forderte der 14-jährige Christian Zickelbein seinen Mathelehrer heraus - und gewann 8:7. Der Lehrer riet ihm, einem Schachklub beizutreten. Daraus wurde eine lebenslange Liebe: Am 23. Oktober 2026 feierte Zickelbeinsein 75-jähriges Jubiläum im Hamburger Schachklub, dessen Vorsitzender er von 1986 bis 2006 war.

Foto: Hamburger SK
Mikhail Antipov

Dass sein Sekundant Vater wurde, hätte Levon Aronian einen Grund gegeben, für die US-Meisterschaft auf seine Hilfe zu verzichten. Aber Mikhail Antipov kam zur Arbeit, bevor er doch zur Geburt reiste. Aronian spielte weiter: „Er hat so viel geopfert, also kann ich jetzt nicht aufgeben.“ Er gewann anschließend glänzend gegen Ray Robson.

Foto: Niki Riga/Gibraltar Chess
Lionel Messi

In einer Instagram-Werbung lässt sich Lionel Messi von ChatGPT Schach beibringen. Die KI empfiehlt die Eröffnung „Goat Horns“, Anspielung auf den Spitznamen GOAT. Aber die Maschine hat König und Dame vertauscht – und die "Eröffnung" führt zu einem Selbstmatt in vier Zügen. Messi sagt, er habe „eine Eröffnung passend zu meinem Stil“ erbeten.

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Foto: Bryan Berlin CC BY-SA 4.0
Rachael Li

Sie galt als Riesentalent, aber nahm dann drei Jahre Pause vom Schach. Erst nach der Pandemie kehrte Rachael Li zurück. Jetzt wurde sie mit 16 die zweitjüngste Spielerin, die je die US-Meisterschaft gewann. Vor der letzten Partie fand sie keinen Schlaf: "Meine Nerven waren überall." Ihr Dank galt ihrem Bruder, GM Ruifeng Li, der sie durchs Turnier begleitete.

Foto: Bryan Fuller/St Louis Chess
Jhon Samuel

Jhon Samuel kannte Autogrammwünsche bislang nur aus dem TV – bis er mit dem Nationalteam der Jungferninseln zur Schacholympiade reiste. Dort wollten Einheimische ständig Fotos machen, fasziniert von Dreadlocks und Kleidungsstil der Karibik-Delegation. Samuel vermutete, man sähe dort selten solche Merkmale. So wurde das Exoten-Team in Kasachstan zu einer Riege von Prominenten.

Anatol Vitouch

Taktische Tipps brauchte das Team nicht – die vier Großmeisterinnen von ASVÖ Pamhagen waren ihrem Coach überlegen. Also kümmerte sich Anatol Vitouch beim Schach-Europacup 2022 in Mayrhofen um Mahlzeiten, Snacks und klopfte abends an die Zimmertüren: "Ich fühlte mich fast mütterlich besorgt." Das Team holte Gold. Auch er bekam eine Medaille, ohne einen Zug gespielt zu haben.

Evren Ucok

Der türkische Multimillionär Evren Ucok sah "Idiocracy" - und verließ das Kino erschüttert. Seitdem ist er überzeugt, dass Schach die Menschheit retten kann. Ucok investiert Millionen in Talente wie Yagiz Erdogmus, Christian Glöckler oder Bodhana Sivanandan. Er selbst hat kaum 1700 Elo, aber wird dennoch dazu beigetragen haben, wenn, wie er glaubt, Erdogmus Weltmeister wird.

Nadja Jussupow

Paul Meyer-Dunker beschreibt Nadja Jussupow als „Wirbelwind, die unheimlich viele Dinge machen will“. Lange sei sie beim DSB eher gebremst worden, sagt er – mehr, als ihr lieb war. Jetzt hat sie mit der sportlichen Leitung das Mädchenförderprogramm „Girls Next Generation“ aufgebaut und vorangetrieben. Die nächste Generation wird ihre Handschrift tragen.

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Vincent Keymer

Während seine Mannschaft Baden-Baden zum Saisonauftakt gegen Solingen antrat, saß Vincent Keymer am Bildschirm: Parallel spielte er online den Freestyle Friday. Für seine Baden-Badener reichte es trotzdem zu drei knappen 4½:3½-Siegen. Keymer zockte derweil ohne Druck. Für die Freestyle-WM Anfang 2027 ist er längst qualifiziert.

Alexander Onischuk

Für den USC Magdeburg taucht in der Kaderliste ein Name aus den Neunzigern auf: Alexander Onischuk. Der einstige Weltenbummler hat inzwischen einen zeitintensiven Job: Executive Director der Grand Chess Tour. Ob zwischen Terminkalender und Turnierorganisation noch Luft für Magdeburg bleibt, ist offen. Zum Saisonauftakt war er nicht mit von der Partie.

Svenja Butenandt

In der Frauenbundesliga spielt sie am ersten Brett für den FC Bayern. Dass es eine Uni-WM gibt, wusste Svenja Butenandt nicht. Erst als Christoph Barth ihr nach dem deutschen Hochschulmeistertitel im Rapid die Qualifikation mitteilte, erfuhr die 20-jährige Physikstudentin davon. Dass es nach China geht, machte die Entscheidung leicht: „Da war ich sofort dabei.“

Hugó Keleti

„Den schlag ich längst“ – so lässig redet Hugó Keleti über seinen Vater, der ihn einst ans Brett brachte. Der 9-Jährige trainiert bei Valentin Dragnev, der ihm zutraut, mit 13 bis 15 GM zu werden. Als 8-Jähriger reiste Hugo zur WM nach Kasachstan, im November geht’s zur EM nach Kreta. Sein Ziel hat er jetzt Radio Leipzig genannt: „Ich möchte der beste Schachspieler der Welt werden."

Bodhana Sivanandan

Mit einem Kissen unterm Popo spielte Bodhana Sivanandan bei der Schacholympiade in Usbekistan - und wurde zur jüngsten jemals gekürten WGM. Als Sachpreise hat die Elfjährige beim Schach bereits drei Smartphones gewonnen. Benutzen darf sie keines davon, sie ist zu jung. „Eines Tages hätte ich schon gerne ein Handy“, sagt sie, „aber ich komme auch ohne klar.“

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Sarah Papp

Bevor Gabor Papp für den HSK spielte, saß seine Frau Sarah dort schon am Brett, sogar in der Bundesliga: 2018/19 gewann sie mit Schwarz gegen IM Erik Zude. Für rund 20 Jahre war das der einzige Fraueneinsatz. Jetzt dürfte sich das ändern: Eline Roebers ist dazugestoßen. Sarah Papp kümmert sich derweil mit Gabor um die Frauenbundesliga-Mannschaft.

Tobias Kölle

Sein Freund Neil Albrecht ist ihm ganz ohne sein Zutun zum Münchner SC gefolgt: „Ich freue mich, dass er jetzt mit mir in einer Mannschaft spielt“, sagt Tobias Kölle. Beim Saisonstart fehlt Kölle, er sitzt dann in China bei der Uni-WM. Danach will er noch die Chinesische Mauer und die Verbotene Stadt besichtigen. Vom Traum Schachprofi hat er sich verabschiedet.

Alua Nurman

Vor der Partie gegen Magnus Carlsen beim Grenke-Open fragte die 18-jährige Alua Nurman ihn nach einem Selfie. Carlsen sagte ja, posierte, lächelte – dann rief er den Schiedsrichter, der das Handy beschlagnahmte. Das Netz feierte das „Selfie-Game“. Jetzt hat die Olympia-Silbermedaillengewinnerin beim SC Bad Königshofen in der Frauenbundesliga angeheuert.

Frederik Svane

Bei der Siegerehrung der Schacholympiade in Samarkand reichten die sechs Medaillen nicht für das ganze deutsche Team: Sekundant und Nachtarbeiter Dmitrij Kollars ging leer aus. Mitspieler Frederik Svane reichte ihm daraufhin wortlos seine eigene Medaille. Rasmus Svane erzählt im Podcast, wie sehr ihn das berührt hat. Co-Host Sonja Maria Bluhm: "Oh mein Gott, wie süß ist das denn?"

Nodirbek Abdusattorov

Kaum ist der Jubel über Olympiagold verklungen, kommt schon die nächste Nachricht aus Usbekistan: Nodirbek Abdusattorov hat sich mit Sevinch Mavlonova verlobt, Cybersecurity-Studentin an der New Uzbekistan University. UzChess postete das Foto mit dem Satz "Yoshlar baxtli bo'lsin!" - "Möge das junge Paar glücklich sein!" Geheiratet werden soll im März 2027.

Lara Schulze

Hundert Euro reichen in Usbekistan fürs Siebenstellige: Nationalspielerin Lara Schulze hielt beim Geldwechsel plötzlich 1.300.000 Som in der Hand. Kurzerhand machte sie sich selbst zur Schlagzeile: "In Samarkand war ich übrigens Millionärin🤪." An den ungewohnten Kurs musste sie sich erst gewöhnen, zahlte im Taxi 40.000 Som – und wunderte sich, dass das nicht einmal fünf Euro sind.

Gordon Schnieder

Beim Mittagsimbiss im Innenhof der Staatskanzlei setzte sich Ministerpräsident Gordon Schnieder zum pfälzischen Schachchef Michael Müller und erzählte: Er selbst spiele nicht, wohl aber sein Bruder, der frühere Bundesverkehrsminister. Ihr Vater sei Fernschachspieler gewesen – so leidenschaftlich, dass die Mutter im Büro anrufen musste, wenn eine Schachpostkarte angekommen war.

Faustino Oro

Faustino Oro war 6 und spielte drinnen Fußball. Aus Sorge um die Wohnzimmermöbel meldete ihn sein Vater bei chess.com an. Ein halbes Jahr später besiegte der Sohn den Papa. Heute führt der 12-Jährige Argentiniens Rangliste an, das Nationalteam auch. Nicht nur Magnus Carlsen sieht in ihm den "Messi des Schachs". Oro gefällt's: „Ich mag Messi und ich mag, mit ihm verglichen zu werden.“

Michael S. Langer

Formal ist der Niedersächsische Verband seit 1953 kein Mitglied mehr im Deutschen Schachbund. Seit fast zwei Jahrzehnten verwaltet Michael S. Langer diesen Schwebezustand, während Niedersachsen stets brav seine 13 Stimmen beim Bundeskongress abgibt. Zum 60. Geburtstag riet ihm jetzt Alexander von Gleich: den Austrittsbrief gut aufheben, man wisse ja nie, wann man ihn als Druckmittel braucht.

Sonja Maria Bluhm

Im Podcast „Bluhmecke“ plaudert Sonja Maria Bluhm mit Katharina Reinecke über die Schachwelt, interviewt Spielerinnen und Spieler. Wenn sie nicht podcastet, spielt sie selbst. Zur neuen Saison wechselt Bluhm zur OSG Baden-Baden, nach einem Jahr für Berlin. Und das ist wie ein Griff ins oberste Regal. Unter ihren Mitspielerinnen: Weltcupsiegerin Divya Deshmukh, Nationalspielerin Dinara Wagner.