Gukesh Dommaraju

Indischer Großmeister, amtierender Schachweltmeister und jüngster der Geschichte. Gewann den Titel im Dezember 2024 in Singapur mit 18 Jahren, als zweiter indischer Weltmeister nach Viswanathan Anand. Verteidigt ihn Ende 2026 in Genf gegen Javokhir Sindarov; die FIDE nannte zunächst den 25. November als Beginn, im Reglement vom 23. August 2026 steht der 22. November. Enge Mentorenbeziehung zu Frederic Friedel.

Aufstieg und Titelgewinn

Stand im Sommer 2023 erstmals in den Top 10 der Weltrangliste und löste wenige Tage später Viswanathan Anand als indische Nummer eins ab; im August 2023 rückte er bis auf Rang sieben vor. Qualifizierte sich Ende 2023 über den FIDE Circuit fürs Kandidatenturnier 2024. Das dafür entscheidende Chennai Grand Masters war kurzfristig aus dem Boden gestampft und von der Bezirksregierung in Tamil Nadu mitfinanziert worden, mit dem erklärten Zweck, nach Praggnanandhaa, Vidit Gujrathi und Vaishali einem weiteren indischen Spieler den Weg ins Kandidatenturnier zu ebnen. Anish Giri gelang es danach nicht mehr, ihn im Circuit zu überholen.

Gewann das WM-Match gegen Titelverteidiger Ding Liren mit 7,5:6,5: Als Außenseiter gestartet, verlor er die Auftaktpartie und entschied die 14. und letzte Partie für sich – sein Team um Cheftrainer Grzegorz Gajewski hatte die Strategie verfolgt, den formschwachen Ding in jeder Partie möglichst lange arbeiten zu lassen. Das Preisgeld wurde erstmals partienbasiert verteilt. Bezeichnete Ding nach dem Sieg angesichts von dessen gesundheitlicher und spielerischer Krise als „wahren Weltmeister“.

Nach dem Titelgewinn

Magnus Carlsen bescheinigte ihm im Juni 2025 nach dem Norway Chess ein „fantastisches“ Spiel, sah seine Entwicklung aber langsamer verlaufen als erwartet und verglich sein Niveau mit seinem eigenen Stand von 2008/09. Beschrieb im Juni 2026 gegenüber der Hindustan Times eine Motivationskrise: Das lebenslange Ziel Weltmeister sei erreicht und der äußere Antrieb dadurch weggefallen; er arbeitet seither mit Mentaltrainer Paddy Upton daran, sich mit inneren Gründen fürs Schachspielen zu verbinden. Reduzierte 2026 nach mehreren enttäuschenden Turnieren, darunter Norway Chess und das Chennai Grand Masters, bewusst seine Wettkampfintensität zugunsten von Training. Verlor 2026 die Spitze der Juniorenweltrangliste an Yagiz Kaan Erdogmus.