Vincent Keymer

Deutschlands stärkster Großmeister (Stand 2026) und erster deutscher Top-Ten-Spieler seit Artur Jussupow. Wird seit etwa 2017 von Peter Leko trainiert.
Nationalmannschaft
Spielte bei Mannschafts-EM und Olympiaden am ersten Brett, 2024 in Budapest im Wechsel mit Matthias Blübaum.
Die Bronzemedaille von Samarkand war die erste Olympiamedaille, seit er für Deutschland spielt; er ordnete sie als bislang besten gemeinsamen Erfolg dieser Mannschaft ein, noch vor dem EM-Silber 2023.
| Jahr | Wettbewerb | Brett | Team |
|---|---|---|---|
| 2023 | Mannschafts-EM, Montenegro | 1 | Silber |
| 2024 | Schacholympiade, Budapest | 1 | 7. Platz |
| 2026 | Schacholympiade, Samarkand | 1 | Bronze |
Größte Erfolge
| Jahr | Turnier | Ergebnis |
|---|---|---|
| 2022 | Schnellschach-WM | Silber |
| 2025 | Freestyle Grand Slam, Weissenhaus | Sieg |
| 2025 | Chennai Grand Masters | Sieg, ungeschlagen |
| 2026 | Freestyle Open A, Grenke-Schachfestival | Sieg |
| 2026 | Superbet Chess Classic Romania, Bukarest | Sieg |
Karriere
Frederic Friedel stellte den Zehnjährigen im Oktober 2015 in Berlin Garry Kasparov vor, der nach zwei gemeinsamen Stunden das außergewöhnliche Talent bestätigte. Als seine beste Partie nannte Keymer später den Sieg über Boris Gelfand 2018 auf der Isle of Man.
Erreichte im August 2023 beim World Cup in Baku die vierte Runde und schlug dort Magnus Carlsen – nach eigener Einschätzung sein erster Sieg gegen Carlsen überhaupt –, schied aber im anschließenden Tiebreak aus. Der fünfte Platz beim Grand Swiss auf der Isle of Man im November 2023 war sein Durchbruch in die Top 20 der Welt.
Gehörte 2024 gemeinsam mit Jan-Krzysztof Duda zum Team, das Gukesh Dommaraju auf den WM-Kampf gegen Ding Liren vorbereitete.
Der Sieg beim ersten Freestyle Grand Slam in Weissenhaus im Februar 2025 brachte ihm 200.000 Dollar Preisgeld.
Stieg mit dem Sieg beim Chennai Grand Masters im August 2025 als dritter Deutscher nach Robert Hübner und Artur Jussupow in die Top Ten auf und hielt mit 2776 (FIDE-Liste Dezember 2025, damals Weltrang vier) den deutschen Elo-Rekord.
Verzichtete 2026 auf die Deutsche Meisterschaft zugunsten der Grand Chess Tour, qualifizierte sich fürs Tourfinale und nahm über die Saison mehr Preis- und Bonusgeld ein als jeder andere Teilnehmer.
Kandidatenturnier
Verpasste die Qualifikation für 2024 knapp über die Elowertung. Sein Umfeld hätte kurzfristig einen Wettkampf organisiert, doch Keymer entschied sich nach den zehrenden Turnieren Grand Swiss und Europameisterschaft dagegen.
Verpasste auch 2026, nachdem beim Grand Swiss im September 2025 ein Remis gegen Matthias Blübaum diesem statt ihm den Einzug brachte. Magnus Carlsen nannte ihn neben Arjun Erigaisi als denjenigen, der im Kandidatenturnier 2026 am ehesten fehle.
Öffentliche Positionen
Sagte im November 2023 der Süddeutschen Zeitung, er habe trotz seiner Weltklasseergebnisse noch keinen weiteren Sponsor gefunden und sei von niemandem beim DSB um Hilfe gebeten worden; der Verband bestätigte auf Anfrage, dass die Sonderförderungen für Ausnahmetalente zur Disposition stünden. Kritisierte im Januar 2024 als Gast im ZDF-Sportstudio die deutsche Nachwuchsförderung im internationalen Vergleich als „nicht konkurrenzfähig“.
Widersprach Levon Aronians Diagnose vom ausanalysierten klassischen Schach teilweise: Engines hätten zwar Eröffnungskapitel geschlossen, aber auch viel entdeckt, worauf ohne Hilfe kein Mensch käme – „Schach ist noch sehr offen“.
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