DSB
Deutscher Schachbund, Dachverband des organisierten Schachs in Deutschland. Trat 1926 der FIDE bei. Feierte im August 2026 bei der Jugend-Mannschafts-EM in Pardubice mit dem U12-Gold von Yuefan Chen und Tiffany Tu den ersten Titelgewinn bei einer Junioren-EM seit 2019; die Schwestern Dora und Charis Peglau holten Bronze in der U18. Veröffentlichte zur Berichterstattung über den Erfolg zunächst ein manipuliertes Mannschaftsfoto mit künstlich geöffneten statt geschlossenen Augen und tauschte es wenig später gegen das Original.
Wählte beim außerordentlichen Kongress am 16. Mai 2026 in Frankfurt die bisherige Präsidentin Ingrid Lauterbach ab und Paul Meyer-Dunker zum neuen Präsidenten (116:114 gegen Niklas Rickmann); Jürgen Gersinska wurde Vizepräsident Finanzen. Zuvor war die geplante Kandidatur des Ex-Bahnchefs Richard Lutz gescheitert. Richtete vom 16. bis 26. Juli 2026 den Schachgipfel in Dresden aus; für 2027 ist Stuttgart im Verbandsjubiläumsjahr als Austragungsort vorgesehen – der Verband wird 2027 150 Jahre alt.
Vergab am Rande des Dresdner Gipfels erstmals in seiner Geschichte die Vermarktung nach außen: Die eigens gegründete Chess Media Group von Tobias Eismann übernimmt langfristig und exklusiv die Sponsoring-, Werbe- und Medienrechte, von den Nationalmannschaften über die DSAM bis zu Schulschach und den digitalen Kanälen, und wird nur am Neugeschäft beteiligt. Seit etwa 20 Jahren stand „Marketing“ im Leitbild des Verbands, ohne dass daraus Handlungen gefolgt wären. Einigte sich im April 2026 mit dem langjährigen DSAM-Organisator Dirk Jordan auf einen Vergleich; Jordans strafrechtliches Verfahren wegen Untreue und Bestechlichkeit endete im April 2026 rechtskräftig mit einer Bewährungsstrafe.
Finanzlöcher September 2023
Verhängte im September 2023 eine Ausgabensperre, nachdem „erhebliche zusätzliche Belastungen im hohen fünfstelligen Bereich“ für die Haushalte 2023 bis 2025 aufgetaucht waren. Auf Anfrage von PvB benannte der Verband drei Ursachen: die Ausrichtung des Mitropa-Cups 2024, die entgegen einem einstimmigen Hauptausschussbeschluss nie in den Haushalt eingestellt worden war – „aus unserer Sicht ein Fehler“; Rückzahlungen von rund 49.000 Euro nicht verwendeter Fördermittel; und eine bereits bekannte, vom Steuerberater aber deutlich höher bezifferte Steuernachzahlung.
Unter den zurückzuzahlenden Fördermitteln waren Gelder für einen abgesagten Vergleichskampf eines Kaderspielers mit einem internationalen Spitzengroßmeister – nach PvB-Einschätzung das nach Magnus Carlsens Betrugsvorwurf abgesagte Match Vincent Keymer gegen Hans Niemann. PvB kritisierte, das im Mai 2023 gewählte Präsidium habe auch nach mehr als vier Monaten keine Bestandsaufnahme vorgelegt; zudem versäumte der Verband die Ladungsfrist für den außerordentlichen Kongress, der deshalb erst am 9. Dezember tagte – drei Wochen vor Ende des Geschäftsjahres.


