Dmitrij Kollars

Deutscher Großmeister und Nationalspieler aus Bremen, Deutscher Meister 2024. Bundestrainer Jan Gustafsson bezeichnete ihn als den freundlichsten Menschen der Welt, am Brett aber als sehr aggressiv, und äußerte großen Respekt vor seinem Werdegang: Kollars habe sich mit weniger Hilfe und weniger Schachumfeld als viele andere nach oben gearbeitet, glaube aber womöglich selbst nicht immer daran, wie gut er sei.
Karriere
Kam im November 2023 nur deshalb ins EM-Team, weil er sich zum Nominierungsstichtag mit exakt 2641 Elo den vierten Ranglistenplatz mit Rasmus Svane teilte und Jan Gustafsson die Pattsituation zu seinen Gunsten auflöste. Zwei Tage vor der Abreise nach Montenegro starb sein Vater Michael, der ihm einst das Schachspiel beigebracht hatte; Kollars überlegte, ob er überhaupt anreisen solle. Er spielte nach eigener Aussage schlecht, wurde in der Schlussrunde gegen Kroatien aber zum Matchwinner und holte den einzigen ganzen Punkt des deutschen Teams.
Wurde 2024 zwei Wochen nach seinem 25. Geburtstag Deutscher Meister, mit 6 aus 9 bei einer 2680-Performance – die erste Meisterschaft nach der Rückkehr zum geschlossenen Format. Spielte im selben Jahr bei der Schacholympiade in Budapest erstmals am ersten Brett für Deutschland und führte beim Grenke-Open in Karlsruhe als einziger Einheimischer lange die Tabelle an, mit einer 2752-Performance; zeitweise überholte er dabei Matthias Blübaum als deutsche Nummer zwei. War von Januar bis April 2026 gemeinsam mit Frederik Svane von Thailand aus Fern-Sekundant für WM-Kandidat Blübaum, zuständig für zeitintensive Eröffnungsanalysen. Wechselte zur Saison 2026/27 gemeinsam mit Blübaum aus dem aufgelösten Deizisauer Kader zur OSG Baden-Baden.


