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Nona Gaprindashvili

“Sexistisch und herabsetzend”: Exweltmeisterin verklagt Netflix

Gaprindashvili vs. Netflix 1:0

Eine, die sich nie versteckte

WEB.DE, 11. Mai 2026, Victoria Kunzmann

Nona Gaprindashvili hat nicht nur Schachgeschichte geschrieben – sie hat sich gegen einen der mächtigsten Konzerne der Unterhaltungsindustrie durchgesetzt. Das schreibt WEB.DE. Als Netflix sie in der Serie „Das Damengambit" als Russin darstellte und behauptete, sie habe nie gegen Männer gespielt, klagte die damals 80-Jährige auf fünf Millionen Dollar Schadensersatz. Der Rechtsstreit endete mit einem Vergleich. Gaprindashvili selbst sagte der „New York Times": „Sie haben versucht, diese fiktive Figur zu erschaffen, die eine Vorreiterrolle einnimmt für andere Frauen – obwohl ich das schon längst getan hatte und Generationen inspiriert habe."

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Vom Tor auf die Weltbühne

Gaprindashvili wurde am 3. Mai 1941 im georgischen Sugdidi geboren, damals Sowjetunion. Als einziges Mädchen unter fünf Geschwistern wurde sie früh von ihren Brüdern zum Schachspiel gebracht, stand aber auch im Fußballtor und spielte Tischtennis und Billard. Mit zwölf Jahren vertrat sie ihre Brüder bei einem Turnier in Tiflis, wo der Trainer Vakhtang Karseladze ihr Talent entdeckte. Mit dreizehn zog sie zu einer Tante in die Hauptstadt, um mit den Besten des Landes zu spielen. Mit 14 erreichte sie das Halbfinale der sowjetischen Frauenmeisterschaft.

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1962 wurde sie Frauen-Weltmeisterin. Den Titel verteidigte sie vier Mal in Folge und stand 16 Jahre an der Spitze, bis sie ihn 1978 an ihre Landsfrau Maia Chiburdanidze abgeben musste. Im selben Jahr verlieh ihr die FIDE als erster Frau überhaupt den Großmeistertitel.

Angriff als Prinzip

Gaprindashvili spielte von Anfang an aggressiv und furchtlos – suchte das Risiko, attackierte früh den König, fand kreative Lösungen. Beim „Lone Pine"-Turnier 1977 besiegte sie vier männliche Großmeister. Die Turnierzeitung kommentierte das damals nicht mit sportlicher Anerkennung, sondern mit einer Bemerkung über ihr Äußeres. Ihrer Karriere schadete das nicht. Sie gewann 20 Goldmedaillen bei Schacholympiaden, wurde zwischen 1974 und 1985 fünfmal sowjetische Meisterin und ist mehrfache Senioren-Weltmeisterin.

Die Großmeisterin Rusudan Goletiani sagte einmal, Gaprindashvili habe gezeigt: „Wenn Frauen gut im Schach sein konnten, dann würden sie in allem gut sein können." Für ihre größte Rivalin Nana Alexandria war sie jahrelang Mentorin und Motivatorin. 2013 wurde Gaprindashvili in die „Chess Hall of Fame" aufgenommen, von 1989 bis 1996 war sie Präsidentin des Georgischen Olympischen Komitees und Mitglied im georgischen Sowjet-Parlament. Bis heute spielt sie neben Schach gern Billard – es ähnele dem Schach, sagt sie. Und Spielen, sagt sie, ermüde sie grundsätzlich nicht.

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