Supertalent Christian Glöckler schafft in Biel die erste GM-Norm und gewinnt das Meister-Open eine Runde vor Schluss

Vor einem halben Jahr in Wijk aan Zee ist Christian Glöckler mit einer 2850-Performance und 8,5 Punkten aus 9 Partien durch das Qualifiers-Turnier gepflügt. Für eine GM-Norm reichte das mangels Großmeistern unter den Gegnern nicht. „Die Norm kommt hoffentlich bald“, sagte Glöckler hinterher.

Spätestens nach Wijk an Zee 2026 geriet Christian Glöckler auch international aufs Radar.

Eine Runde vor Schluss des Meister-Opens in Biel steht fest, dass Glöckler beim Schweizer Traditionsturnier nicht in die Nähe einer 2850-Performance kommen wird. Aber dieser 14-Jährige braucht keine derartigen Fabelleistungen, um trotzdem Felder zu distanzieren und Meilensteine abzuhaken. Nach seinem Neuntrundensieg über Großmeister Dimitris Alexakis ist (ohne Gewähr) Glöcklers erste GM-Norm unter Dach und Fach, und sein Turniersieg steht fest. Nach 9 von 10 Runden hat er mit 8 Zählern 1,5 Punkte Vorsprung vor der Konkurrenz, die unter anderem aus den Großmeistern Peter Acs, Adam Kozak und Geetha Narayanan Gopal besteht. Diese drei sind Teil eines Sextetts, das sich mit 6,5 Punkten Platz 2 teilt.

„The next big thing in German chess“: Christian Glöckler nach der siebten Runde vor der Kamera von ChessBase India.

Für die Normrechnung zählt nach Auskunft von Leuten, die sich auskennen, nicht die komplette Zehn-Runden-Bilanz. Glöckler kann seinen Sieg aus Runde 1 gegen Augustin Gerrits streichen und damit auf die Neun-Runden-Kriterien der FIDE-Titelbestimmungen zurückgreifen, die drei Großmeister unter den Gegnern verlangen. Mit Acs, Alexakis und dem für Runde 10 angesetzten Gegner Kozak erfüllt er diese Bedingung. Rechnet man die Gerrits-Partie heraus, liegt Glöcklers Gegnerschnitt aus neun Partien bei gut 2390 Wertungspunkten – über der von der FIDE verlangten Mindestgrenze von 2380 für eine GM-Norm mit 7 Punkten aus 9 Partien. Selbst wenn Glöckler am Donnerstag gegen Kozak verliert, hat er trotzdem die Norm geschafft und das Turnier gewonnen.

Nachdem Glöckler im Januar beim Wijk-Qualifiers für Aufsehen gesorgt hatte, folgte im Februar beim Wachtebeke Winter Round Robin in Belgien der erste Anlauf auf die GM-Norm. Nach einem Auftaktsieg verlor Glöckler in Runde 2 gegen den gleichaltrigen Hussain Besou und fiel danach zurück; die nötigen sieben Punkte aus neun Partien rückten außer Reichweite.

Nun ist die erste GM-Norm da. Fehlen noch zwei. Die für den Titel nötige Elo über 2500 hat Glöckler längst.

(Titelfoto: Schachfestival Biel)

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