FIDE
Weltschachbund, Dachverband des internationalen Schachs. Der Deutsche Schachbund (DSB) trat 1926 der FIDE bei. Suspendierte im Juni 2026 den russischen Verband CFR mit sofortiger Wirkung für drei Jahre, nachdem dieser einer CAS-Anordnung zur Einstellung von Schachaktivitäten in besetzten ukrainischen Gebieten nicht gefolgt war – ließ aber offen, ob russische Teams unter neutraler Flagge weiter an Mannschaftswettbewerben teilnehmen dürfen. Präsident Arkady Dvorkovich wurde im Juli 2026 von der EU sanktioniert und ließ seine Amtsgeschäfte ruhen; Viswanathan Anand übernahm interimistisch. Die FIDE-Präsidentschaftswahl findet am 26./27. September 2026 in Samarkand statt; rund 200 Delegierte sind stimmberechtigt.
Der Wahlkampf zwischen Timur Turlov, Wadim Rosenstein und Jan Henric Buettner wird mit harten Bandagen geführt und hat dem Apparat den Vorwurf eingetragen, Partei zu sein; siehe FIDE-Präsidentschaftswahl 2026.
Finanziell steht der Verband unter Druck. Seit der Rückkehr der Vermarktungsrechte von Agon/World Chess 2021 hängt er fast vollständig am eigenen Turnierbetrieb – freie, nicht an Veranstaltungen gebundene Spenden und Zuwendungen, 2019 noch rund 40 Prozent der Einnahmen, sind praktisch weggefallen. Bricht der Turnierertrag ein, muss die FIDE aus der Substanz ausgleichen: 2024 stand ein Defizit von rund 695.000 Euro, der Reservefonds schrumpfte um ein Drittel. Die verbandseigene Verification Commission warnte zudem vor einem strukturellen Problem – die Verwaltungskosten in Lausanne und Athen steigen, während der Entwicklungsfonds für die Förderung in den nationalen Verbänden zwei Jahre in Folge gekürzt wurde.

