Der Schach-Messi kommt an die Weser: Werder Bremen verpflichtet Faustino Oro (12)
Der SV Werder Bremen hat den größten Coup der Transferperiode gelandet: Faustino Oro (12), eines der größten Talente des Sports, spielt künftig für Werder in der Bundesliga. Wie aus den jetzt veröffentlichten Kaderlisten des Deutschen Schachbundes hervorgeht, verliert im Gegenzug der SC Viernheim sein größtes Talent: Yagiz Kaan Erdogmus (15), der gerade erst Weltmeister Gukesh von der Spitze der Juniorenweltrangliste verdrängt hat, fehlt im Kader des Meisters.
Neuer Modus, gestraffter Kalender
Die Liga selbst hat ihren Austragungsmodus reformiert: Statt sieben Wochenenden wird künftig an nur noch fünf gespielt, dafür mit je drei Runden. Der Hintergrund sind die zunehmenden Terminkonflikte der Topspieler und der durch die reduzierte Zahl an Wochenenden etwas gelinderte Kostendruck auf die Clubs.
Während der jahrelangen Debatte um die Änderung des Modus gab es Argumente dagegen: Am Freitag seien Spiellokale schwieriger zu bekommen, und einem Beruf nachgehende Nicht-Profis drohe wegen Freitagsspieltagen ein Konflikt mit ihrer Arbeit. Beides verfing nicht. Die Serie 2026/27 beginnt am 9. Oktober, die zentrale Endrunde findet Anfang April in Neuwied statt. Und wie immer ist es nicht gelungen, im Sinne der Dramaturgie den Showdown der beiden Favoriten ans Ende der Saison zu verlegen.
Die Favoriten
Die beiden besten Teams treffen, warum auch immer, am vorletzten Spieltag aufeinander. Titelfavorit bleiben Double-Sieger Viernheim und die verjüngte Equipe der OSG Baden-Baden, die mit Matthias Blübaum und Dmitrij Kollars zwei Nationalspieler aus dem aufgelösten Deizisau-Kader ins Baden-Baden-Team integriert hat. Unter anderem der weiter aufrüstende FC Bayern und der FC St. Pauli – mit Neuverpflichtung Richard Rapport und Magnus Carlsen – spielen um die Plätze dahinter. Auch Werder Bremen darf sich Hoffnungen auf einen Platz weit oben machen, nicht nur wegen Faustino Oro. Mit dem Ukrainer Ihor Samunenkov (aus Wolfhagen) stößt ein weiteres Supertalent zum Team.
Und die Talente?
Die besten einheimischen Talente sind in der höchsten Spielklasse rar – mit Ausnahme des Deutschen Meisters Leonardo Costa, der weiter beim MSA Zugzwang spielt. Christian Glöckler bleibt trotz Avancen von Bundesligaclubs beim Wiesbadener SV in der Oberliga, Marius Deuer (ebenso wie Tobias Kölle und Neil Albrecht) spielt für den Münchner SC 1836 zweitklassig. Hussain Besou tritt für den LSV/Turm Lippstadt in der NRW-Oberliga an.

(Titelfoto: Jurriaan Hoefsmit/Tata Steel Chess)


