Der Kreml verliert seinen Schachpräsidenten. Verliert er beim Endspiel in Samarkand auch den Weltverband?
„Er hat klar bewiesen, dass er unabhängig von Kreml-Einfluss ist.“ Das sagte Viswanathan Anand 2022 der Nachrichtenagentur AFP über FIDE-Präsident Arkady Dvorkovich. Jetzt hat die Europäische Union Dvorkovich wegen seiner Kreml-Verbindungen sanktioniert, und Anand ist vom Stellvertreter zum Interimspräsidenten aufgerückt.

Bald könnte er wieder ins zweite Glied zurücktreten. Beim FIDE-Kongress Ende September in Samarkand kandidiert Anand abermals als zweiter Mann – auf dem Ticket desjenigen, den der Dvorkovich-Apparat am ehesten als natürlichen Nachfolger sieht.
Anand ist einer der beliebtesten und anerkanntesten Männer im Schach. Fünffacher Weltmeister, bescheiden, klug und auf den ersten Blick fern aller Kontroversen und Dramen, an denen es im Schachsport nicht mangelt. Vier Jahre hat Anand als Deputy President der FIDE absolviert, ohne je öffentlich eine Position bezogen, eine Richtung vorgegeben oder gar dem Chef widersprochen zu haben. Anand war das freundliche Gesicht eines Systems, das er nie in Frage gestellt hat.
Mit dem über die Lager hinweg beliebten Anand 2022 als Vize anzutreten, war im Sinne des Wahlerfolgs ein schlauer Zug von Dvorkovich. Nach der Wahl diente ihm der Exweltmeister als Feigenblatt und Erfüllungsgehilfe. Anand war nützlich, und sollte im September Timur Turlov zum FIDE-Präsidenten gewählt werden, wird er das wieder sein.
Sanktionen, mal wieder: Der Tag, der alles veränderte
Sanktionen der EU gegen Arkady Dvorkovich stehen seit Jahren im Raum. Nun ist es passiert. Am 23. Juli veröffentlichte die EU das 21. Sanktionspaket gegen Russland. Im EU-Amtsblatt steht jetzt zu Arkady Dvorkovich: Einreiseverbot in die EU, Vermögenssperre, Verbot für EU-Bürger und -Unternehmen, ihm Geld oder wirtschaftliche Ressourcen bereitzustellen.
Dvorkovich hatte es kommen sehen. Bevor die Details des 21. Pakets öffentlich wurden, schrieb er intern an seine FIDE-Mitstreiter. Chess.com liegt seine Nachricht vor: „Liebe Freunde, heute könnte mein letzter Tag als FIDE-Präsident sein, wenn die EU heute Sanktionen gegen mich verhängt. … Ich hoffe noch auf das Beste, aber alles, was zum Schutz der FIDE nötig ist, ist bereits vorbereitet.“
Wenig später die offizielle Erklärung: „Ich halte diese Entscheidung für rechtswidrig und ungerecht und werde sie mit allen möglichen Mitteln anfechten.“ Gleichzeitig setzte er seine Amtsführung aus (diverse Meldungen über einen angeblichen „Rücktritt“ sind falsch), damit die Folgen der Sanktion nicht den Verband treffen. Ein EU-gelisteter Russe kann keine Schweizer Organisation mit europäischen Bankpartnern, Sponsoren und Zahlungsströmen führen, ohne erheblichen Risiken ausgesetzt zu sein.
Die FIDE kennt dieses Problem: Unter Kirsan Ilyumzhinov verlor sie nach dessen US-Sanktionierung 2015 den Zugang zu Bankkonten, ein Schaden, der Jahre nachwirkte. Der frühere FIDE-Kommunikationschef David Llada hatte bereits vor Wochen gewarnt, der FIDE drohe erneut der Verlust ihres Bankkontos. Dass diese Warnung nicht abstrakt ist, zeigt ein aktuelles Beispiel: Nachdem Timur Turlov – nun FIDE-Präsidentschaftskandidat – ChessBase übernommen hatte, kündigte die Hamburger Sparkasse dem Unternehmen das Konto. Was bei ChessBase passierte, könnte bei der FIDE passieren.
Dvorkovich ließ das Amt ruhen, Anand übernahm satzungsgemäß als Interimspräsident, und der FIDE-Rat segnete es ab. Dvorkovich hatte, wie er selbst sagte, „alles zum Schutz der FIDE vorbereitet“ – die Übergabe funktionierte. Was nicht funktionierte, war die politische Nachfolge.
Sogleich erklärte Timur Turlov auf Facebook seine Kandidatur, gemeinsam mit Anand als stellvertretendem Präsidenten. Turlov war ursprünglich als Dvorkovichs Nummer zwei vorgesehen. Der Schachmäzen aus Kasachstan wurde seit Monaten als potenzieller Ersatzkandidat gehandelt, falls Dvorkovich sanktioniert wird. Nun ist genau das eingetreten. Was als Dvorkovichs Wahlticket geplant war, ordnete sich binnen Stunden neu: Der Stellvertreter rückt nach oben, der Vize rochiert zur anderen Seite, und der ursprüngliche Kandidat ist aus dem Bild.
Der russische Schachverband CFR – seit Juni 2026 von der FIDE suspendiert und damit ohne Stimmrecht bei der Wahl – erklärte derweil seine Unterstützung für Kirsan Ilyumzhinov. Dvorkovich teilte umgehend mit, er unterstütze Ilyumzhinov nicht. Ein paar Tage vor dem Ilyumzhinov-Schwenk hatte CFR-Chef und Schachlautsprecher Andrey Filatov noch geäußert, Sergey Karjakin würde der FIDE-Wahl eine „lebhafte Färbung“ verleihen.
Trotz anhaltender Kritik des CFR an Dvorkovich war Ilyumzhinov nicht der Wunschkandidat. In Ermangelung einer Alternative unterstützte der CFR anfangs den Amtsinhaber. Erst als Dvorkovich ausfiel, schwenkte die CFR auf Ilyumzhinov um. Schon das war Improvisation. Dass zudem mit Wadim Rosenstein und Jan Henric Buettner gleich zwei solvente deutsche Kandidaten die Bühne betreten haben, macht diese Wahl zu einem neuen Spiel, das es so bei der FIDE noch nicht gab.
Ilyumzhinov und Donald Trump
Wenn Schachgremien Dinge entscheiden, wird Unsägliches möglich, in Deutschland kennen wir das bestens, zuletzt haben wir es auf Europaebene gesehen. Trotzdem, die einzige sichere Prognose, hat Ilyumzhinov als Präsidentschaftskandidat keine Chance. Der 64-Jährige regierte die FIDE 23 Jahre lang wie ein Fürstentum. Er spielte Schach mit Muammar Gaddafi, behauptete, von Außerirdischen entführt worden zu sein, und diente nebenbei als verdeckter Gesandter Putins in Irak, Libyen, Syrien und Afghanistan. 2015 sanktionierte ihn das US-Finanzministerium wegen Unterstützung des Assad-Regimes. Die FIDE verlor daraufhin den Zugang zu Bankkonten – ein Schaden, der Jahre nachwirkte und haften blieb.
Dass der seit seinem FIDE-Ende erfolglos um Bedeutung ringende frühere Präsident Kalmückiens überhaupt kandidieren kann, verdankt Ilyumzhinov einem Nebenprodukt amerikanischer Außenpolitik: Als Donald Trump im Juni 2025 die Syrien-Sanktionen aufhob, wurde auch Ilyumzhinov von der US-Sanktionsliste gestrichen. Mark Crowther, Gründer des Nachrichtendienstes The Week in Chess, kommentierte Ilyumzhinovs Kandidatur mit Verweis auf einen ungeklärten Journalistinnenmord so: „Jeder sollte die FIDE verlassen, wenn dieser Kerl wieder gewählt wird.“
An der Personalie Ilyumzhinov lässt sich festmachen, dass der russische Machtanspruch auf das Weltschach erkennbar bröckelt. Zum ersten Mal seit drei Jahrzehnten ist offen, wer die FIDE führen wird. Und die alten Mechanismen greifen nicht mehr. Während die FIDE im Inneren unverändert russisch geprägt ist, ist der russische Verband außen vor. Und er hat keinen veritablen Kandidaten anzubieten.
Turlov: die kasachische Lösung
Timur Turlov repräsentiert am ehesten den Versuch, zumindest das Dvorkovich-System fortzuführen. Der 38-jährige Kasache hat sich mit der Freedom Holding einen Nasdaq-notierten Konzern mit einem Börsenwert von rund zehn Milliarden Dollar gebaut, Niederlassungen in 22 Ländern und mehr als 14 Millionen Kunden. Turlov gibt sich als Mann der Mitte, weder russisch noch westlich.
Seit 2023 ist er Präsident des kasachischen Schachverbands. In Kasachstans Schulen wird Schach inzwischen an mehr als 1.500 Standorten unterrichtet. Freedom Holding verbuchte allein im Geschäftsjahr 2024/25 laut Geschäftsbericht 11,2 Millionen Dollar für Schach-Werbung und -Sponsoring, eine Marketingausgabe in der Konzernbilanz. Turlov hat nach eigenen Angaben mehr als 75 Millionen Dollar in den Schachsport investiert.
Warum tut er das? Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat 2025 öffentlich erklärt, der Staat unterstütze Großunternehmer und dürfe dafür Gegenleistungen erwarten, insbesondere private Finanzierung des Sports. Dazu ist aus Turlovs Umfeld zu hören, er habe als Gegenstand seiner Gegenleistung Schach gewählt, auch weil es im Vergleich zu Fußball oder Eishockey verhältnismäßig günstig sei.

Was für Turlov als lokale Pflichtübung begann, wurde letztlich auch im Sinne seines Unternehmens zu einer globalen Operation. Für die FIDE hat er erst die Rapid- und Blitz-WM an der Wall Street finanziert, dann das Kandidatenturnier auf der Finanzdrehscheibe Zypern, von wo aus Freedom sich auf dem europäischen Kontinent ausbreiten soll. Dazu der Kauf von ChessBase mit seiner Software und seiner Kundendatei, in der praktisch jede:r ambitionierte Schachspieler:in aufgeführt ist. Alle auf oberen Rängen der Weltrangliste geführten Titelträger werden künftig Turlovs Kunden sein und damit potenziell Kunden ihres Verbandspräsidenten.
Während jetzt Turlov versucht, Präsident zu werden, ist Dvorkovich mit den Sanktionen beschäftigt und mit der Frage, ob er auch ohne Amt noch den Schutz des Putin-Regimes genießt. Gegenüber dem Indian Express sagte er: „Der einzige Grund für die Sanktionen ist, mich daran zu hindern, für die FIDE zu kandidieren und ihr zu dienen.“ Die Sanktionen seien politisch motiviert, nicht durch sein Verhalten gerechtfertigt.
Eine Schutzbehauptung. Und doch ist Dvorkovichs Lage von Ambivalenz gekennzeichnet. Kreml-Emissär, ja, willfährig, eher nicht.
Dvorkovich zwischen den Stühlen
Im März 2022, wenige Wochen nach Kriegsbeginn, sagte Dvorkovich dem amerikanischen Magazin Mother Jones: „Kriege sind das Schlimmste, was einem im Leben passieren kann. Meine Gedanken sind bei den ukrainischen Zivilisten.“ Es war das mutigste Statement, das in jenen Wochen von einem russischen Spitzenfunktionär zu hören war.
Die Reaktion war drastisch. Dmitry Rogozin, Putins damaliger Roskosmos-Chef, nannte ihn einen „Hurensohn“. Parteisekretär Andrei Turtschak warf ihm „nationalen Verrat“ vor. Unter massivem politischen Druck räumte Dvorkovich seinen Chefposten bei der Skolkovo-Stiftung, dem staatlich geförderten Technologiezentrum, das die USA später wegen Waffenentwicklung für die russische Armee sanktionierten. Parallel erschien auf der Skolkovo-Website ein Text unter Dvorkovichs Namen, der die russische Armee pries. Ob er den freiwillig geschrieben hat, ist unbekannt.
Der Ökonom Dvorkovich ist kein Anhänger des Putin-Systems. Daheim gilt er als zu westlich, obwohl er russischer Patriot ist. Auch wegen seines FIDE-Amtes und den damit verbundenen Balanceakte sitzt er zwischen den Stühlen, aber genießt Schutz. Dass Dvorkovich trotz des Mother-Jones-Moments nicht aus einem Moskauer Fenster stürzte, hat er womöglich seiner FIDE-Präsidentschaft zu verdanken. Das Amt mit einem Russen besetzt zu wissen, ist wichtig für den Kreml.
Die Sanktionen und die Perspektive
Entgegen Dvorkovichs Einschätzung liegt die Substanz der EU-Sanktionen auf der Hand: Dvorkovichs Wahlkampf 2018 wurde direkt vom Kreml unterstützt. Putin intervenierte persönlich, Botschaften wurden kontaktiert, um Dvorkovichs Wahl sicherzustellen. Nach der Wahl gratulierte Putin und ließ es auf der Kreml-Website abbilden. Gegenüber der BBC unterstützte Dvorkovich während des Wahlkampfs 2018 die Annexion der Krim. Bei der Wiederwahl 2022 gratulierte Putin-Sprecher Dmitry Peskow – derselbe Peskow, der im Kuratorium des russischen Schachverbands sitzt. In den ersten Dvorkovich-Jahren waren Russlands staatliche Unternehmen Russian Railways und Rosatom zeitweise die einzigen größeren FIDE-Sponsoren. 2024 sprach er gegenüber der TASS von „neuen Territorien“ Russlands. Gemeint waren die besetzten ukrainischen Gebiete.
Oleksandr Kamyshin, Chef des ukrainischen Verbands, sagt, die FIDE sei ein „Instrument der geopolitischen Arbeit Russlands“. Garri Kasparow hat gegenüber dem Magazin Politico ein Muster aufgezeigt: Die Reisen von Dvorkovich-Delegationen führen oft in strategisch relevante Regionen, und oft finden FIDE-Events dort statt, zuletzt in Zypern etwa.

Was wird nun aus Dvorkovich? Er ist 54 Jahre alt, formal noch FIDE-Präsident, operativ entmachtet, politisch aus dem Rennen und in seiner Heimat nun ohne den Job, der ihn schützt. Mit Sanktionen rechnet er seit Jahren, und damit auch mit Reise- und Vermögenssperre. Was vorher transferiert wurde, ob er vorgesorgt hat, womöglich Ausreisepläne hegt, ist nicht bekannt. Aber die Frage stellt sich. Laut einem Bericht von El Pais pendelte Dvorkovich zuletzt zwischen Moskau und Riga. Letzteres ist seit dem 23. Juli keine Option mehr.
Zuletzt hat Dvorkovich zweimal Zusagen nicht eingehalten. Ein Grund, warum er mit Hilfe des ECU-Dauerpräsidenten Zurab Azmaiparahsvili die von ihm eingeführte Amtszeitbeschränkung für FIDE-Präsidenten kassieren ließ und dann selbst für eine dritte Amtszeit kandidiert hat, liegt auf der Hand: Als FIDE-Präsident ist er daheim nützlich und weniger angreifbar. Es wird auch einen Grund geben, warum er jetzt, nach den Sanktionen, nicht sein Amt niedergelegt hat, wie er es angekündigt hatte. Stattdessen lässt er es ruhen, aber bleibt formal für zwei weitere Monate Präsident, zwei Monate, um für alles Weitere zu planen.
Dvorkovichs Frau Zumrud Rustamova ist als Managerin tief im russischen Oligarchen-Netzwerk verwurzelt. Laut Politico führt sie aktuell die Zypern-Niederlassung einer russischen Investmentholding. Die Ukraine sanktionierte sie 2023. Der älteste Sohn Pavel, Jahrgang 2002, eines von drei Kindern des Paares, lebt in Karlsruhe, liiert mit einer Ukrainerin. Er arbeitet als Foto- und Videograf. Spätestens ab 2025 hat er regelmäßig für die FIDE gearbeitet. Sein LinkedIn-Profil führt ihn als Mitarbeiter des kasachischen Unternehmens Solidcore Resources, dem Nachfolger eines russischen Bergbaukonzerns, in dessen Führungskreis seine Mutter jahrelang tätig war. Das Unternehmen hat seinen Sitz nach Kasachstan verlegt.

Die Zukunft der FIDE
Wer künftig das Weltschach führt, ist nicht abzusehen. Seit 1995 war die FIDE-Spitze ununterbrochen in russischer oder kremlnaher Hand – erst Ilyumzhinov, dann Dvorkovich. In dieser Zeit hat Moskau die Organisation als Soft-Power-Instrument genutzt, tausende Turniere in besetzten ukrainischen Gebieten gedeckt, westliche Kritik absorbiert und jegliche Opposition marginalisiert.
Der FIDE-Präsident wird von gut 200 nationalen Verbänden gewählt – eine Stimme pro Verband, unabhängig von dessen Größe. Ilyumzhinov und dann Dvorkovich haben die FIDE-Generalversammlung jahrzehntelang wie ein Instrument gespielt, über Turniere, Förderprogramme, Sponsoring und persönliche Beziehungen Gunst erworben. Jetzt liegt es an Turlov, mit dieser Erbschaft zu arbeiten, und an Anand, sie zu legitimieren. Der russische Hardliner Sergej Schipow nannte Turlov gegenüber TASS den klaren Favoriten – als „Vertreter der amtierenden Schachmacht“. Aber das ist sie längst nicht mehr, weder sportlich noch administrativ.
Die Frage, die in Samarkand beantwortet wird, ist nicht nur: Wer wird FIDE-Präsident? Sie ist: Endet hier wirklich das Kapitel der FIDE als Kreml-Werkzeug – oder setzt es sich fort, in kasachischer Verpackung, mit indischem Antlitz, ohne Moskaus Fingerabdruck, aber mit dessen Netzwerk und Kapital?
Zum ersten Mal seit Jahrzehnten ist die Antwort offen. Das allein ist historisch.



Dass hier irgendetwas offen ist, bezweifle ich. Ernst zu nehmende Gegenkandidaten gibt es nicht. WR war zuerst in der ECU und dann in Afrikanischen Schachverband erfolglos; Gleich zwei Mal hat er aufs falsche Pferd gesetzt. Und bei Buettner fragt man sich auch, ob er nicht bald die Lust verliert. Beide wirken mehr wie (mitunter clowneske) Promoter denn als Präsidenten. Bunte Sakkos, schicke Locations, für Geld macht die Schachelite Kunststücke unter Wasser und dann noch der für sich selbst kreiierter Weltmeistertitel von WR … Ohne mir Turlov als Präsident zu wünschen – aber die Angst, dass der morgen das Interesse an… Weiterlesen »