Matthias Blübaum

Deutscher Großmeister und Nationalspieler aus Bielefeld. Zweifacher Europameister – 2022 und 2025 – und damit der erste Spieler überhaupt, der den Titel zweimal gewann. Qualifizierte sich 2025 als erster Deutscher seit Robert Hübner 1983 für ein Kandidatenturnier. Wechselte zur Saison 2026/27 gemeinsam mit Dmitrij Kollars aus dem aufgelösten Kader von Deizisau zur OSG Baden-Baden. Geht mit dem eigenen Schach notorisch hart ins Gericht; Bundestrainer Jan Gustafsson bescheinigte ihm die Fähigkeit, sehr starke Gegner zu überspielen, ohne aus der Eröffnung gewinnen zu müssen.
Karriere
Erreichte beim World Cup 2023 in Baku über einen Tiebreaksieg in der zweiten Runde gegen David Paravyan die dritte Runde und schied dort gegen Vidit Gujrathi aus, nach einem bis ins Sudden Death gehenden Match. Hatte bei der Mannschafts-EM 2023 mit zwei Schwarzsiegen erheblichen Anteil an der deutschen Silbermedaille, musste in der Schlussrunde aber gesundheitlich aussetzen. Spielte bei der Schacholympiade 2024 in Budapest am dritten Brett und trug mit soliden Ergebnissen zum siebten Platz der Mannschaft bei, die die zweitbeste Brettpunktzahl aller Nationen erreichte.
Gewann die Europameisterschaft 2025 in Eforie Nord: Nach einem Sieg über den zwischenzeitlich führenden Baadur Jobava gab er die alleinige Führung durch ein frühes Remisangebot gegen Nijat Abasov aus der Hand und setzte sich mit 8,5 aus 11 per Buchholzwertung vor den punktgleichen Frederik Svane und Maxim Rodshtein durch; damit qualifizierte er sich zugleich für den World Cup 2025. Verpasste die Titelverteidigung 2026, weil die EM mit dem Abschluss des Kandidatenturniers zusammenfiel.
Kandidatenturnier 2026
Qualifizierte sich im September 2025 beim Grand Swiss, wo er in der vorletzten Runde Vincent Keymer schlug und damit statt seiner einzog. Bereitete sich mit einem Team aus Frederik Svane, Dmitrij Kollars und Rasmus Svane vor und nutzte Wijk aan Zee als Generalprobe, wo er mit 7 aus 13 Punkten Sechster wurde.
Kramnik-Vorwürfe
War Ziel von Vladimir Kramniks öffentlichen Cheating-Anschuldigungen und beschrieb 2026 im Schachglatzen-Podcast ein ungutes Gefühl dabei, sich dagegen nicht wehren zu können.


