Wadim Rosenstein

Deutscher Unternehmer, Finanzier der Bundesligamannschaft des Düsseldorfer SK und Betreiber der weltweit tätigen Initiative WR Chess. Kandidiert 2026 für das Amt des FIDE-Präsidenten und ist seit 2026 DSB-Delegierter beim Weltverband.

Team WR Chess und Bundesliga

Unterstützte Ian Nepomniachtchi 2023 während dessen WM-Match gegen Ding Liren als Sponsor über seine WR-Gruppe, nachdem er sich gewundert hatte, dass einer der weltbesten Spieler keine ausreichende Unterstützung fand. Erdachte die FIDE-Rapid- und Blitz-Team-WM, deren Premiere sein Team WR Chess Ende August 2023 in Düsseldorf gewann; für die Neuauflage 2024 verpflichtete er überraschend Magnus Carlsen, nachdem dessen Trainer Peter Heine Nielsen das Rosenstein-Engagement zuvor wiederholt kritisiert hatte – als Coach fungierte statt Nielsen Bundestrainer Jan Gustafsson.

Verfügte Anfang 2024 mit sechs Spielern aus den damaligen Top Ten – darunter Weltmeister Ding Liren – und fünf Teilnehmern des Kandidatenturniers über die wohl stärkste Vereinsmannschaft der Schachgeschichte, mit dem erklärten Ziel Deutscher Meister. Kritisierte im Januar 2025 öffentlich „eklatante Planungsmängel“ des Schachbundesliga-Vorstands wegen wiederholter Terminkollisionen mit internationalen Spitzenturnieren, die vor allem sein Team betrafen; der Vorstand verwies darauf, dass die Turnierordnung nur bei Kollisionen mit offiziellen FIDE- und ECU-Meisterschaften eine Verlegung rechtfertigt.

WR Chess und FIDE-Kandidatur

Betreibt mit WR Chess diverse Turniere und Turnierserien weltweit sowie Partnerschaftsgespräche mit Verbänden in Indonesien, Singapur, der Türkei und Frankreich; band den nigerianischen Förderer Tunde Onakoya als Botschafter ein. Bot der FIDE im März 2026 an, das Kandidatenturnier kurzfristig kostenfrei nach Deutschland zu verlegen, nachdem der Iran eine britische Militärbasis auf Zypern angegriffen hatte; die FIDE hielt an Zypern fest. Kandidiert 2026 für das FIDE-Präsidentenamt und tritt nach Arkady Dvorkovichs Rückzug im Juli unter anderem gegen Timur Turlov und Jan Henric Buettner an; Kirsan Ilyumzhinov kandidierte zunächst ebenfalls, zog sich aber zurück.

Wurde ab Ende Juli 2026 Ziel einer anonymen Kampagne aus Dossier, russischem Telegram-Kanal und ukrainischem Portal, die ihm Kreml-Nähe unterstellte; er sieht das Lager um Dvorkovich und Turlov dahinter. Zur Sache erklärte er unter anderem, ein als Verwandter aufgeführter Mann sei seit neun Jahren tot und die kolportierten Geschäfte eines anderen gebe es nicht. Forderte seinerseits am 6. August 2026 Turlovs Disqualifikation. Näheres unter FIDE-Präsidentschaftswahl 2026.

Verhältnis zum DSB

Fand 2024 in Gregor Johann, damals DSB-Bundesturnierdirektor, einen ungewöhnlichen Verbündeten für seine DSB-Präsidentschaftskandidatur mit Reformanspruch. Wurde von der Seite um Ingrid Lauterbach im Wahlkampf als vermeintlich Kreml-nah dargestellt. Wurde von DSB-Präsident Paul Meyer-Dunker 2026 zum DSB-Delegierten bei der FIDE ernannt.