Finanzuntersuchungsausschuss

Zweiköpfiges Untersuchungsgremium des Deutschen Schachbunds zur Aufarbeitung der Finanzkrise des Verbands, besetzt mit dem Bankfachmann Alexander von Gleich und dem Betriebswirt Matthias Kierzek. Beide üben keine Funktion in einem Landesverband aus und sind aktive Turnierspieler.

Einsetzung und Untersuchung

Beim DSB-Kongress im Mai 2023 war umstritten, ob externe Wirtschaftsprüfer oder ein Gremium aus den eigenen Reihen die Verbandsfinanzen untersuchen sollen. Beschlossen wurde als Kompromiss eine interne Kommission, für die nach Absprache Personen ohne Funktion in den Ländern und damit ohne Sitz im Kongress gesucht wurden; gefunden wurden von Gleich und Kierzek. Die Arbeit nahmen beide im August 2023 mit einem dreitägigen Besuch in der DSB-Geschäftsstelle auf, der Bericht war für den Kongress im November 2023 vorgesehen. Untersuchungsgegenstand waren neben den Verbandsfinanzen die Defizite der Schachgipfel und das Zustandekommen des Softwareauftrags an die Firma Nu Datenautomaten.

Bericht

Ende November 2023 legte der Ausschuss seinen Bericht vor. Kernbefunde: Marcus Fenner wurde ohne Zeugnisse und Lebenslauf eingestellt („Bei entsprechender Sorgfalt hätte die Einstellung dieses unheilvollen Geschäftsführers vermieden werden können“); die Gremien verstießen gegen die eigene Finanzordnung und beschlossen trotz wachsender Defizite 2021 und 2022 weitere Ausgaben; Vizepräsident Lutz Rott-Ebbinghaus „ergab sich“ dem System; Fenner bestand auf einer Sponsorentafel mit Sponsoren, die keine waren („Scheinwelt“). Zur Kündigung Fenners zum 31. Dezember 2022 fand der Ausschuss keinen Präsidiumsbeschluss; die Abfindung hielt er unter normalen Umständen für noch im Rahmen liegend.