Elisabeth Pähtz

Deutsche Großmeisterin, geboren 1985, Tochter von GM Thomas Pähtz. Seit ihrem Debüt 1998 eine der prägenden deutschen Spitzenspielerinnen; führte die deutsche Frauenrangliste von Januar 2006 bis Anfang 2024 ununterbrochen an, zeitweise mit mehr als 100 Punkten Vorsprung. Erwartet seit September 2025 ein Kind und spielt bei der Schacholympiade 2026 in Usbekistan.
Karriere
Erzielte beim Grand Swiss 2021 eine Großmeisternorm, über deren Zählung ein einjähriger Streit folgte; sie griff diese Seite in dessen Verlauf öffentlich scharf an und erhielt den GM-Titel später.
Verpasste im September 2023 bei der Mannschaftsweltmeisterschaft in Bydgoszcz im Viertelfinale gegen Kasachstan einen Gewinnweg gegen Bibisara Assaubayeva; Deutschland schied aus. Spielte im November bei der Mannschafts-EM in Montenegro am ersten Brett der Frauenmannschaft, die sie vorab als „stärkste Mannschaft jemals“ bezeichnet hatte – das Team wurde Siebter. Verzichtete im selben Jahr gemeinsam mit Vincent Keymer auf das German Masters in Rosenheim; für Michael S. Langer ein Zeichen, aus dem das deutsche Schach Schlüsse ziehen müsse.
Verlor Anfang 2024 nach 18 Jahren die Spitzenposition der deutschen Frauenrangliste an Dinara Wagner. Bestätigte im Juli 2025, bei der Mannschafts-EM in Batumi nicht anzutreten – wegen einer sich dem Ende zuneigenden Karriere und eines getrübten Verhältnisses zur DSB-Führung.
Equal-Pay-Boykott
Boykottierte die Deutsche Meisterschaft 2025 in München aus Protest gegen ungleiches Preisgeld – rund 16.000 Euro bei den Männern gegenüber gut 11.000 Euro bei den Frauen – und kündigte an, erst wieder anzutreten, wenn das Preisgeld angeglichen wird; ihre letzte Teilnahme war 2020 in Magdeburg. Erklärte gegenüber der Berliner Zeitung, Männer hätten dank höherem Testosteronspiegel mehr Risikobereitschaft und Energie am Brett, weshalb bei Frauen nach vier, fünf Stunden mehr Fehler aufträten – eine Position, der DSB-Sportdirektor Kevin Högy 2025 öffentlich widersprach.
Verhältnis zum DSB
Kritisierte Andreas Jagodzinsky Jahre vor den Dortmunder Schachtagen 2024 öffentlich scharf; dort sollte er ausgerechnet ihr Sechs-Partien-Match gegen Dinara Wagner leiten. Übte im September 2025 in einem presserechtlich als unsauber kritisierten Chessbase-Interview scharfe Kritik am Verband – unbezahlte Gehälter, nicht erstattete Reisekosten, der Chessbase-Konflikt von Ingrid Lauterbach -, ohne dass die Gegenseite dazu befragt wurde.


