Schach und der "Esports World Cup"
Zitat von Conrad Schormann am 13. März 2025, 10:31 UhrDie EWCF (Esports World Cup Foundation), der Organisator des “Esports World Cup”, hat Schach in die Reihe der beim E-World-Cup gespielten Spiele aufgenommen und bei dieser Gelegenheit eine mehrjährige Partnerschaft mit chess.com angekündigt – und mit Magnus Carlsen, der nun auch Esports-World-Cup-Botschafter ist.
In einer Reihe mit etwa Dota 2, League of Legends oder Counter Strike wird Schach 2025 beim “Esports World Cup” mit einem 1.500.000-Dollar-Turnier erstmals vertreten sein. Als Vehikel für die Qualifikation dient die Champions Chess Tour 2025, deren genaues Format noch nicht angekündigt ist. Laut EWCF wird es auch eine offene Qualifikation geben, bei der Amateure versuchen können, ein World-Cup-Ticket zu ziehen.
Den “Esports World Cup” gibt es seit dem vergangenen Jahr dank saudi-arabischen Geldes. Mit 60 Millionen Dollar war die Erstauflage in Saudi-Arabien dotiert. Auch der World Cup 2025 inklusive Schachwettbewerb wird in Riad stattfinden, Hauptstadt des Königreichs. “Sportswashing”, sagt dazu Paul Meyer-Dunker, Esport-Beauftragter des DSB, der einerseits die neue Perspektive für den Sport preist (Esport-Olympia), andererseits den Austragungsort als “bittersüß” empfindet.
Mehr dazu:
https://perlenvombodensee.de/2024/12/19/die-champions-chess-tour-bleibt-als-qualifikationsturnier-fuer-den-esports-world-cup/
Die EWCF (Esports World Cup Foundation), der Organisator des “Esports World Cup”, hat Schach in die Reihe der beim E-World-Cup gespielten Spiele aufgenommen und bei dieser Gelegenheit eine mehrjährige Partnerschaft mit chess.com angekündigt – und mit Magnus Carlsen, der nun auch Esports-World-Cup-Botschafter ist.
In einer Reihe mit etwa Dota 2, League of Legends oder Counter Strike wird Schach 2025 beim “Esports World Cup” mit einem 1.500.000-Dollar-Turnier erstmals vertreten sein. Als Vehikel für die Qualifikation dient die Champions Chess Tour 2025, deren genaues Format noch nicht angekündigt ist. Laut EWCF wird es auch eine offene Qualifikation geben, bei der Amateure versuchen können, ein World-Cup-Ticket zu ziehen.
Den “Esports World Cup” gibt es seit dem vergangenen Jahr dank saudi-arabischen Geldes. Mit 60 Millionen Dollar war die Erstauflage in Saudi-Arabien dotiert. Auch der World Cup 2025 inklusive Schachwettbewerb wird in Riad stattfinden, Hauptstadt des Königreichs. “Sportswashing”, sagt dazu Paul Meyer-Dunker, Esport-Beauftragter des DSB, der einerseits die neue Perspektive für den Sport preist (Esport-Olympia), andererseits den Austragungsort als “bittersüß” empfindet.
Mehr dazu:
Die Champions Chess Tour bleibt – als Qualifikationsturnier für den Esports-World-Cup
Zitat von Conrad Schormann am 13. März 2025, 10:35 UhrWelche Organisationen welche Großmeister verpflichtet haben:
In den letzten Jahren hat Schach einen bemerkenswerten Aufschwung im E-Sport erlebt, insbesondere durch die Aufnahme von Schach in den Esports World Cup (EWC) 2025 mit einem Preisgeld von 1,5 Millionen US-Dollar. Dieser Trend hat dazu geführt, dass zahlreiche E-Sport-Organisationen renommierte Schachgroßmeister unter Vertrag genommen haben, um ihre Präsenz in diesem wachsenden Bereich zu stärken.
Team Liquid hat sich die Dienste von zwei der weltweit führenden Schachspieler gesichert: Magnus Carlsen, oft als einer der größten Schachspieler aller Zeiten bezeichnet, und Fabiano Caruana, ein mehrfacher US-Schachmeister und ehemaliger Weltmeisterschaftsfinalist.
Die ukrainische Organisation Natus Vincere (NAVI) hat ein starkes Trio verpflichtet: Nodirbek Abdusattorov, einen ehemaligen Schnellschach-Weltmeister, Wesley So, bekannt für seine konstanten Leistungen auf höchstem Niveau, und Oleksandr Bortnyk, einen Spezialisten im Blitzschach. fragster.de
Team Falcons aus Saudi-Arabien hat zwei prominente Spieler in ihre Reihen aufgenommen: Hikaru Nakamura, oft als "Speed Chess King" bezeichnet und bekannt für seine Dominanz im Schnellschach, sowie Alireza Firouzja, eines der vielversprechendsten Talente der Schachwelt. esportsinsider.com
Die französische Organisation Team Vitality hat den französischen Großmeister Maxime Vachier-Lagrave, einen ehemaligen Blitzschach-Weltmeister, unter Vertrag genommen. fragster.de+1dlh.net+1fragster.de+3reuters.com+3dlh.net+3
Aurora Gaming aus Serbien sicherte sich die Dienste von Ian Nepomniachtchi, einem ehemaligen Herausforderer um die Schachweltmeisterschaft und aktuellen Blitzschach-Weltmeister. ECharts+2dlh.net+2esportsinsider.com+2esportsinsider.com
Die chinesische Organisation LGD Gaming hat Ding Liren, den ehemaligen Schachweltmeister, verpflichtet, während Weibo Gaming den chinesischen Großmeister Wei Yi unter Vertrag genommen hat. Zudem hat All Gamers den russischen Großmeister Volodar Murzin in ihr Team aufgenommen. ECharts+2esportsinsider.com+2dlh.net+2
Schließlich hat die nordamerikanische Organisation Gen.G den indischen Großmeister Arjun Erigaisi verpflichtet, eines der aufstrebendsten Talente im internationalen Schach. esportsinsider.com
Diese Entwicklungen unterstreichen die wachsende Integration von Schach in den E-Sport-Bereich, wobei führende E-Sport-Organisationen die strategische Tiefe und Popularität des Schachs erkennen und nutzen.
Welche Organisationen welche Großmeister verpflichtet haben:
In den letzten Jahren hat Schach einen bemerkenswerten Aufschwung im E-Sport erlebt, insbesondere durch die Aufnahme von Schach in den Esports World Cup (EWC) 2025 mit einem Preisgeld von 1,5 Millionen US-Dollar. Dieser Trend hat dazu geführt, dass zahlreiche E-Sport-Organisationen renommierte Schachgroßmeister unter Vertrag genommen haben, um ihre Präsenz in diesem wachsenden Bereich zu stärken.
Team Liquid hat sich die Dienste von zwei der weltweit führenden Schachspieler gesichert: Magnus Carlsen, oft als einer der größten Schachspieler aller Zeiten bezeichnet, und Fabiano Caruana, ein mehrfacher US-Schachmeister und ehemaliger Weltmeisterschaftsfinalist.
Die ukrainische Organisation Natus Vincere (NAVI) hat ein starkes Trio verpflichtet: Nodirbek Abdusattorov, einen ehemaligen Schnellschach-Weltmeister, Wesley So, bekannt für seine konstanten Leistungen auf höchstem Niveau, und Oleksandr Bortnyk, einen Spezialisten im Blitzschach. fragster.de
Team Falcons aus Saudi-Arabien hat zwei prominente Spieler in ihre Reihen aufgenommen: Hikaru Nakamura, oft als "Speed Chess King" bezeichnet und bekannt für seine Dominanz im Schnellschach, sowie Alireza Firouzja, eines der vielversprechendsten Talente der Schachwelt. esportsinsider.com
Die französische Organisation Team Vitality hat den französischen Großmeister Maxime Vachier-Lagrave, einen ehemaligen Blitzschach-Weltmeister, unter Vertrag genommen. fragster.de+1dlh.net+1fragster.de+3reuters.com+3dlh.net+3
Aurora Gaming aus Serbien sicherte sich die Dienste von Ian Nepomniachtchi, einem ehemaligen Herausforderer um die Schachweltmeisterschaft und aktuellen Blitzschach-Weltmeister. ECharts+2dlh.net+2esportsinsider.com+2esportsinsider.com
Die chinesische Organisation LGD Gaming hat Ding Liren, den ehemaligen Schachweltmeister, verpflichtet, während Weibo Gaming den chinesischen Großmeister Wei Yi unter Vertrag genommen hat. Zudem hat All Gamers den russischen Großmeister Volodar Murzin in ihr Team aufgenommen. ECharts+2esportsinsider.com+2dlh.net+2
Schließlich hat die nordamerikanische Organisation Gen.G den indischen Großmeister Arjun Erigaisi verpflichtet, eines der aufstrebendsten Talente im internationalen Schach. esportsinsider.com
Diese Entwicklungen unterstreichen die wachsende Integration von Schach in den E-Sport-Bereich, wobei führende E-Sport-Organisationen die strategische Tiefe und Popularität des Schachs erkennen und nutzen.
Zitat von Conrad Schormann am 25. Juli 2025, 12:34 UhrMagnus Carlsen als Aushängeschild von Saudi-Arabiens E-Sport-Strategie
Die Sportschau schildert, wie Magnus Carlsen zunehmend zum Gesicht der Verflechtung von Schach, E-Sport und Saudi-Arabiens globalen Sportambitionen wird. Ende Juli 2025 tritt der 34-jährige Norweger beim Esports World Cup in Riad an – ein Event, das Schach erstmals neben Spielen wie Dota 2 und Counter-Strike ins Rampenlicht stellt. Veranstalter ist der saudische Staatsfonds PIF unter Leitung von Kronprinz Mohammed bin Salman, der das Turnier zu einem Prestigeprojekt mit weltweiter Reichweite macht.
Carlsen ist dabei nicht nur Spieler, sondern auch Botschafter des Wettbewerbs – und lässt sich offen in Saudi-Arabiens groß angelegte Sportoffensive einbinden, die Kritiker als Sportswashing werten. Sein Zitat aus der offiziellen Pressemitteilung, wonach diese Partnerschaft eine „unglaubliche Chance“ sei, Schach einem neuen Publikum zu erschließen und die nächste Generation zu inspirieren, unterstreicht, dass er die Zusammenarbeit als strategischen Schritt sieht.
Das Turnier in Riad ist mit 1,5 Millionen Euro Preisgeld dotiert – weniger als bei einer klassischen FIDE-WM, aber dort müssen sich die Spieler monatelang vorbereiten und wochenlang Marathonmatches bestreiten. In Saudi-Arabien winken die Gewinne an nur zwei Tagen. Diese Struktur erinnert an die Entwicklung im Golf, wo die von Saudi-Arabien finanzierte LIV-Tour die etablierten Serien unter Druck setzte und schließlich zur Fusion mit der PGA Tour führte.
Carlsen selbst setzt seit Jahren auf eigene Geschäftsmodelle, die den Schachsport von den traditionellen Strukturen lösen. Er ignoriert die klassische FIDE-Weltmeisterschaft seit zwei Jahren und konzentriert sich auf Formate wie Freestyle Chess (Schach960), das er mit dem deutschen Unternehmer Jan Henric Buettner vermarktet und zur Basis einer eigenen WM ausbauen will. Auch im Onlineschach profitiert er vom Boom, den er selbst befeuert hat, indem er Plattformen und digitale Angebote kommerziell ausbaut.
Mit der Partnerschaft in Saudi-Arabien verbindet Carlsen seine Vermarktungsstrategie mit den finanziellen Möglichkeiten eines Staates, der gezielt Sport als Teil seiner „Vision 2030“ einsetzt. Während Kritik an Carlsens Rolle bisher nur vereinzelt laut wird – etwa von St. Paulis linker Fangruppierung „Nord Support“, die von einem „Sündenfall“ sprach –, gilt das Engagement für viele Beobachter als weiterer Schritt, mit dem Saudi-Arabien nicht nur Fußball und Golf, sondern auch den Schachsport dauerhaft prägen könnte. Für die FIDE ist die Entwicklung heikel: Sie muss zusehen, wie ihr bedeutendster Spieler und größter Publikumsmagnet zunehmend außerhalb ihrer Strukturen agiert – und damit das Machtgefüge im Schach nachhaltig verändern könnte.
Magnus Carlsen als Aushängeschild von Saudi-Arabiens E-Sport-Strategie
Die Sportschau schildert, wie Magnus Carlsen zunehmend zum Gesicht der Verflechtung von Schach, E-Sport und Saudi-Arabiens globalen Sportambitionen wird. Ende Juli 2025 tritt der 34-jährige Norweger beim Esports World Cup in Riad an – ein Event, das Schach erstmals neben Spielen wie Dota 2 und Counter-Strike ins Rampenlicht stellt. Veranstalter ist der saudische Staatsfonds PIF unter Leitung von Kronprinz Mohammed bin Salman, der das Turnier zu einem Prestigeprojekt mit weltweiter Reichweite macht.
Carlsen ist dabei nicht nur Spieler, sondern auch Botschafter des Wettbewerbs – und lässt sich offen in Saudi-Arabiens groß angelegte Sportoffensive einbinden, die Kritiker als Sportswashing werten. Sein Zitat aus der offiziellen Pressemitteilung, wonach diese Partnerschaft eine „unglaubliche Chance“ sei, Schach einem neuen Publikum zu erschließen und die nächste Generation zu inspirieren, unterstreicht, dass er die Zusammenarbeit als strategischen Schritt sieht.
Das Turnier in Riad ist mit 1,5 Millionen Euro Preisgeld dotiert – weniger als bei einer klassischen FIDE-WM, aber dort müssen sich die Spieler monatelang vorbereiten und wochenlang Marathonmatches bestreiten. In Saudi-Arabien winken die Gewinne an nur zwei Tagen. Diese Struktur erinnert an die Entwicklung im Golf, wo die von Saudi-Arabien finanzierte LIV-Tour die etablierten Serien unter Druck setzte und schließlich zur Fusion mit der PGA Tour führte.
Carlsen selbst setzt seit Jahren auf eigene Geschäftsmodelle, die den Schachsport von den traditionellen Strukturen lösen. Er ignoriert die klassische FIDE-Weltmeisterschaft seit zwei Jahren und konzentriert sich auf Formate wie Freestyle Chess (Schach960), das er mit dem deutschen Unternehmer Jan Henric Buettner vermarktet und zur Basis einer eigenen WM ausbauen will. Auch im Onlineschach profitiert er vom Boom, den er selbst befeuert hat, indem er Plattformen und digitale Angebote kommerziell ausbaut.
Mit der Partnerschaft in Saudi-Arabien verbindet Carlsen seine Vermarktungsstrategie mit den finanziellen Möglichkeiten eines Staates, der gezielt Sport als Teil seiner „Vision 2030“ einsetzt. Während Kritik an Carlsens Rolle bisher nur vereinzelt laut wird – etwa von St. Paulis linker Fangruppierung „Nord Support“, die von einem „Sündenfall“ sprach –, gilt das Engagement für viele Beobachter als weiterer Schritt, mit dem Saudi-Arabien nicht nur Fußball und Golf, sondern auch den Schachsport dauerhaft prägen könnte. Für die FIDE ist die Entwicklung heikel: Sie muss zusehen, wie ihr bedeutendster Spieler und größter Publikumsmagnet zunehmend außerhalb ihrer Strukturen agiert – und damit das Machtgefüge im Schach nachhaltig verändern könnte.