Alireza Firouzja

Französischer Großmeister, geboren 2003 im Iran, seit 2021 französischer Staatsbürger. Jüngster Spieler jemals über 2800 Elo. Gilt als schwer in Mannschaftsstrukturen einzubinden: Der französische Verband FFE strich ihn im Mai 2026 aus dem Nationalkader, weil er sich nicht dauerhaft integrieren wollte.
Karriere
War Mitte 2023 mit über 2780 Elo der fast sichere Rating-Qualifikant fürs Kandidatenturnier 2024, verlor dann bei Norway Chess, Grand Swiss und Sinquefield Cup mehr als 30 Punkte, qualifizierte sich am Jahresende aber doch noch. Gewann im August 2024 den Sinquefield Cup und mit sechs Punkten aus neun Partien auch die Grand Chess Tour 2024; den Gesamtsieg samt 323.750 Dollar Zusatzpreisgeld bezeichnete er als den „schwierigsten Preis“ im Schach. Ließ 2026 den Sinquefield Cup aus, obwohl er in der Tourwertung noch dicht dran war, und entschied sich für den parallel laufenden Esports World Cup; damit schied er aus dem Rennen um den Toursieg aus. Sam Sevian rückte für ihn ins Feld von Saint Louis.
Die Chartres-Affäre 2023
Griff im Dezember 2023 kurzfristig nach der Kandidaten-Qualifikation: In seinem Heimatclub C’Chartres Echecs organisierte ihm sein Gönner Francois Gilles eine Serie von Mini-Matches gegen die ausgesuchten Gegner Sergey Fedorchuk, Andrei Shchekachev und Alexandre Dgebuadze, die er mit 5,5:0,5 gewann. Der Wettbewerb löste breite Schiebungsvorwürfe aus – Wesley So nannte ihn schmutzig, FIDE-Präsident Arkady Dvorkovich sprach von einer Verhöhnung des Wettbewerbsgedankens. Firouzja sagte daraufhin die Schnellschach- und Blitz-WM ab und gewann stattdessen zwischen den Jahren das Open in Rouen mit 7 aus 7, unter anderem gegen den kurzfristig gemeldeten Gata Kamsky und den 71-jährigen, ebenfalls aus dem Iran stammenden IM Kamran Shirazi. Damit lag er in der Live-Liste sieben Punkte vor Wesley So und war qualifiziert, selbst wenn die FIDE die Chartres-Partien nicht gewertet hätte.


