Freestyle Chess
Turnierformat und Sport-Franchise auf Basis der Schachvariante Schach960 mit ausgeloster Grundstellung, von Jan Henric Buettner entwickelt und gemeinsam mit Magnus Carlsen betrieben. Der Name entstand, weil Buettner die bis dahin gebräuchliche Bezeichnung Fischer Random für nicht vermarktbar hielt. Gilt als erstes klassisches Turnierformat für Schach960 auf Weltklasseniveau.
Gründung und Struktur
Startete im Februar 2024 mit der „Weissenhaus Freestyle Chess G.O.A.T. Challenge“, die Buettner danach offiziell zur „Freestyle Chess Grand Slam Tour“ ausbaute. Im März 2024 wurde daraus ein Sport-Franchise: Buettner gründete mit Carlsen als gleichberechtigtem Gesellschafter die Dachgesellschaft „MJ Formats“ und die Tochter „FCGST“ sowie den „Freestyle Chess Players Club“ mit der Aufnahmebedingung Elo über 2725 und internationaler Aktivität. Carlsen ist bei allen Turnieren sportlich als „G.O.A.T.“ gesetzt. Das Teilnehmerfeld gliedert sich in die Gruppen „Könige“ und „Buben“, ergänzt um eine eigene Wertung für Spielerinnen.
Stationen
Austragungsorte waren unter anderem Weissenhaus, Karlsruhe im Rahmen des Grenke-Schachfestivals und Paris; für 2025 kündigte Buettner weitere Stationen in den USA, Chile und Südafrika an. Beim Grand Slam in Paris 2025 zog sich Hans Niemann kurzfristig und ohne klare Erklärung zurück, Nodirbek Abdusattorov rückte als Ersatz nach.
Führungswechsel 2026
Gab Jan Henric Buettner 2026 die operative Führung ab, um für die FIDE-Präsidentschaft zu kandidieren; Nachfolger wurde Andreas Walker. Buettner räumte ein, das Format einer glitzernden, exklusiven Elitetour über die Kontinente habe nicht so funktioniert wie gedacht, und beschrieb die Übergabe als sanfte Landung statt Abwicklung. Kontinuität soll die jährliche Freestyle-WM samt Qualifikationszyklus sichern; die WM-Turniere 2027 in Weissenhaus sind fest terminiert, drumherum ist ein noch unveröffentlichtes Konzept in Arbeit.
Verhältnis zur FIDE
Die FIDE drohte im Dezember 2024 Freestyle-Spielern mit Ausschluss aus ihren Turnieren, was fast zum Boykott der Rapid- und Blitz-WM durch Magnus Carlsen und Hikaru Nakamura geführt hätte. Buettner vermittelte gemeinsam mit Chess.com-Chef Daniel Rensch zwischen beiden Seiten; Ergebnis war eine öffentlich verkündete „friedliche Koexistenz“, deren Formulierung FIDE-Präsident Arkady Dvorkovich hinterher als nicht mit ihm abgestimmt kritisierte.


