Bundesliga: Saisonfinale im Oktober in Berlin / NRW: Saisonfinale sofort

Die Schachbundesliga plant, ihre aus der Saison 2019/21 ausstehenden sieben Runden im Oktober in Berlin zu spielen. Das haben gemäß einer Mitteilung auf der Website der Solinger SG die Vereine bei ihrer online abgehaltenen außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen. Ein Abbruch der Saison, wie ihn unlängst Jürgen Kohlstädt angeregt hatte, steht offenbar nicht mehr zur Debatte.

Gespielt werden soll vom 13. bis 17. Oktober im früheren Maritim-Hotel an der Stauffenbergstraße, das jetzt als „Hotel Berlin Central District“ zur Marriott-Gruppe gehört. Das Kongresshotel war schon Schauplatz von Bundesliga-(End)runden, einst wie jetzt organisiert von den Schachfreunden Berlin, speziell von Rainer Polzin, Lars Thiede und Jörg Schulz.

Der Schachbund NRW hat derweil beschlossen, die verbleibenden zwei Spieltage der NRW-Ligen- und -Klassen an den beiden kommenden Wochenenden anzusetzen. Das entnehmen wir einem kritischen Beitrag auf der Website des SC Rochade Emsdetten:

Autor Achim Müller findet darin scharfe Worte: „Die … Verantwortlichen haben entweder überhaupt nicht oder zu kurz gedacht. Oder sie verfolgen mit diesem Beschluss Partikularinteressen, die ich nicht kenne.“ Obendrein habe der Spielleiter kein Meinungsbild derjenigen eingeholt, die nun an den Brettern sitzen sollen.

Müller prophezeit einige 0:0- oder 8:0-Ergebnisse: „Spieler sind in den vergangenen 15 Monaten verzogen, verstorben, sind nicht oder nur teilgeimpft, scheuen das aktuell immer noch bzw. wieder vorhandene Risiko, siehe auch die Deltavariante und die damit verbundenen Verhältnisse in England, Portugal oder Russland. Oder wollen grundsätzlich nicht mehr spielen. Teams, die weder auf- noch absteigen können, werden im Zweifel absagen und kampflos verlieren.“

Während Müller seinen Funktionären mitteilt, sie müssten ihn nun wegen seiner kritischen Beiträge nicht mehr anrufen, weil kein weiterer zu erwarten sei, wäre Thomas Schlagheck vom SK Münster 32 froh, es würde sich jemand vom Schachbund NRW bei ihm melden: „Mehrfach habe ich den NRW-Spielleiter und den Präsidenten gebeten, in Vertretung für unsere zweite Mannschaft an der online-Infoveranstaltung teilnehmen zu dürfen. Reaktion von beiden : null“, schreibt Schlagheck auf der Seite seines Vereins und beklagt einen „totalitären Führungsstil“.

(Update, 21. Juni: Den Beitrag aus Münster haben wir nachträglich in diesen Artikel eingearbeitet.)

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