Rochade
Die Rochade ist ein Sonderzug, bei dem König und Turm gleichzeitig ziehen. Sie ist der einzige Zug im Schach, bei dem eine Seite zwei Figuren auf einmal bewegt – deshalb heißt sie auch Doppelzug; in Kreuzworträtseln wird sie als „Doppelzug beim Schach“ gesucht. Das Verb dazu lautet rochieren.
So geht die Rochade
Bei der kurzen Rochade zieht der König zwei Felder Richtung Königsturm, der Turm springt über ihn auf das Feld daneben: Weiß stellt den König von e1 nach g1, den Turm von h1 nach f1. Bei der langen Rochade geht es zur anderen Seite: König von e1 nach c1, Turm von a1 nach d1. Schwarz rochiert entsprechend auf der achten Reihe.
Notiert wird die kurze Rochade als 0-0, die lange als 0-0-0.
Wann sie erlaubt ist
Rochieren darf nur, wessen König und betreffender Turm noch nicht gezogen haben. Zwischen beiden müssen alle Felder frei sein. Der König darf nicht im Schach stehen, kein Feld überqueren, das der Gegner angreift, und nicht ins Schach ziehen. Ist eine dieser Bedingungen verletzt, ist die Rochade verboten – vorübergehend oder, wenn König oder Turm schon gezogen haben, für den Rest der Partie.
Wozu sie dient
Die Rochade bringt den König aus der Mitte in Sicherheit hinter eine Bauernreihe und den Turm zugleich ins Spiel. Deshalb rochieren die meisten Spieler früh in der Partie, oft schon in der Eröffnung.
Geschichte
In ihrer heutigen Form gibt es die Rochade erst seit etwa 1550. Beim ersten Superturnier der Geschichte, Madrid 1575, rochierten die Meister noch selten – offenbar galt der neue Zug als Tempoverlust.
Schach ohne Rochade
Ende 2019 warb Exweltmeister Vladimir Kramnik mit Hilfe von AlphaZero für eine Schachvariante ohne Rochade: Ohne den sicheren Königsflügel sollten Partien schärfer und weniger remislastig werden. Das Dortmunder Schachfestival gab der Idee eine Bühne, 2021 mit einem Match zwischen Kramnik und Viswanathan Anand und einer Zusammenarbeit mit Googles DeepMind (Schach ohne Rochade – neues, altes Spiel).
Durchgesetzt hat sich die Variante nicht. 2024 strich Dortmund das Supergroßmeisterturnier ohne Rochade wieder – die Perlen nannten es einen spannenden, letztlich erfolglosen Versuch.
Dass es auch im normalen Schach ohne geht, zeigte Alexander Donchenko 2021 beim Open in Krakau: Er ließ den König immer wieder in der Mitte und griff mit den Bauern an – „Der Rochade-Verweigerer“.
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