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DSB-Kongress 2025

https://www.schachbund.de/bundeskongress-2025.html

Das Präsidium tritt geschlossen zur Wiederwahl an. Gegenkandidat:innen haben sich noch nicht offenbart.

Anträge, Stand jetzt:

Anträge

Antragsteller/-in Thema Ordnung
Jürgen Dammann
(Referent für Datenverarbeitung)
Namensänderung von Datenverarbeitung in Mitgliederverwaltung
Wiedereinführung Kommission Mitgliederverwaltung
Satzung
Jürgen Dammann
(Referent für Datenverarbeitung)
Einführung einer Spielgenehmigungsordnung Ordnungen
Carsten Karthaus
(Präsident Schachverband Württemberg)
Antrag zu Abstimmungen Geschäftsordnung
Carsten Karthaus
(Präsident Schachverband Württemberg)
Antrag zum Rederecht Geschäftsordnung
Nadja Jussupow
(Referentin für Frauenschach)
Fahrtkostenausgleich Turnierordnung
Jürgen Dammann
(Referent für Datenverarbeitung)
Spielgenehmigung Turnierordnung
Carsten Karthaus
(Präsident Schachverband Württemberg)
Vielfältigere Mannschaften in der 2. Bundesliga Turnierordnung

Frauenpflicht in der 2. Bundesliga?

Geraldine Hertneck, Leistungssportereferentin des Deutschen Schachbunds, lässt sich als solche abbilden - und führt dann aus, was ernstzunehmen ist und was nicht. 

Frauenbrett in der 2. Schachbundesliga – ein Irrweg!

Hertneck kritisiert den Antrag, ab 2027 in der 2. Bundesliga eine Frau pro Mannschaft verpflichtend einzusetzen, als unausgereift und realitätsfern. Die Begründung des Antrags hält er für oberflächlich: Der Frauenanteil im Schach sei seit Jahrzehnten niedrig, ein Pflichtbrett werde daran kaum etwas ändern. Vielmehr führe der Leistungsunterschied zu sportlichen Nachteilen, die Vereine müssten teure, schwer verfügbare Spielerinnen verpflichten, um kampflose Partien zu vermeiden. Der Antrag verursache hohe Kosten, organisatorischen Mehraufwand und sei nicht mit den Vereinen abgestimmt. Hertneck lehnt die Regelung nicht ab, weil er gegen Frauen im Schach ist, sondern weil er den Zwang für kontraproduktiv hält. Frauenförderung ja – aber nicht auf diesem Weg.

Die lange Liste der Anträge zum DSB-Kongress spricht für sich; sie zeigt, was die Leute relevant finden, in deren Händen der Spitzenverband unseres Sports liegt. Super-Idee, über diesen Verband zum Jubiläum ein Buch zu veröffentlichen. "Ausrichterordnung, Spielgenehmigungsordnung, Protokollverfügbarkeit - 150 Jahre Schachverwaltung" wird bestimmt ein Beststeller. 

Interessant ist, dass nun offenbar Teile der Schachjugend versuchen, den verkrusteten Laden mit Leben zu füllen. Jannik Kiesel kandidiert für den Job, der eigentlich der wichtigste wäre, um den DSB ins 21. Jahrhundert und in Richtung eines relevanten Spitzenverbands des Sports zu überführen: Vizepräsident Verbandsentwicklung. Seitdem sich  vor sechs Jahren Walter Rädler zurückgezogen hat, ist das Amt zwar besetzt, aber von Entwicklung keine Spur, aktuell sogar eher das Gegenteil.

Bemerkenswert: Kiesel bringt drei Leute mit. Dominik Wieber kandidiert als Referent für Breitensport und Lea Brandl als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, ein seit vielen Jahren verwaistes Amt, was auch damit zusammenhängt, dass ebenso wie bei der Vizepräsidentschaft Verbandsentwicklung die Schachverwalter:innen nicht begreifen, wofür das gut ist und welche Weichen dort gestellt werden können und sollten. Wieber und Brandl haben ihre Kandidatur mit der von Kiesel verknüpft - ebenso wie Tobias Brunner, der als Mitglied der Kommission Breiten- und Freizeitsport kandidiert.

Gibt es am Ende doch Hoffnung?

Bundeskongress 2025

31. Mai/1. Juni 2025 in Paderborn | Hotel Vivendi, Balhorner Feld 11, 33106 Paderborn

Termin Berichte/Anträge: 17.04.2025
Meldeschluß Teilnahme: 21.04.2025

Die Anmeldung für die Teilnahme am Kongress ist geschlossen.

Berichte

Anträge

Antragsteller/-in Thema Ordnung
Jürgen Dammann
(Referent für Datenverarbeitung)
Namensänderung von Datenverarbeitung in Mitgliederverwaltung
Wiedereinführung Kommission Mitgliederverwaltung
Satzung
Carsten Karthaus
(Präsident Schachverband Württemberg)
Bundeskongresse auch im dritten Quartal Satzung
Andreas Filmann
(Präsident Hessischer Schachverband)
Bundeskongress 2027 im dritten Quartal Satzung
Carsten Karthaus
(Präsident Schachverband Württemberg)
Änderung Grundsätze, Gleichstellung Satzung
Andreas Filmann
(Präsident Hessischer Schachverband)
Protokollverfügbarkeit und -fristen Satzung
Carsten Karthaus
(Präsident Schachverband Württemberg)
Geschlechtervielfalt Delegierte Satzung
Carsten Karthaus
(Präsident Schachverband Württemberg)
Grundsätze, Vielfalt Satzung
Andreas Filmann
(Präsident Hessischer Schachverband)
Änderung des §13 der Satzung Satzung
Andreas Filmann
(Präsident Hessischer Schachverband)
Mitglieder des Schiedsgerichts bleiben in den Rechtssachen tätig Satzung
Andreas Filmann
(Präsident Hessischer Schachverband)
Antragsgebühr Satzung
Guido Springer (Vizepräsident Verbandsentwicklung) Safe Sport Code Ordnung, Satzung
Guido Springer (Vizepräsident Verbandsentwicklung) Änderung der "Nein"-Stimmen Satzung
Ingrid Lauterbach (Präsidentin) Einführung Vizepräsident Digitales und Sicherheit Satzung
Jürgen Dammann
(Referent für Datenverarbeitung)
Einführung einer Spielgenehmigungsordnung Ordnungen
Nadja Jussupow
(Referentin für Frauenschach)
Einführung einer Ausrichterordnung Ordnungen
Carsten Karthaus
(Präsident Schachverband Württemberg)
Antrag zu Abstimmungen Geschäftsordnung
Carsten Karthaus
(Präsident Schachverband Württemberg)
Antrag zum Rederecht Geschäftsordnung
Gerald Hertneck
(Referent für Leistungssport)
Neuregelung der Spielberechtigung in der 2. Bundesliga Turnierordnung
Nadja Jussupow
(Referentin für Frauenschach)
Fahrtkostenausgleich Turnierordnung
Jürgen Dammann
(Referent für Datenverarbeitung)
Spielgenehmigung Turnierordnung
Carsten Karthaus
(Präsident Schachverband Württemberg)
Vielfältigere Mannschaften in der 2. Bundesliga Turnierordnung
Ralf Chadt-Rausch
(Präsident Schachbund Nordrhein-Westfalen)
Streichung der Deutschen Pokal-Einzelmeisterschaft Turnierordnung
Nadja Jussupow
(Referentin für Frauenschach)
Einführung eines öffentlichen Ausschreibungsprozesses Turnierordnung
Wolfgang Block
(Referent für Seniorenschach)
Startgelderhöhung DSenMMdLV Turnierordnung
Carsten Karthaus
(Präsident Schachverband Württemberg)
Berechnung der Kontigente für fusionierende Landesverbände Turnierordnung
Claudia Meffert
(Präsidentin Landesschachverband Sachsen-Anhalt)
Trennung von Mitgliedschaft und Spielberechtigung Mitgliederverwaltungsordnung
Alexander von Gleich (Vizepräsident Finanzen) und Finn Petersen (1.Vorsitzender DSJ) Änderung §9 und 10 der Finanzordnung Finanzordnung
Thomas Strobl (Bundesrechtsberater) Verfahrenskosten für das Schiedsgericht und das Bundesturniergericht Finanzordnung
Nadja Jussupow
(Referentin für Frauenschach)
Etat für „Allgemeine
Förderung des Frauenschachs“
Haushalt
Carsten Karthaus
(Präsident Schachverband Württemberg)
Erhebung einer Umlage Haushalt
Carsten Karthaus
(Präsident Schachverband Württemberg)
Einführung einer Ausbildungskostenerstattung Sonstiges
Präsidium Landesschachverband Sachsen-Anhalt Lösungsvorschläge für Einordnung verschiedener Geschlechter Sonstiges

Kandidatinnen und Kandidaten

Posten Amtsinhaber Kandidat Kandidat
Präsidentin Ingrid Lauterbach Ingrid Lauterbach   
Vizepräsident Finanzen Alexander von Gleich (komm.) Alexander von Gleich   
Vizepräsident Sport Jürgen Klüners Jürgen Klüners   
Vizepräsident Verbandsentwicklung Guido Springer Guido Springer  Jannik Kiesel 
(Bewerbung)
Referent für Ausbildung Heiko Spaan Bernd Kelemen   
Referent für Breiten- und Freizeitsport Dominik Wieber 
(Bewerbung)
 
Bundesrechtsberater Thomas Strobl Thomas Strobl   
Bundesturnierdirektor Michael Rütten Michael Rütten   
Referent für Datenverarbeitung Jürgen Dammann Jürgen Dammann   
Referentin für Frauenschach Nadja Jussupow Nadja Jussupow   
Referent für Inklusion Gert Schulz Gert Schulz   
Referent für Leistungssport Gerald Hertneck Gerald Hertneck   
Referent für Öffentlichkeitsarbeit Lea Brandl 
(Bewerbung)
 
Schiedsrichter-Obmann Jürgen Kohlstädt Frank Jäger   
Referent für Seniorenschach Wolfgang Block Wolfgang Fiedler   
Referent für Wertungen Rainer Blanquett Rainer Blanquett   
Referent für Onlineschach Christian Kuhn    
Anti-Cheating-Officer Klaus Deventer Klaus Deventer   
FIDE-Rating-Officer Andreas Klein Andreas Klein   
Mitglied Gemeinsame Kommission DSJ und DSB Diana Skibbe    
Mitglied Kommission Leistungssport Tatjana Melamed Tatjana Melamed   
Mitglied Kommission Leistungssport Alisa Frey Alisa Frey   
Mitglied Kommission Breiten- und Freizeitsport Olaf Sill Olaf Sill   
Mitglied Kommission Breiten- und Freizeitsport Tobias Brunner 
(Bewerbung)
 
Mitglied Kommission Wertungen Birgit Schneider Birgit Schneider   
Mitglied Kommission Wertungen Olaf Kreuchauf Olaf Kreuchauf   
Mitglied Kommission Wertungen Claus Kuhlemann (komm.) ** Claus Kuhlemann   
Schiedsrichterkommission | Mitglied Michael Weber Michael Weber   
Schiedsrichterkommission | Mitglied Frank Jäger Jürgen Kohlstädt   
Schiedsrichterkommission | Mitglied Thomas Wiedmann Thomas Wiedmann   
Schiedsgericht | Vorsitzender Norbert Sprotte    
Schiedsgericht | Stellv. Vorsitzender Rainer Oechslein Rainer Oechslein *  
Schiedsgericht | Beisitzer Dennis Bastian Dennis Bastian   
Schiedsgericht | Beisitzer Michael Busse Michael Busse   
Schiedsgericht | Stellv. Beisitzer Andreas Filmann Andreas Filmann   
Schiedsgericht | Stellv. Beisitzer Peter Ziegler Peter Ziegler   
Schiedsgericht | Sachverst. Beisitzer Matias Jolowicz    
Schiedsgericht | Stellv. Sachverst. Beisitzer    
Bundesturniergericht | Vorsitzender Thomas Falk    
Bundesturniergericht | Stellv. Vorsitzender    
Bundesturniergericht | Beisitzer Dirk Rütemann    
Bundesturniergericht | Beisitzer Peter Anderberg    
Bundesturniergericht | Stellv. Beisitzer Dieter Braun Dieter Braun   
Bundesturniergericht | Stellv. Beisitzer Holger Bergmann Holger Bergmann   
Rechnungsprüferin Viktoria Hauck    
Rechnungsprüfer Ingo Thorn    
Rechnungsprüfer | Stellvertreter Ralf Chadt-Rausch    

Die Namen von Amtsinhabern, die nicht mehr kandidieren, werden rot geschrieben. Unbesetzte Ämter werden mit  markiert.

* Rainer Oechslein tritt unter Vorbehalt an.
** Stefan Herkströter stand bis zum 10.04.2025 irrtümlich in unserer Tabelle. Claus Kuhlemann wurde vom Präsidium kommissarisch ins Amt berufen, nachdem Stefan Herkströter zurückgetreten war.
*** Carsten Schmidt hat am 28.04.2025 seine Kandidatur als Ausbildungsreferent zurückgezogen.

Quelle: DSB, 9. Mai 2025

Beim Bundeskongress des Deutschen Schachbundes (31. Mai / 1. Juni in Paderborn) kommt es zu einer Kampfabstimmung um das Präsidentenamt: Paul Meyer-Dunker, Präsident des Berliner Schachverbands, tritt gegen die Amtsinhaberin Ingrid Lauterbach an.

Meyer-Dunker verzichtet bewusst auf Wahlkampfgetöse: Wer Fragen habe, solle ihn direkt ansprechen. Inhaltlich betont er wirtschaftliche Vernunft und sportliche Weiterentwicklung – beides habe der Berliner Verband unter seiner Führung erfolgreich verbunden. Auf Bundesebene will er für ein Arbeitsumfeld sorgen, in dem Haupt- und Ehrenamt wieder mit Freude agieren können.

Lauterbach hingegen setzt auf Kontinuität. Der DSB habe unter ihrer Leitung finanzielle Stabilität erreicht. Im Jahr 2024 wurde ein Überschuss von rund 187.000 Euro erwirtschaftet – statt des eingeplanten Verlusts von 15.000 Euro. Sie verweist auf Erfolge wie die DEM in München und die Endrunde der Bundesliga in Deggendorf und kündigt an, den eingeschlagenen Kurs fortzusetzen.

Neben dem Präsidentschaftsduell stehen weitere Wahlen an. Jannik Kiesel bewirbt sich als Vizepräsident für Verbandsentwicklung gegen Guido Springer. Zusätzlich soll ein neues Amt für „Digitales und Sicherheit“ geschaffen werden.

Inhaltlich liegen auch strukturpolitische Anträge vor – etwa von Carsten Karthaus, der für eine Frauenquote in der 2. Bundesliga und eine Ausbildungsentschädigung für Jugendförderung plädiert.

Die Versammlung wird live auf SchachdeutschlandTV übertragen.

Kernaussagen von Jannik Kiesel im Interview mit schachkicker.de
Quelle: Walter Rädler, schachkicker.de, 9. Mai 2025

  • Kandidatur für den DSB-Vizeposten:
    Jannik Kiesel (24), Vorstandsmitglied der Deutschen Schachjugend (DSJ), bewirbt sich für das Amt des DSB-Vizepräsidenten für Verbandsentwicklung. Er bringt zwei weitere Kandidaten für vakante Referentenstellen mit – Lea Brandl (Öffentlichkeitsarbeit) und Dominik Wieber (Breiten- und Freizeitschach).

  • Ziele im Amt:
    Kiesel will den Fokus stärker auf Breitenschach, Vereinsförderung und neue Veranstaltungsformate legen. Die Wiederbelebung der Bundesvereinskonferenz und eine digitale Vortragsreihe gehören zu seinen konkreten Plänen. Er betont die Bedeutung von Wissenstransfer, Austausch und Vernetzung über klassische Turniere hinaus.

  • Online-Schach als Potenzial:
    Kiesel sieht in den vielen Online-Schachfans eine große Zielgruppe. Er will sie durch hybride Formate, digitale Angebote und Social-Media-Kampagnen ansprechen und für den Vereinsbereich gewinnen. Kooperationen mit Streamern und Youtubern sind Teil seiner Strategie.

  • Hintergrund und Motivation:
    Der Wirtschaftsinformatik- und Psychologiestudent schreibt eine Masterarbeit über Change Management in Sportvereinen. Er möchte sein Engagement über den Jugendbereich hinaus auf den DSB ausweiten. Ihm geht es besonders um Mitgliederbindung und nachhaltige Entwicklung.

  • Persönliche Situation:
    Aktiv spielt er nur noch gelegentlich Turniere, weil er sich auf seine Funktionärsarbeit konzentriert. Im Verein ist er weiter als Trainer und Spieler aktiv.

Kiesel steht für einen zukunftsorientierten Ansatz im DSB, der Digitalisierung, Vereinsentwicklung und ehrenamtliches Engagement in den Mittelpunkt stellt.

Die beiden Kandidaten für das Amt des DSB-Präsidenten, Ingrid Lauterbach und Paul Meyer-Dunker, haben im Schachkicker jeweils zehn Fragen zu ihren Zielen, Positionen und zur Zukunft des deutschen Schachbunds beantwortet. Dabei zeigen sich Unterschiede vor allem im Stil und bei den Schwerpunkten: Lauterbach betont die finanzielle Konsolidierung und strategische Planung, Meyer-Dunker fordert mehr Investitionen in Nachwuchs und Ehrenamt sowie neue Wege in der Mitgliedergewinnung. Einig sind sich beide bei der Bedeutung von Schulschach, bei der Ablehnung der vielen Satzungsanträge und beim Ziel, die 100.000-Mitglieder-Marke zu knacken. In der Frauenförderung setzen sie unterschiedliche Akzente. Auch im Umgang mit der FIDE gibt es Differenzen: Während Lauterbach für einen pragmatischen Kurs plädiert, lehnt Meyer-Dunker FIDE-Präsident Dvorkovich klar ab.


Quelle: Schachkicker, 10 Fragen an die Kandidaten