Frederik Svane

Foto: Stev Bonhage/DSB

Deutscher Großmeister und Nationalspieler, jüngerer Bruder von Rasmus Svane. Europameisterschafts-Zweiter 2025 und Einzel-Olympiasieger am fünften Brett 2024. Bundestrainer Jan Gustafsson beschrieb die Brüder trotz gleichen Elternhauses und gleichen ersten Trainers – Sergej Salov – als in Stil und Herangehensweise grundverschieden; sie arbeiten auch nicht besonders viel zusammen. Betont, erst mit 13 Jahren richtig zu trainieren begonnen zu haben.

Karriere

Kam über den älteren Bruder zum Schach: Den Trainingseinheiten, die Sergej Salov mit Rasmus Svane am Küchentisch abhielt, sah er bereits als Zwei- und Dreijähriger zu; später trainierte er selbst bei Salov in Lübeck.

Zeigte beim Grand Swiss 2023 mit 5,5 aus 11 und einer 2668-Performance seine Konkurrenzfähigkeit auf diesem Niveau, unter anderem mit einem vielbeachteten Schwarzsieg über Tschechiens Nummer eins David Navara. Reiste anschließend zur Mannschafts-EM 2023, ohne im Team zu stehen: Als deutsche Nummer sechs war er der Leidtragende einer Konstellation, in der drei etwa gleichwertige Spieler um zwei Plätze konkurrierten. Auf Vorschlag von Jan Gustafsson fuhr er als Sekundant mit; die deutsche Delegation machte diese „Geheimwaffe“ erst am letzten Spieltag öffentlich.

Gewann Bronze bei der Europameisterschaft 2024 und bei der Schacholympiade in Budapest im selben Jahr mit 8 aus 9 und einer Performance knapp unter 2800 Einzelgold am fünften Brett; er stieg dadurch im Herbst 2024 zeitweise zur deutschen Nummer zwei auf. Individuelle Statistik bedeute ihm im Mannschaftskontext wenig, sagte er anschließend – es nage an ihm, dass das Team als Siebter nicht wie erhofft gegen die stärksten Nationen habe antreten können.

Erreichte im Mai 2025 mit 2671 Elo Rang 52 der Weltrangliste, seinen bis dahin höchsten Wert, und wurde bei der Europameisterschaft 2025 Zweiter – ein Schlussrundensieg gegen Daniil Yuffa brachte ihn punktgleich mit Matthias Blübaum, hinter dem er nach Buchholzwertung Silber holte. War von Januar bis April 2026 gemeinsam mit Dmitrij Kollars Sekundant für WM-Kandidat Blübaum und gewann im Mai 2026 das Sardinia World Chess Festival mit einer Performance über 2700. Trat im September 2026 mit der Nationalmannschaft bei der Schacholympiade in Samarkand an, wo zeitgleich sein früherer Trainer Salov das deutsche Para-Team anführte.

Der Dennis-Wagner-Fluch

Unterlag bei der Deutschen Einzelmeisterschaft zweimal – 2023 und 2025 – in der ersten Runde gegen Dennis Wagner; im Chessbase-Interview nannte er das scherzhaft den „Dennis-Wagner-Fluch“. 2025 kam er trotz der Auftaktniederlage noch auf Platz vier.