David Navara

Tschechischer Großmeister, geboren am 27. März 1985 in Prag. Hält mit 13 nationalen Meistertiteln den tschechischen Rekord, Elo-Bestwert 2751. Wurde durch Vladimir Kramniks Cheating-Vorwürfe zu einer zentralen Figur der Debatte um deren Folgen, nachdem er 2025 öffentlich beschrieb, darunter psychisch schwer gelitten zu haben.

Karriere

Wurde von Josef Pribyl trainiert, dessen Endspielwissen er besonders schätzt; weitere prägende Trainer waren Ludek Pachman und Igor Stohl, zuletzt vor allem Pentala Harikrishna. Verlor beim Grand Swiss 2023 die Auftaktpartie gegen Niclas Huschenbeth – für diesen die Revanche für das World-Cup-Aus – und im weiteren Verlauf auch gegen Frederik Svane. Spielt seit der Saison 2025/26 für die SG Solingen. Deutete 2024 in einem Interview für den SC Viernheim an, dass sein knappes Budget beim Zweitligisten SV Mülheim-Nord regelmäßige Aufstellungsprobleme verursache – kurz darauf zog sich der Bundesligist SC Ötigheim aus Geldmangel ganz aus der Liga zurück.

Kramnik-Klage

Veröffentlichte im Mai 2025 einen offenen Brief unter dem Titel „Because we care“, in dem er beschrieb, unter Vladimir Kramniks Vorwürfen psychisch stark gelitten, Depressionen entwickelt und zeitweise Suizidgedanken gehabt zu haben; professionelle Hilfe bei Psychiater und Psychotherapeut nahm er in Anspruch. Kramnik verklagte ihn daraufhin im Juni 2025 gemeinsam mit chess.com und chessdom wegen Verleumdung – der Vorgang wurde zum zentralen Bestandteil des späteren FIDE-Verfahrens gegen Kramnik, das im Juli 2026 mit einer zweijährigen Sperre endete.

Persönliches

Sagte 2025 im Gespräch mit Sagar Shah von ChessBase India, wahrscheinlich das Asperger-Syndrom zu haben – typisch für leicht exzentrische Genies, wie er es beschrieb, ohne sich selbst als Genie zu bezeichnen. Schloss 2010 ein Logikstudium an der Prager Karls-Universität ab, was seiner Ansicht nach größeren Schacherfolgen im Weg gestanden habe. Schrieb mit Jan Markos das Buch „The Secret Ingredient“ und 2024 „My Chess World“.