Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Computerschach

Kasparovs Sieg von 1995 war der Anfang vom Ende der menschlichen Überlegenheit

Quelle: The Spectator – „Welcome to the age of centaurs", 9. Oktober 2026, Sean Thomas

Garry Kasparov gewann 1995 seine Titelverteidigung gegen Viswanathan Anand mit einem Zug, den er zuvor gemeinsam mit seinen Computern vorbereitet hatte. Niemand empfand das als Betrug – es war die Geburtsstunde des „Centaur Chess", der Partnerschaft aus Mensch und Maschine. Das kommentiert Sean Thomas anhand der Erzählung seines Freundes Liam, eines früheren Spitzenschachspielers.

Diese Partnerschaft habe nur rund fünfzehn Jahre gehalten. Dann seien die Schachengines so stark geworden, dass menschlicher Rat überflüssig wurde – ein Großmeister neben der Maschine sei seitdem wie ein greiser Beifahrer in einem Formel-1-Wagen.

Die Mathematik als Warnung

Als Vorbote dessen, was anderen Berufen bevorstehe, gelte die Mathematik: OpenAI-Modelle hätten das Millennium-Problem Navier-Stokes gelöst und Hunderte neuer Arbeiten veröffentlicht. Mathematiker, die die Firmen baten, ihre Modelle nicht länger an ungelösten Problemen zu testen, seien in sozialen Netzwerken mit Luddismus-Vorwürfen überzogen worden.

Werbung

Dass Schach trotz überlegener Maschinen weiterhin Zuschauer finde, sei kein Widerspruch: Sport lebe von Nerven, Uhr und Drama, nicht von der objektiv besten Leistung. Diese emotionale Bindung gebe es bei rein kognitiver Arbeit nicht – niemandem sei wichtig, ob der Steuerberater schwitze oder ein Drehbuch von einer KI stamme. Kentauren seien in der Mythologie keine weisen Wesen gewesen, sondern chaotisch und gefährlich.

Automatisch generierter Beitrag