Hikaru Nakamura
US-amerikanischer Großmeister, fünffacher US-Meister und Schach960-Weltmeister 2022. Neben seiner Karriere am Brett einer der reichweitenstärksten Schach-Streamer; sagte 2024, er und Levy Rozman verdienten mit ihrer Schacharbeit wahrscheinlich mehr als Magnus Carlsen, und Nakamura-TV zahle jährlich einen sechsstelligen Betrag an Mitarbeiter. Vertritt öffentlich die These, klassisches Schach sei auf Elitelevel im Niedergang und werde binnen 10 bis 15 Jahren vom Schnellschach abgelöst – auf Amateurniveau bleibe es großartig.
Karriere
Sollte vom 28. November bis 3. Dezember 2023 in Las Vegas ein Zwölf-Partien-Match gegen Magnus Carlsen spielen, am Rande von Ludwig Ahgrens Schachbox-Spektakel – 45-Minuten-Partien, abwechselnd Schach960 und klassisches Schach. Das mehrfach verschobene Duell platzte mit der Absage des Ahgren-Events; Nakamura zeigte sich sehr enttäuscht, schloss einen neuen Anlauf aber nicht aus.
Wurde im November 2023 beim Grand Swiss mit 8 aus 11 Zweiter und qualifizierte sich damit fürs Kandidatenturnier 2024, in der ersten Runde war er gegen Rasmus Svane haarscharf einer Niederlage entgangen. Verzichtete 2025 auf Grand Swiss und World Cup und plante, sich die fürs Rating nötigen 40 Saisonpartien über kleinere US-Turniere zu erspielen; gehörte deshalb im August 2025 nicht zum Viernheimer Kader für das Saisonfinale. Nahm 2026 am Kandidatenturnier auf Zypern teil und verlor dort gegen Javokhir Sindarov, nachdem er für einen einzigen Zug 67 Minuten bedacht hatte. Wird seit 2026 nicht mehr von Niclas Huschenbeth sekundiert, der ihn seit 2018 unterstützt hatte.
Verhältnis zur FIDE
Offenbarte im Februar 2024 gegenüber der FAZ, die FIDE habe Magnus Carlsen mit einem in letzter Minute geänderten Modus – abwechselnd klassische und Schnellpartien – zur Teilnahme am Kandidatenturnier 2024 bewegen wollen; erst nach Carlsens Absage im Januar sei der Modus final gewesen. Klärte nach eigener Aussage mit Arkady Dvorkovich, dass er seine Kandidatenturnier-Partien abends auf eigenen Kanälen zeigen dürfe – sonst hätte er nicht teilgenommen.
Machte im Dezember 2024 kurz vor der Rapid- und Blitz-WM in New York publik, dass die FIDE Freestyle-Spielern mit Ausschluss aus ihren Turnieren gedroht habe, stand deswegen kurz vor einem Boykott der WM und sprach sich für eine Gewerkschaft der 20 besten Spieler aus. Seine Qualifikation fürs Kandidatenturnier 2026 stand im März 2026 in der Kritik, weil ein entscheidendes Turnier – das Maritime Chess Festival – möglicherweise nicht fristgerecht bei der FIDE angemeldet war.
Privates
Kündigte im Juli 2025 in einem Livestream gemeinsam mit seiner Ehefrau Atousa Pourkashiyan die Schwangerschaft mit dem ersten Kind an; im Dezember 2025 wurde er Vater eines Sohnes.


