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Wesley So

Wesley So kritisiert den World-Cup-K.o. und kündigt Kurswechsel Richtung Candidates an

Quelle: Hindustan Times – „Wesley So slams Chess World Cup format, backs Nepomniachtchi's 'valid' Goa criticism; makes big D Gukesh prediction“, Neelav Chakravarti (Update: 21. Dezember 2025, 08:16 Uhr IST)

Wesley So nutzt seinen Auftritt in der Global Chess League in Mumbai für eine klare Abrechnung mit dem World-Cup-Format und den Bedingungen in Goa. Der 32-Jährige sagt, er habe in Mumbai „eine wunderbare Zeit“ und lobt die Liga als bestes Team-Event, das er je gespielt habe – mit Teammanager Suhail Chandok und Kapitän Pentala Harikrishna.

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Sportlich blickt So gemischt auf 2025: besser als 2024, etwas Ratingplus, ein paar Turniersiege – aber der World Cup sei „sehr schlecht“ gelaufen. So weit, dass er behauptet: Ohne dieses Turnier wäre er in der klassischen Weltrangliste aktuell die Nummer sechs. Inhaltlich stützt er Ian Nepomniachtchi’s Kritik am World Cup in Goa und nennt die Beschwerden „ziemlich berechtigt“. Seit der Formatänderung 2021 spiele er dort nie gut, weil die frühe Runde bereits sehr starke Gegner bringe; zugleich koste jedes Remis Ratingpunkte, was zusätzlichen Druck erzeuge.

Er kritisiert außerdem, dass die FIDE den World Cup oft „weit weg“ ausrichte – und sieht Vorteile für Spieler, die näher wohnen. Sein Fazit: Wer den World Cup vor allem als Candidates-Quali spiele, müsse viele Matches gegen nominell schwächere Gegner gewinnen, ein Fehler reiche zum Scheitern. Deshalb wolle er künftig „über einen anderen Weg“ Richtung Candidates gehen.

Nebenbei äußert er sich zu D Gukesh: Der Weltmeister habe „eine sehr gute Chance“ auf eine erfolgreiche Titelverteidigung, weil noch Zeit bleibe, Form aufzubauen; ein klassisches Turnier in Wijk aan Zee werde einen besseren Hinweis auf seine Stärke geben. Beim Thema Betrug trennt So zwischen strikterem Anti-Cheating heute und dem, was Vladimir Kramnik mache: öffentliche Vorwürfe ohne Verfahren seien „sehr schädlich“ und könnten Menschen mental zerstören.

Zum geplanten „Total World Chess Championship Tour“ bleibt er abwartend: FIDE und Norway Chess probierten neue Formen, das wirke gerade verwirrend – etwa bei der Frage, was ein „Total“-Titel im Verhältnis zur klassischen WM bedeute – ersetzen solle es Rapid/Blitz aber nicht.

Wesley So kritisiert FIDE und sieht nur einen echten Weltmeister

Quelle: The Indian Express – „D Gukesh is official champion, ‘political’ FIDE has organised too many world titles“, Mayank Chaudhary, 13. Januar 2026 (Abo)

Der US-Großmeister Wesley So hält D. Gukesh für den einzigen legitimen Schach-Weltmeister und wirft der FIDE vor, den klassischen WM-Titel durch eine Vielzahl neuer Weltmeisterschaften zu entwerten. Anlass ist der überfüllte Titelkalender 2026, in dem mehrere Formate parallel Weltmeister küren sollen – von Rapid und Blitz bis zur neuen Freestyle- und einer geplanten „Total Chess“-WM.

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So nennt die FIDE „sehr politisch“ und kritisiert, dass finanzielle und strategische Interessen über die sportliche Klarheit gestellt würden. Für ihn bleibt die klassische WM, die Gukesh 2024 gewann, der Maßstab. Alle anderen Titel bezeichnet er als zweitrangig. Er widerspricht Stimmen, die das klassische Format für überholt halten, und bekennt sich offen zu einem traditionellen Verständnis des Spiels mit langen Matches und klarer Titelhierarchie.

Scharfe Kritik äußert So an der neuen FIDE Freestyle Chess World Championship. Dass frühere Titelträger wie er selbst oder Hikaru Nakamura nicht eingeladen wurden, während der Großteil des Feldes handverlesen sei, untergrabe den WM-Anspruch des Turniers. Eine Weltmeisterschaft müsse vollständig über Qualifikation laufen.

Auch sportlich zeigt sich So skeptisch gegenüber Freestyle Chess. Das Format sei schwer zu verfolgen, selbst für erfahrene Spieler, und weniger zugänglich, als von den Organisatoren behauptet. Ob sich Freestyle langfristig durchsetze, bezweifelt er offen – das Turnier in Weissenhaus könne bereits eines der letzten seiner Art sein.

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