Ian Nepomniachtchi
Russischer Großmeister, zweifacher WM-Herausforderer. Verurteilte den russischen Angriffskrieg als „Wahnsinn“, blieb aber anders als viele Landsleute in Russland – eine Zwischenposition, die seine öffentliche Wahrnehmung seither prägt.
Karriere
Verlor 2021 das WM-Match gegen Magnus Carlsen und 2023 in Astana das WM-Finale gegen Ding Liren, der damit erster chinesischer Weltmeister wurde; beim Match 2023 unterstützte ihn die WR-Gruppe von Wadim Rosenstein als Sponsor. Ließ sich beim Kandidatenturnier 2024 in Toronto von DSB-Bundestrainer Jan Gustafsson sekundieren, ohne dass der DSB vorab informiert war – nach Yuri Yakovichs russischer Verbandsauszeichnung die zweite Russland-Verbindung eines Bundestrainers binnen eines Jahres. Schied 2025 in Runde zwei des World Cups gegen den Inder Diptayan Ghosh aus und fiel Ende 2025 erstmals seit Beginn der FIDE-Weltrangliste 1971 als letzter Russe aus den Top 20.
Haltung zum Krieg
Unterzeichnete 2022 einen offenen Brief russischer Schachspieler gegen den Krieg, behielt aber die russische Flagge in seinem FIDE-Profil – sie stehe für ihn nicht für den Krieg, sondern für sein geliebtes Land.
Sponsoren
Wurde von wechselnden russischen Geldgebern unterstützt: Sima-Land, dessen Verbindung nach Kriegsbeginn endete, und Nornickel des Oligarchen Vladimir Potanin, dessen Logo die FIDE 2022 untersagte. Trug 2024 trotz ausgelaufenem Vertrag weiter chess.com-Logos und ist Mitgründer der russischen Alternativplattform myChess.


