Karlsruhe entdecken! (Nicht nur für Schachspieler)

3895 Anmeldungen (Stand Montag 11.30 Uhr) beim Grenke-Freestyle-Schachfestival. Vielleicht kommen auch Sie, ob als Spieler, Zuschauer oder Begleitperson, und können etwas mit diesen zehn Tipps anfangen, was rund um die Schwarzwaldhalle in Karlsruhe noch geboten ist. 

Selfiespot  

Wissen Sie, wieso Karlsruhe Karlsruhe heißt? Markgraf Karl III. Wilhelm von Baden-Durlach war die soziale Kontrolle durch die Durlacher leid. Um seine Gespielinnen unbeobachtet zu treffen, ließ er sich im Hardtwald eine neue Residenz im damals angesagten Versailler Stil bauen. Wo Karl seine Ruhe hatte, entstand ab 1715 eine prosperierende Stadt. Weil die Straßen strahlenförmig wie ein Fächer um das Schloss angeordnet sind, wird Karlsruhe auch „Fächerstadt“ genannt. Vom Schloss aus kann man das gut sehen. Südwestlich vom Schloss sind zwei große Gartenschachspiele. Ideal für Selfies vorm Karlsruher Wahrzeichen (12 Fußminuten von der Schwarzwaldhalle). 

Hier hatte Karl seine Ruhe. | Foto: Carsten Steger CC BY-SA 4.0

Kultur gefällig?

Das Landesmuseum im Schloss ist wegen Umbau geschlossen, die Staatliche Kunsthalle leider auch. Bleibt das ZKM, wohin übrigens auch Meisterwerke aus der Kunsthalle ausgelagert sind. Freitag 14-18 Uhr gilt freier Eintritt, 15 Fußminuten von der Schwarzwaldhalle. Für einen Kulturtrip ist Ostern allerdings nicht die beste Zeit. Das Tollhaus pausiert. Wenn Sie rechtzeitig mit dem Schach fertig sind, können Sie einen Abstecher ins Badische Staatstheater machen zu Oper, Theater oder Jazz (5 Fußminuten von der Schwarzwaldhalle). Oder ins örtliche Programmkino, die Schauburg (Marienstraße 16, 7 Fußminuten von der Schwarzwaldhalle), wo nach den Freitagsrunden um 21 Uhr der Bobby-Fischer-Film „Bauernopfer“ mit einer Einführung von Péter Lékó gezeigt wird.

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Bachmann besuchen 

Ingeborg Bachmann wäre dieses Jahr 100 geworden. Das Literaturmuseum im Prinz-Max-Palais (freier Eintritt, Karlstraße 10, 18 Fußminuten von der Schwarzwaldhalle) widmet der Schriftstellerin eine Ausstellung, in der ihr bekanntes Foto beim Schach zu sehen ist. In ihrem Spätwerk „Malina“ (1973) spielt Schach eine Schlüsselrolle. Germanisten meinen, dass Bachmann damit ihre gescheiterte Beziehung zu Max Frisch (der ein großer Schachliebhaber war) verarbeitet hat.   

Schachkneipen

Vom Prinz-Max-Palais ist es nur ein paar Meter bis zum Krokodil (Karlstraße 8). Von der legendären Schachkneipe ist aber nur die wohlgeformte Tür übrig. Auch nebenan im Café Übü (Karlstraße 6) war Schach einmal zuhause. Vor fünfzig Jahren zockte dort Roman Dschindschichaschwili. Eine Schachkneipe hat Karlsruhe längst nicht mehr. Aber im AWO-Café (Adlerstraße 32) gibt es Schachsets und wird oft gespielt.   

Lieber was essen? 

Gute Wirtshausküche und gutes Bier verbinden das Vogelbräu (Kapellenstraße 50, 15 Minuten von der Schwarzwaldhalle) und das Badische Brauhaus (Stephanienstraße 38, 20 Fußminuten von der Schwarzwaldhalle). Passabel und turniernah ist eine weitere Brauereigaststätte, das Wolfbräu in der Werderstraße 51 (7 Fußminuten von der Schwarzwaldhalle). Ein paar Häuser davor gibt es italienische Lebensmittel zu (nahezu) italienischen Preisen im Mercatino di Daniele (Werderstraße 43). Tolles türkisches Essen sucht man vergeblich, Karlsruhe ist nicht Mannheim. Wer es orientalisch mag, kann Ali Baba (Kreuzstraße 25) ausprobieren. Das Geld wert ist Pizza & Gusto (Amalienstraße 14A). Und wer etwas Exotisches sucht, kann in Karlsruhe zwischen gleich drei ostafrikanischen Restaurants wählen (Asmara, Mogogo, Wegahta).     

Geben Sie sich die Kugel!

Eisdielen gibt es zahlreich. Mit zwei Euro die Kugel müssen Sie rechnen. Das beste Eis? Wahrscheinlich Eis Casal (Kaiserstraße 124 C, 15 Fußminuten von der Schwarzwaldhalle).

Bonhage & Jugina

Eine Foto-Ausstellung von Stev Bonhage und Bilder von Marina Jugina (der Frau von Großmeister Mihail Marin) erwarten Sie am Spielort. 

Shopping mit Schachhistorie

Wenn Sie ins Einkaufszentrum Ettlinger Tor (5 Fußminuten von der Schwarzwaldhalle) stechen, befinden Sie sich an einem schachhistorischen Ort. An dieser Stelle stand nämlich das Hotel Germania, wo 1934 die 21.WM-Partie stattfand. Alexander Aljechin gewann mit Schwarz gegen Efim Bogoljubow, bevor der Tross nach Pforzheim weiterzog. Organisierte hatte das als Promotour durchs Reich angelegte Match der Karlsruher Nazi-Karrierist Herbert Kraft

Chillen 

Mögen Sie Wasserrutschen, Jacuzzi und Dampfbad? Gehen Sie nach der Nachmittagspartie ins Europabad, abends ist es ruhig und sind keine Schlangen mehr an den Rutschen (25 Fußminuten zur Schwarzwaldhalle). 

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Kids mitbringen!

Für selbst spielende Väter und Mütter oder für Eltern, die ihre schachverrückten Kids nicht durchgehend selbst betreuen können, gibt es dieses großartige Angebot.


Stefan Löffler schreibt über Schach für die F.A.Z. und ist Herausgeber des Schachkalenders. 1986 stieg er mit den Karlsruher Schachfreunden in die Bundesliga auf. Seit dieser Saison spielt er wieder für die KSF, nun in der Baden-Württemberg-Liga.    

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Moritz
Moritz
9 Tage vor

Mit Krokodil ist wohl eher das Nilpferd gemeint, in dem nun das Scruffys Pub ist. Das uBu wird ja erwähnt. Dieser Ort ist nicht nur als ehemalige Schachkneipe bekannt, sondern auch als Gründungsort des SC uBu Karlsruhe. Dieser hat als Kneipenverein angefangen und lebt das Image weiter. Nur, dass dies nun im Old Chapel Pub in der Kapellenstraße passiert.

Zuletzt bearbeitet am 9 Tage vor von Moritz