Nach vier Runden hat das Kandidatenturnier 2026 erstmals einen alleinigen Führenden. Im Duell der Spitzenreiter besiegte Javokhir Sindarov etwas überraschend Fabiano Caruana nach einem starken Vortrag. Mit 3,5 Punkten aus 4 Partien führt der jüngste Spieler des Turniers jetzt die Tabelle mit einem Punkt Vorsprung an an. Nur gegen Matthias Blübaum hat der Usbeke einen halben Zähler gelassen.

Bei den Frauen geht es knapper zu. Das Feld liegt einen Punkt auseinander. Bibisara Assaubayeva und Anna Muzychuk führen mit jeweils 2,5 Punkten. Die nachträglich ins Turnier gerutschte Muzychuk aus der Ukraine verweigerte traf in der vierten Runde auf Grischuk-Gattin Kateryna Lagno aus Russland. Die Partie begann und endete ohne Handschlag. Muzychuk siegte und schloss zur führenden Kasachin auf.
Matthias Blübaum hat spätestens in der Partie gegen den stets kampfeslustigen Praggnanandhaa seine Strategie für das Kandidatenturnier offenbart. Er will in erster Linie nichts anbrennen lassen, solide sein, und spekuliert wahrscheinlich darauf, Chancen allein deswegen zu bekommen, weil mit zunehmender Dauer des Wettbewerbs die nominell leicht überlegene Konkurrenz dringend volle Punkte brauchen wird, um in Reichweite des einzigen zu vergebenen großen Preises zu bleiben. Bislang hat das im Ergebnis dazu geführt, dass Blübaum neben Sindarov als einziger Spieler unbesiegt ist. In der Tabelle belegt er den dreigeteilten dritten Rang zusammen mit Pragg und Anish Giri, 1,5 Punkte hinter Sindarov.
Praggnanandhaa unternahm im Duell gegen den Deutschen keine überzogenen Versuche, um mit den schwarzen Steinen irgendwie einen vollen Punkt zu ergattern. Blübaum wiederum beschränkte sich darauf, die Partie abzumoderieren. Nach 30 Zügen stand ein Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern auf dem Brett, das nur remis enden konnte. Wenig später fanden die Kontrahenten eine Zugwiederholung, um die Punkteteilung zu besiegeln.
Leser:innen dieser Seite wissen seit ein paar Tagen, dass Theoriefuchs Rasmus Svane Matthias Blübaum als Sekundant nach Zypern begleitet. Allein, es blieb eine kleine Unsicherheit, weil bislang keine dieser Seite bekannten Bilddokumente Svanes Anwesenheit beim Kandidatenturnier dokumentierten. Das hat sich nun geändert:

Am Donnerstag ist beim Schach auf Zypern Ruhetag.


Im Spiegel steht’s ein wenig anders:
Also „etwas überraschend“ war sindarovs Sieg nicht. In den letzten Monaten war er irre stark. Es würde mich wundern, wenn der Sieg an ihm vorbeiführte…