Saint Louis Chess Club
2008 von Rex Sinquefield gegründetes Schachzentrum in Saint Louis, USA, Austragungsort der US-Meisterschaften und des Sinquefield Cup. Fördert seit seiner Gründung Schulschach und vergibt über den von Jeanne Sinquefield gestifteten Cairns Chess Queens Award Preisgelder an neue US-Großmeisterinnen. Geriet ab 2023 wegen jahrelangen Wegschauens bei Missbrauchsvorwürfen gegen den dort tätigen Alejandro Ramirez schwer in die Kritik.
Die Ramirez-Affäre
Äußerte sich erst im Oktober 2023 – 229 Tage nach Jennifer Shahades Vorwürfen gegen den dort als Kommentator und Coach tätigen Ramirez – öffentlich zu den Vorgängen: „Wir haben zu lange geschwiegen. Wir hätten mehr tun sollen.“ Der Club nannte das jahrelange Wegschauen einen Fehler, der sich nicht wiederholen werde, erklärte, man habe diejenigen im Stich gelassen, für die man sich einsetze, und erkannte eine Führungsverantwortung an; ein neues Rechtsteam unter Leitung einer ehemaligen US-Staatsanwältin sollte alle Richtlinien überprüfen. Shahade nannte die Erklärung kraftvoll und zeigte sich gespannt auf die Umsetzung.
Chess.com nahm die Übertragung von Turnieren aus Saint Louis daraufhin wieder auf. Lichess hielt seinen Boykott aufrecht und beendete ihn erst im Juni 2025, nachdem der Club umfassende Reformen umgesetzt hatte – Mitarbeiterschulungen, Minderjährigenschutz, Whistleblower-Schutz, ein unabhängiges Beschwerdesystem und eine neue Sicherheitskommission. Den separaten Boykott gegen den US-Schachverband hielt Lichess aufrecht.
Ausbau 2025
Erweiterte im Oktober 2025 seine Räumlichkeiten auf rund 3.000 Quadratmeter und eröffnete mit einem Schach960-Match zwischen Garry Kasparov und Viswanathan Anand, gefolgt von den US Championships, Hall-of-Fame-Aufnahmen und dem Clutch-Chess-Showdown mit Carlsen, Nakamura, Caruana und Gukesh.


