Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

Thinking Sideways

Thinking Sideways: Jennifer Shahades Buch über neue Wege des Denkens

On the Road to Chess Master (Substack), 24. Mai 2026, Chris Wainscott

Wer Probleme lösen will, sollte sie von jeder möglichen Seite angehen – das ist die Grundthese von Jennifer Shahades neuem Buch Thinking Sideways, erschienen 2026 bei Pegasus Books. Das schreibt On the Road to Chess Master. Das Buch, 272 Seiten, gliedert sich in sieben Kapitel: Decision Trees, Time Management, Memory, Pattern Recognition, Ambition, Know Your Strengths und Taking Risks. Es richtet sich nicht an Schachspieler im klassischen Sinne, sondern an alle, die ihren Denkprozess grundlegend überdenken wollen.

Tunneling, Schlaf und Gedächtnis

Rezensent Chris Wainscott hebt mehrere Konzepte als besonders einprägsam hervor. Das erste ist das sogenannte Tunneling: Wer beim Lernen zu viele Aufgaben gleichzeitig beginnt, ohne eine davon abzuschließen, verbrennt Energie ohne Ertrag – wie eine Kerze, die man immer wieder ausbläst, bevor das Wachs gleichmäßig geschmolzen ist. Das zweite ist Schlaf: Shahade argumentiert, dass mehr Schlaf in nahezu allen Lebensbereichen zu besseren Ergebnissen führt. Das dritte betrifft Gedächtnistechniken; dazu interviewt sie Yanjaa Wintersoul, eine frühere Weltmeisterin im Gedächtniswettbewerb, die erklärt, wie man durch das Konstruieren von Geschichten Informationen besser verankert.

KI, Betrug und runde Zahlen

Shahade behandelt auch die Verbreitung von KI-Sprachmodellen und rät zur Gelassenheit: Wie Schach-Engines das Spiel nicht zerstört, sondern erweitert haben, könnten auch große Sprachmodelle mehr Chancen als Risiken bringen. Zum Thema Betrug – besonders relevant im Schachkontext – argumentiert sie, dass Kinder zwar häufiger betrügen, aber auch schneller damit aufhören, wenn man ihnen eine zweite Chance gibt. Das Kapitel über „runde Zahlen" warnt davor, Ziele so zu verfolgen, dass das knappe Verfehlen einer Schwelle – etwa 2200 Elo oder 300 Pfund Körpergewicht – als Scheitern erlebt wird und in Rückschritt mündet.

Chess Boxing als Metapher

Ein weiteres Konzept ist das sogenannte Chess Boxing: Zwei Fähigkeiten, die einzeln mittelmäßig sind, können kombiniert zur Ausnahme werden. Shahade nennt eigene Beispiele aus ihrem Umfeld, darunter ihren Bruder Greg, Internationaler Meister im Schach und dreifacher Jeopardy-Champion.

Werbung

Am Ende des Buches schildert Shahade persönliche Erfahrungen rund um Fehlgeburten und zeigt, wie sich laterales Denken auch in solchen Situationen anwenden lässt. Wainscott bewertet das Buch als empfehlenswert für ein breites Publikum – nicht nur für Schachspieler.

Schachbuch verbindet Brett-Strategie mit Lebensweisheit

Quelle: English Chess Federation – „Book of the Month", veröffentlicht am 30. Juni 2026

Die zweifache US-Schachmeisterin und Pokerspielerin Jennifer Shahade hat mit Thinking Sideways ein Buch vorgelegt, das Schachprinzipien auf das alltägliche Leben überträgt. Das berichtet English Chess Federation. Erschienen bei Hodder Press, beleuchtet das Werk Themen wie Entscheidungsfindung, Zeitmanagement, Mustererkennung und den Umgang mit Risiken – stets verknüpft mit Shahades eigener Erfahrung am Brett und am Pokertisch.

Shahade argumentiert, dass gutes Denken weniger im tiefen Berechnen von Zügen liege als vielmehr im Stellen besserer Fragen. Entscheidungsbäume, bewusster Umgang mit Zeit und das Erkennen eigener Stärken seien im Schach wie im Leben gleichermaßen entscheidend. Als Beispiel dient Magnus Carlsen, der 2018 im WM-Kampf gegen Fabiano Caruana im letzten regulären Spiel ein Remis akzeptierte – trotz überlegener Stellung – weil er seine Stärken im Schnellschach kannte und dort gewann.

Fischer-Erbe in Leserbriefen lebendig

Parallel zur Buchbesprechung veröffentlicht die Kolumne die Gewinnereinträge eines Leserwettbewerbs rund um Bobby Fischers Klassiker My 60 Memorable Games. Die drei Gewinner Barry Hymer, Bernard Rogers und Paul Brooks schildern, wie Fischers WM-Kampf gegen Boris Spassky 1972 in Reykjavik sie als Kinder zum Schach brachte. Rogers beschreibt das Duell als Spiegel des Kalten Krieges, Brooks erinnert sich, wie wenige Jahre nach Fischers Triumph ein achtjähriger Nigel Short das Haus seiner Familie besuchte – ein früher Vorbote des britischen Schachaufschwungs.

Automatisch KI-generierter Beitrag

Werbung