Forum

Bitte oder Registrieren, um Beiträge und Themen zu erstellen.

David Antón Guijarro

David Antón: „Die FIDE steht im Dienst von Magnus Carlsen“

Quelle: EFE Noticias

David Antón Guijarro, spanischer Großmeister und aktuelle Nummer eins seines Landes, wirft dem Weltschachverband vor, sich nach Magnus Carlsen zu richten. Die FIDE habe mit der Unterstützung des ersten offiziellen Freestyle-Chess-Turniers dem Norweger erneut nachgegeben. 

Antón sagt, Carlsen wisse um seine Wirkung auf Einschaltquoten und nutze diese Position. Wenn er seine Vorstellungen nicht durchsetzen könne, ziehe er sich zurück. Am Ende gebe die FIDE nach.

Werbung

Freestyle bleibt aus seiner Sicht ein Nischenformat

Zum neuen Freestyle-Format, auch bekannt als Chess 960, äußert sich Antón zurückhaltend. Die Variante mit ausgeloster Anfangsstellung nehme die vorbereitete Eröffnungstheorie aus dem Spiel. Für Profis mit jahrzehntelanger Vorbereitung könne das befreiend wirken.

Für Amateure sei es schwieriger. Viele Hobbyspieler schätzten es, Eröffnungen zu studieren und Strategien vorzubereiten. Im Freestyle sei das nicht möglich, da jede Partie mit einer anderen Ausgangsstellung beginne. Antón geht davon aus, dass das Format über die offizielle Weltmeisterschaft hinaus kaum weitere Turniere hervorbringen werde.

Schnellere Formate gewinnen an Bedeutung

Die FIDE setze verstärkt auf kürzere Bedenkzeiten. Klassische Partien mit fünf oder sechs Stunden Dauer ließen sich schwer vermarkten. Künftig werde es mehr Schnell- oder verkürzte klassische Formate geben. Das klassische WM-Match bleibe jedoch das wichtigste Ereignis.

Antón selbst sieht im Freestyle einen möglichen Vorteil, da dort keine Eröffnungen auswendig gelernt werden müssten. Im Blitz spiele Gedächtnis eine geringere Rolle, dennoch sei dies nicht sein bevorzugtes Tempo.

Festival in Prag und Lage im spanischen Schach

Beim Internationalen Festival in Prag tritt Antón in der Masters-Kategorie an. Das Niveau im internationalen Zirkus bezeichnet er als hoch. In den vergangenen Jahren sei er dort nicht eingeladen worden, da das Teilnehmerfeld stärker gewesen sei.

Im spanischen Schach vermisst er neue Spieler auf sehr hohem Niveau. Viele Talente schafften es nicht über die Marke von 2600 Elo. Seit Jahren bilde im Nationalteam im Wesentlichen derselbe Kern die Spitze.

Nachwuchs und Spitznamen

Ein später Einstieg ins Schach sei möglich, sagt Antón, doch ein Beginn im Kindesalter helfe. Mit Blick auf den zwölfjährigen argentinischen Internationalen Meister Faustino Oro spricht er von einem außergewöhnlichen Talent. Dessen Haltung bei Siegen und Niederlagen beeindrucke ihn. Sollte er diesen Weg fortsetzen, könne er die Weltspitze erreichen.

Werbung
Werbung