Faustino Oro

Argentinischer Großmeister, geboren im Oktober 2013 – mit 12 Jahren, 6 Monaten und 26 Tagen zweitjüngster Großmeister der Schachgeschichte hinter Abhimanyu Mishra, dessen Rekord allerdings noch unter dem bis 2024 gültigen, weniger strengen Reglement zustande kam. Wurde international bekannt, als er im März 2024 den damaligen Weltranglistenersten Magnus Carlsen in einer Bullet-Partie besiegte.

Familie und Anfänge

Begann während der Corona-Pandemie 2020 mit dem Schach; sein Vater Alejandro Oro, ehemaliger Hobbyspieler, richtete ihm ein Chess.com-Konto ein und versprach kleine Belohnungen für jeden 100-Punkte-Sprung in der Wertung. Als sich abzeichnete, dass sein Talent internationale Wettkampfdichte brauchte, zog die Familie von Buenos Aires ins spanische Badalona bei Barcelona – ein finanzielles und bürokratisches Wagnis, für das die Eltern Jobs und familiäres Umfeld aufgaben. Der Vater hatte zuvor in der Verwaltung gearbeitet, die Mutter Romina Oro im Handel; beide begründeten den Schritt damit, dem Sohn die Chance geben zu wollen, sein Talent zu entfalten.

Weg zum Großmeistertitel

War bei der Schacholympiade 2024 jüngster Mannschaftskapitän der Geschichte, als Argentinien gegen Deutschland spielte. Sicherte sich im Oktober 2025 beim Turnier „Legends & Prodigies“ in Madrid ungeschlagen mit 7,5 aus 9 seine erste GM-Norm und war zugleich als jüngster Spieler jemals über die 2500-Elo-Marke gestiegen. Die dritte und letzte Norm folgte im Mai 2026 beim Sardinia World Chess Festival, das er mit 6 aus 9 beendete; die förmliche Ernennung durch die FIDE stand im August 2026 noch aus. Wechselte zur Saison 2026/27 zum SV Werder Bremen und damit in die deutsche Schachbundesliga – laut PvB der größte Coup der Transferperiode.

Reaktionen

Nach dem Madrider Turniersieg kursierten in sozialen Medien unbelegte Vorwürfe abgesprochener Partien; die Großmeister David Martinez und Pepe Cuenca wiesen das öffentlich zurück. Der peruanische Altmeister Julio Granda Zuniga, den Oro in Madrid in einem 75-zügigen Endspiel remis hielt, würdigte anschließend dessen Reife und die historische Bedeutung seiner Ergebnisse. Auch Ex-Weltmeister Veselin Topalov äußerte sich anerkennend: „Kein Spieler auf der Welt wird so schnell besser wie Faustino Oro.“