Yuri Yakovich

Bundestrainer der deutschen Frauen-Nationalmannschaft von 2021 bis 2025, zuvor Top-50-Großmeister und hochdekorierter russischer Trainer. Kam 2021 als Wunschkandidat der Nationalspielerinnen und wurde für sein ansteckendes Lachen und seine Zuwendung geschätzt – „my girls“. Große Mannschaftserfolge blieben in seiner Amtszeit aus; die Vertragsverlängerung scheiterte 2025 an seiner Doppelrolle in Deutschland und Russland.

Als Bundestrainer

Empfahl Jana Schneider vor der Mannschafts-EM 2023 ausdrücklich, zuvor noch ein Turnier zu spielen, um warmgespielt anzureisen. Anders als bei den Männern, wo die ersten vier der Rangliste automatisch gesetzt sind, oblag ihm die Zusammenstellung des gesamten Frauenteams. Führte die Mannschaft im September 2023 bei der Mannschaftsweltmeisterschaft in Bydgoszcz ins Viertelfinale, wo sie an Kasachstan scheiterte. Die Mannschaft, von Elisabeth Pähtz vorab als „stärkste jemals“ bezeichnet, führte dort nach vier Runden das Feld mit an, fiel dann aber zurück und wurde Siebte. Bei der Schacholympiade 2024 geriet Hanna Marie Klek aus einer von Yakovich vorgegebenen Eröffnung heraus gegen Polen früh auf Verlust; Pähtz äußerte Zweifel an der Eröffnungswahl.

Parallelrolle in Russland

Arbeitete parallel zum DSB-Posten weiter als Leiter des Großmeisterzentrums des russischen Verbands in Togliatti und wollte, anders als vom DSB gefordert, sein FIDE-Profil nicht von der russischen auf die neutrale FIDE-Flagge umstellen. Nahm im April 2023 in Moskau unangekündigt gegenüber dem DSB das „goldene Abzeichen“ des russischen Verbands entgegen, während auf der Website seiner Akademie Rekrutierungsbanner für die russische Armee liefen. Der zum 30. Juni 2025 auslaufende Vertrag wurde daraufhin nicht verlängert; im Sommer 2025 löste ihn Zahar Efimenko ab.