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Württembergischer Schachsommer (18. bis 24. August)

Württembergischer Schachsommer 2025: Inklusion, Vielfalt und Schach für alle

Vom 18. bis 24. August 2025 findet in der Landessportschule Ostfildern-Ruit erstmals der Württembergische Schachsommer statt – ein großes Inklusionsfestival des Schachverbands Württemberg (SVW) in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Schachbund (DSB).

Unter der Schirmherrschaft von Kultusministerin Theresa Schopper bringt das Festival Menschen verschiedenster Gruppen an die Bretter: Kinder, Frauen, Senioren, Spieler mit und ohne Behinderung.

Diese Turniere sind geplant:

  • 2. Offene Deutsche Behinderten-Einzelmeisterschaft
    inkl. Württembergischer Behindertenmeisterschaft

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  • Offene Internationale Deutsche Frauen-Einzelmeisterschaft
    inkl. Württembergischer Frauenmeisterschaft

  • 2. Viktor-Kortschnoj-Memorial

  • 7. Tigersprung-Kinderturnier

  • Turnier für Begleitpersonen

  • Württembergische U25-Juniorenmeisterschaft

Barrierefreie Infrastruktur, flexible Zeitpläne und Unterstützung vor Ort sorgen dafür, dass Inklusion nicht nur mitgedacht, sondern gelebt wird.

Vielfalt ist ein Gewinn“, sagt SVW-Präsident Carsten Karthaus, „und wir wollen mit diesem Festival ein Zeichen für gelebte Teilhabe setzen.“

Jetzt unterstützen:

Damit dieses Festival ein voller Erfolg wird, sucht der SVW noch Unterstützer und Spender.
Spenden ist ganz einfach – mit Unterstützung der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen sogar mit Bonus:
🔗 http://www.wirwunder.de/project/149644

Alle, die Schach lieben – oder die Idee von gelebter Vielfalt – sind eingeladen, mitzuspielen oder das Projekt zu unterstützen. Ein Festival, wie es das im deutschen Schach noch nicht gegeben hat.

https://www.svw.info/praesidium/vielfalt/18117-inklusionsfestival-wuerttembergischer-schachsommer-18-24-august-2025

https://www.schachbund.de/news/inklusionsfestival-in-ruit-dieser-schachsommer-setzt-neue-massstaebe.html

via Martin Hahn:

Derzeit ist Großmeister Jussupow mit den Vorbereitungen zum Viktor-Kortschnoi-Memorial Inklusions-Festival - Württembergischer Schachsommer 2025 beschäftigt, das vom 18. bis 24. August an der Landessportschule Ruit in Ostfildern stattfinden wird. Dort wird Jussupow als Turnierdirektor gemeinsam mit seiner Frau Nadja, die als Hauptschiedsrichterin agiert, ein vielseitiges Schachfestival auf die Beine stellen.

„Das ist wirklich ein ganz besonderes Event. Das Programm ist so zusammengestellt, dass für alle etwas dabei ist - und alle gemeinsam an einem Ort sein könnmen. Es gibt gute Preisgelder", so Jussupow.

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Ein zentrales Highlight ist das GM-Norm-Turnier, für das das Teilnehmerfeld bereits feststeht. Mit dabei sind die Großmeister Valentin Dragnev, Alexander Graf, Michal Krasenkow und Zigurds Lanka, der Internationale Meister Gabriel Gaehwiler, die FIDE-Meister Lukas Dotzer, Magnus Ermitsch, Georg Braun und Alfred Nemitz sowie WGM Lena Georgescu.

Schachturnier-Ergebnisserver Chess-results.com - 2. Viktor-Kortschnoi-Memorial

Darüber hinaus sind sechs weitere Turniere geplant, die ein breites Spektrum abdecken:
Kinder, Jugendliche, Frauen, Titelanwärter sowie Spieler mit Behinderung finden hier jeweils eigene Wettbewerbe. Dazu gehören unter anderem die Internationale Offene Deutsche Frauenmeisterschaft sowie die Offene Deutsche Einzelmeisterschaft der Schachspieler mit Behinderung. Ein Rahmenprogramm mit Sonderpreisen ist ebenfalls Teil des Konzepts.

Wer teilnehmen möchte, sollte sich frühzeitig anmelden - die Plätze in vielen der Turniere sind begrenzt. Weitere Informationen gibt es über die Website der Jussupow Schachschule.

Offene Begegnungen auf dem Inklusionsfestival – Uwe Röhrig im Interview
Quelle: Deutscher Schachbund, Interview vom 13. August 2025

Uwe Röhrig, Schachspieler aus Meißen und Vorsitzender des Vereins Schach macht fit e.V., spricht im Vorfeld der Offenen Deutschen Einzelmeisterschaft für Schachspieler mit Behinderung (ODBEM) über seine Erfahrungen und Erwartungen. Schach begleitet ihn seit Kindheitstagen – schon als Fünf- oder Sechsjähriger brachte ihm sein Vater die Regeln bei. Heute, im Ruhestand, prägt das Spiel seinen Alltag. „Ein Tag ohne Schach ist wie … keine Ahnung. Woher soll ich das wissen?“, zitiert er das T-Shirt seiner Frau und beschreibt Schach als Möglichkeit, Sorgen hinter sich zu lassen und ins Spiel einzutauchen.

Röhrig sieht im Schach nicht nur eine persönliche Leidenschaft, sondern auch ein Lernfeld fürs Leben: Fehler akzeptieren, das Beste aus schwierigen Stellungen machen. Dieses Prinzip versucht er an Kinder weiterzugeben. Er organisiert Schachtreffs, Schulangebote und Turniere, darunter das traditionsreiche Schülerschachturnier im Meißner Ratssaal mit 120 Teilnehmern, das sogar vom regionalen Fernsehen begleitet wird.

Von der ODBEM erhofft sich Röhrig vor allem Begegnungen, gute Gespräche und schöne Partien. Das Resultat sei zweitrangig, wichtiger sei die Sichtbarkeit von Inklusion. Er erinnert daran, dass Barrierefreiheit und Assistenz auf Turnieren noch nicht selbstverständlich sind. Als positiven Ausblick hebt er die geplante Kommission für Inklusion hervor, die künftig Strukturen schaffen und die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen soll.

„Ich kann von den Behinderten viel lernen“ – Artur Jussupow über Kampfgeist, Inklusion und sein Festival in Ruit
Quelle: Artur Jussupow: Turniere fürs Herz – und für die Seele. Auch für die eigene, Deutscher Schachbund, 20. August 2025

Im Gespräch mit Matthias Wolf vom Deutschen Schachbund beschreibt Artur Jussupow, warum das Inklusionsfestival in Ruit für ihn und seine Frau Nadja eine echte Herzensangelegenheit ist. Er betont, wie viel er von Menschen mit Behinderungen gelernt hat – vor allem Kampfgeist: „Die geben nicht auf. Ich bewundere das.“

Jussupow schildert, dass Inklusion keine Einbahnstraße sei. Die Begegnungen bereichern auch ihn persönlich, die Gespräche und Erfahrungen seien für ihn „gut für die Seele“. Schach biete zudem einzigartige Chancen: „Es ist doch egal, ob ein Kind zwei Meter hoch springen kann oder im Rollstuhl sitzt – beide können super Spieler werden.“

Die Mischung im Festival – vom Kortschnoi-Memorial über Kinderturniere bis zu den Meisterschaften für Spielerinnen und Spieler mit Behinderung – sei für ihn „eine wunderschöne Kombination“. Trotz organisatorischer Herausforderungen empfindet er das Engagement als lohnend. Er erlebt viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer als Vorbilder und sieht Schach als Möglichkeit, Selbstvertrauen und Lebensmut zu gewinnen.

Spannung bei allen Turnieren des Inklusionsfestivals in Ruit
Quelle: Deutscher Schachbund, 21. August 2025

Beim Inklusionsfestival in Ruit bleibt es nach dem Doppelrundentag spannend. WGM Olga Babiy dominiert weiter die Internationale Frauenmeisterschaft mit sechs Siegen in Folge. In der Deutschen Behindertenmeisterschaft führt Mario Born (3,5/4) vor David-Andrei Valean (3) – für Aufsehen sorgt das Duell zwischen dem 12-jährigen Ben Kaufmann und dem 85-jährigen IM Sergey Salov (beide 3).

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Im Viktor-Kortschnoi-Memorial liegen GM Michal Krasenkow und FM Dr. Georg Braun mit 3,5/5 vorne. Beim Tigersprung-Turnier führen Mark Arakelian und Moritz Benischke gemeinsam (4,5). In der Offenen Württembergischen Jugendmeisterschaft U25 setzte sich Yibo Zhang mit 3,5/4 an die Spitze.

73 Jahre Unterschied: Salov und Kaufmann spielen bald Seite an Seite für Deutschland

Quelle: Deutscher Schachbund, Bericht vom 22. August 2025

Beim Inklusionsfestival im Württembergischen Schachsommer in Ruit kam es zu einer symbolträchtigen Partie: Der 85-jährige Gehörlosen-Weltmeister Sergej Salov traf auf den zwölfjährigen Nachwuchsspieler Ben Kaufmann. Erfahrung setzte sich noch gegen Jugend durch, doch bald werden die beiden gemeinsam für Deutschland bei der zweiten Para-Olympiade des Weltschachverbands in Astana antreten. Neben ihnen gehören Birgit Dietsche, FM Matthias Dorner und Artur Kevorkov zum deutschen Team. Turnierdirektor Artur Jussupow lobte die besondere Atmosphäre, die sowohl jungen Spielern als auch erfahrenen Meistern wertvolle Erfahrungen ermöglicht. Salov, langjähriger Trainer der Svane-Brüder, wurde mit Anekdoten über Wunderkinder wie Samuel Reshevsky selbst zum Inspirator. DSB-Inklusionsreferent Gert Schulz kündigte an, aus dem Festival heraus eine Inklusions-Kommission und einen Förderverein gründen zu wollen. „Ich sehe hier viele glückliche und zufriedene Menschen“, sagte er – für ihn die wichtigste Bilanz dieser bundesweit einzigartigen Veranstaltung.

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