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Vincent Keymer
Zitat von Conrad Schormann am 15. September 2026, 11:46 UhrKeymer rechnet präziser als fast jeder andere – nur die Uhr schlägt ihn
Quelle: Süddeutsche Zeitung – „Großmeister Vincent Keymer: Er will um die wichtigsten Titel der Schachwelt kämpfen", 15. September 2026, David Kulessa
Weniger als eine Minute auf der Uhr, ein Springerzug, ein plötzlich ungedeckter Turm: Im Halbfinale der Grand Chess Tour in St. Louis gab Vincent Keymer Ende August eine klare Gewinnstellung gegen Rameshbabu Praggnanandhaa aus der Hand. „Von einem Fehler kann man da kaum sprechen. Es war ein Patzer, ein Einsteller, ein Aussetzer", sagt der 21-Jährige. Zurückzukommen sei mental sehr schwer gewesen, aber auf diesem Niveau gehöre das dazu. Das schreibt David Kulessa.
Tiefe braucht Zeit
Auf diesem Niveau hat sich Keymer inzwischen eingerichtet. Vor einem Jahr fragte er sich noch, ob er sich in der Weltspitze festsetzen könne; der Turniersieg in Bukarest im Mai war seine Antwort, für ihn der wichtigste Erfolg im klassischen Schach. In Karlsruhe ließ er im Freestyle sogar Magnus Carlsen hinter sich. Kaum jemand taucht so tief in Stellungen ein, kaum jemand rechnet präziser – doch das kostet Zeit. Im Blitz verlor er in St. Louis alle vier Partien gegen Wesley So, der öffentlich urteilte, Keymer beginne in Zeitnot grobe Fehler zu machen. Keymer nimmt es als Arbeitsauftrag.
Der einzige Europäer
In Samarkand führt er das deutsche Team zum dritten Mal am ersten Brett, gegen die Favoriten Indien und Usbekistan. In seiner Generation ist er der einzige Europäer, der deren Vormacht gefährden könnte. „2027 wird ein volles Jahr", sagt er: möglichst viele Punkte im Fide Circuit, Ziel Kandidatenturnier. Beide großen Titel werden mit langer Bedenkzeit ausgespielt.
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Keymer rechnet präziser als fast jeder andere – nur die Uhr schlägt ihn
Quelle: Süddeutsche Zeitung – „Großmeister Vincent Keymer: Er will um die wichtigsten Titel der Schachwelt kämpfen", 15. September 2026, David Kulessa
Weniger als eine Minute auf der Uhr, ein Springerzug, ein plötzlich ungedeckter Turm: Im Halbfinale der Grand Chess Tour in St. Louis gab Vincent Keymer Ende August eine klare Gewinnstellung gegen Rameshbabu Praggnanandhaa aus der Hand. „Von einem Fehler kann man da kaum sprechen. Es war ein Patzer, ein Einsteller, ein Aussetzer", sagt der 21-Jährige. Zurückzukommen sei mental sehr schwer gewesen, aber auf diesem Niveau gehöre das dazu. Das schreibt David Kulessa.
Tiefe braucht Zeit
Auf diesem Niveau hat sich Keymer inzwischen eingerichtet. Vor einem Jahr fragte er sich noch, ob er sich in der Weltspitze festsetzen könne; der Turniersieg in Bukarest im Mai war seine Antwort, für ihn der wichtigste Erfolg im klassischen Schach. In Karlsruhe ließ er im Freestyle sogar Magnus Carlsen hinter sich. Kaum jemand taucht so tief in Stellungen ein, kaum jemand rechnet präziser – doch das kostet Zeit. Im Blitz verlor er in St. Louis alle vier Partien gegen Wesley So, der öffentlich urteilte, Keymer beginne in Zeitnot grobe Fehler zu machen. Keymer nimmt es als Arbeitsauftrag.
Der einzige Europäer
In Samarkand führt er das deutsche Team zum dritten Mal am ersten Brett, gegen die Favoriten Indien und Usbekistan. In seiner Generation ist er der einzige Europäer, der deren Vormacht gefährden könnte. „2027 wird ein volles Jahr", sagt er: möglichst viele Punkte im Fide Circuit, Ziel Kandidatenturnier. Beide großen Titel werden mit langer Bedenkzeit ausgespielt.
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Zitat von Conrad Schormann am 17. September 2026, 21:46 UhrKeymer am Spitzenbrett: Tipps für die Jüngeren gibt es nicht
Quelle: Deutscher Schachbund – „Vincent Keymer: ‚Kritische Matches kommen noch'", 17. September 2026, Jonas Jansen
Vincent Keymer empfindet seine Rolle als prominentestes Gesicht des deutschen Schachs nicht als zusätzliche Last. „Ich spüre da keinen besonderen Extradruck, ehrlich gesagt", sagte er. Er habe ohnehin schwere Turniere zu spielen, in denen er sehr gut spielen wolle – „den Anspruch habe ich auch selbst". Das sagte Vincent Keymer im Gespräch mit Jonas Jansen. Brett eins der Nationalmannschaft besetzt er seit einigen Jahren: „Das ist nichts Neues mehr."
https://www.youtube.com/watch?v=9mLDLwgq1Gs
Jeder bereitet für sich vor
Aus seiner Erfahrung am Spitzenbrett leitet Keymer ausdrücklich keine Betreuerrolle für die jüngeren Mannschaftskollegen ab. „Helfen ist eine schwierige Sache, weil jeder einen sehr individuellen Ablauf vor der Partie hat." Man dürfe sich das nicht so vorstellen, dass er morgens dasitze und Tipps verteile. Am Abend zuvor spreche man grob darüber, wer wen kenne oder ob es Ideen gebe – „aber letztendlich muss jeder für sich vorbereiten und auch spielen".
Der einzige Unterschied: Risikomanagement
Auch das Mannschaftsturnier unterscheidet sich für ihn am Brett kaum vom Einzelturnier. „Letztendlich spielen wir als Team auch am besten, wenn wir alle einzeln sehr gut spielen." Eine Ausnahme nennt er: das Risikomanagement. Vor großen Entscheidungen müsse man schauen, wie das Match insgesamt stehe. Ansonsten gelte: „Ich spiele so gut ich kann."
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Keymer am Spitzenbrett: Tipps für die Jüngeren gibt es nicht
Quelle: Deutscher Schachbund – „Vincent Keymer: ‚Kritische Matches kommen noch'", 17. September 2026, Jonas Jansen
Vincent Keymer empfindet seine Rolle als prominentestes Gesicht des deutschen Schachs nicht als zusätzliche Last. „Ich spüre da keinen besonderen Extradruck, ehrlich gesagt", sagte er. Er habe ohnehin schwere Turniere zu spielen, in denen er sehr gut spielen wolle – „den Anspruch habe ich auch selbst". Das sagte Vincent Keymer im Gespräch mit Jonas Jansen. Brett eins der Nationalmannschaft besetzt er seit einigen Jahren: „Das ist nichts Neues mehr."
Jeder bereitet für sich vor
Aus seiner Erfahrung am Spitzenbrett leitet Keymer ausdrücklich keine Betreuerrolle für die jüngeren Mannschaftskollegen ab. „Helfen ist eine schwierige Sache, weil jeder einen sehr individuellen Ablauf vor der Partie hat." Man dürfe sich das nicht so vorstellen, dass er morgens dasitze und Tipps verteile. Am Abend zuvor spreche man grob darüber, wer wen kenne oder ob es Ideen gebe – „aber letztendlich muss jeder für sich vorbereiten und auch spielen".
Der einzige Unterschied: Risikomanagement
Auch das Mannschaftsturnier unterscheidet sich für ihn am Brett kaum vom Einzelturnier. „Letztendlich spielen wir als Team auch am besten, wenn wir alle einzeln sehr gut spielen." Eine Ausnahme nennt er: das Risikomanagement. Vor großen Entscheidungen müsse man schauen, wie das Match insgesamt stehe. Ansonsten gelte: „Ich spiele so gut ich kann."
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