Fridrik Olafsson

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Isländischer Großmeister und vierter FIDE-Präsident (1978-1982), geboren am 26. Januar 1935 in Reykjavik, gestorben 2025 im Alter von 90 Jahren. Erster Großmeister seines Landes (Titel 1959), sechsmaliger isländischer Meister und WM-Kandidat 1959. Als FIDE-Präsident bekannt dafür, sich gegen sowjetischen Druck für Viktor Korchnoi eingesetzt zu haben – was ihn 1982 das Amt kostete.

Spielerkarriere

Lernte mit acht Jahren von seinem Vater Schach, wurde 1952 mit 17 erstmals isländischer Meister und 1953 Skandinavischer Meister. Teilte sich zum Jahreswechsel 1955/56 in Hastings mit Viktor Korchnoi den ersten Platz. Erreichte 1958 beim Interzonenturnier in Portoroz einen geteilten fünften Platz, qualifizierte sich damit für das Kandidatenturnier 1959, wo er unter acht Teilnehmern Siebter wurde – mit Siegen gegen Bobby Fischer und Tigran Petrosian -, und erhielt im selben Jahr den Großmeistertitel.

Verpasste 1962 knapp eine weitere Qualifikation und wurde 1976 mit 41 Jahren gemeinsamer Turniersieger in Wijk aan Zee vor Mikhail Tal. Besiegte im Lauf seiner Karriere vier Weltmeister – Petrosian, Tal, Fischer und Karpov -, darunter 1980 während seiner FIDE-Präsidentschaft beim Clarin-Turnier in Buenos Aires den amtierenden Weltmeister Anatoly Karpov, ein für einen amtierenden FIDE-Präsidenten bis heute einmaliger Vorgang. Wirkte im Hintergrund an der Organisation des WM-Matches Fischer gegen Spassky 1972 in Reykjavik mit, das Islands Rolle im internationalen Spitzenschach stark aufwertete.

Doppelkarriere als Jurist

Schloss parallel zur Schachkarriere ein Jurastudium ab und arbeitete ab den frühen 1960ern hauptberuflich im isländischen Justizministerium; Schach blieb bis 1974 Nebensache, als er mit 39 Jahren erstmals Vollprofi wurde. Kehrte nach seiner FIDE-Präsidentschaft in den Staatsdienst zurück und war ab 1983 mehr als 20 Jahre Generalsekretär des isländischen Parlaments Althingi.

FIDE-Präsidentschaft

Wurde 1978 als erster Nicht-Sowjet und Westeuropäer an der FIDE-Spitze seit Verbandsgründung gewählt, in einer Stichwahl gegen den Puerto-Ricaner Rabell Mendez, nachdem der Jugoslawe Svetozar Gligoric in Runde eins ausgeschieden war. Bekräftigte gegen sowjetischen Widerstand Viktor Korchnois Startrecht bei der WM 1978 in Baguio City, nachdem die sowjetische Föderation den 1976 geflohenen Korchnoi hatte ausschließen wollen.

Verschob 1981 in Meran in einem bis dahin beispiellosen Schritt den Beginn des WM-Matches Karpov gegen Korchnoi, um Druck für die Freilassung von Korchnois in einem sowjetischen Arbeitslager inhaftiertem Sohn Igor aufzubauen; die Partien begannen zwei Wochen später, Igor Korchnoi blieb dennoch die vollen zweieinhalb Jahre in Haft und durfte mit seiner Mutter erst 1982 ausreisen. Bei der FIDE-Wahl 1982 unterstützte die sowjetische Seite geschlossen Florencio Campomanes, gegen den Olafsson sein Amt verlor. Jan Henric Buettner nahm diesen Vorgang 2026 zum Ausgangspunkt seiner Kandidatur: Seit 1982 sei die FIDE sowjetisch beziehungsweise russisch geprägt, und es gelte, den Verband nach 44 Jahren aus dieser Abhängigkeit zu lösen.

Würdigung

Wurde 2015 als erst sechste Person Ehrenbürger von Reykjavik und mehrfach mit isländischen Staatsorden ausgezeichnet. 2022 erschien seine Biografie „The Chess Saga of Fridrik Ólafsson“. Wurde zum 90. Geburtstag im Januar 2025 von ECU und FIDE als lebende Legende gewürdigt, gemeinsam mit Arkady Dvorkovich – wenige Monate vor seinem Tod.