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Schachuhren
Zitat von Conrad Schormann am 2. Mai 2025, 8:50 UhrAuf der Website chess-clocks.at finden Sammler und Liebhaber mechanischer Schachuhren ein gut sortiertes, privat gepflegtes Online-Archiv mit Zeitmessern vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die 1980er-Jahre. Der Fokus liegt auf Modellen mit mechanischem Werk – Digitaluhren oder moderne Hybridmodelle sucht man hier vergeblich.
Eine Besonderheit der Sammlung ist eine schwedische Schachuhr der ersten Generation: Sie besitzt keine Fallblättchen und nutzt stattdessen einen seitlich angebrachten Schieberegler zur Zugumschaltung – ein heute seltenes Designmerkmal, vermutlich aus der Zeit vor 1930.
Die ältesten Uhren der Seite stammen aus der Zeit um 1900 bis 1920, darunter ein frühes Modell aus Deutschland mit Messinggehäuse und offenem Werk. Zu den jüngeren Exemplaren zählt etwa die Alpha 525 von Max Andres, ein Klassiker der 1970er-Jahre. Ebenfalls vertreten sind Jerger-Modelle aus den 1950ern und 60ern, darunter auch die dekorative "King and Queen"-Serie mit figürlichen Zifferblättern.
Mit präzisen Angaben zu Herkunft, Zustand und Funktion, ergänzt um hochauflösende Bilder, ist chess-clocks.at eine lohnenswerte Anlaufstelle für historisch Interessierte – oder für alle, die schon immer wissen wollten, wie eine Schachuhr funktioniert, wenn sie kein Display hat.
Auf der Website chess-clocks.at finden Sammler und Liebhaber mechanischer Schachuhren ein gut sortiertes, privat gepflegtes Online-Archiv mit Zeitmessern vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die 1980er-Jahre. Der Fokus liegt auf Modellen mit mechanischem Werk – Digitaluhren oder moderne Hybridmodelle sucht man hier vergeblich.
Eine Besonderheit der Sammlung ist eine schwedische Schachuhr der ersten Generation: Sie besitzt keine Fallblättchen und nutzt stattdessen einen seitlich angebrachten Schieberegler zur Zugumschaltung – ein heute seltenes Designmerkmal, vermutlich aus der Zeit vor 1930.
Die ältesten Uhren der Seite stammen aus der Zeit um 1900 bis 1920, darunter ein frühes Modell aus Deutschland mit Messinggehäuse und offenem Werk. Zu den jüngeren Exemplaren zählt etwa die Alpha 525 von Max Andres, ein Klassiker der 1970er-Jahre. Ebenfalls vertreten sind Jerger-Modelle aus den 1950ern und 60ern, darunter auch die dekorative "King and Queen"-Serie mit figürlichen Zifferblättern.
Mit präzisen Angaben zu Herkunft, Zustand und Funktion, ergänzt um hochauflösende Bilder, ist chess-clocks.at eine lohnenswerte Anlaufstelle für historisch Interessierte – oder für alle, die schon immer wissen wollten, wie eine Schachuhr funktioniert, wenn sie kein Display hat.
Zitat von Conrad Schormann am 30. Juli 2025, 12:20 UhrDie Geschichte der Schachuhren – nach dem Blogeintrag Gears of Glory: A Journey Through Chess Clock History von VOB96 (chess.com, 30. Juli 2025):
Von der Nähmaschine zur Digitaltechnik – die Entwicklung der Schachuhr
Bevor es Schachuhren gab, zogen sich Partien oft stunden- oder tagelang hin. Es gab keine Zeitbegrenzung, was Turnierorganisatoren regelmäßig vor Probleme stellte. Erst 1883 wurde beim Londoner Turnier eine Lösung eingeführt: die erste mechanische Schachuhr.
Die ersten mechanischen Uhren
Die von Thomas Bright Wilson entwickelte Uhr bestand aus zwei nebeneinander montierten Uhren mit einer Wippe, die anzeigte, welcher Spieler am Zug war. Sie wurde aus Teilen einer Nähmaschine gebaut und beim Londoner Turnier 1883 erstmals eingesetzt. Spieler wie Wilhelm Steinitz und Johannes Zukertort nutzten sie, und die Neuerung setzte sich schnell in ganz Europa durch. 1886, bei der ersten offiziellen Schachweltmeisterschaft, waren mechanische Uhren bereits Standard.Verbesserungen im 20. Jahrhundert
Mit der Zeit entstanden verschiedene Modelle und Verbesserungen. Eine wesentliche Neuerung war das sogenannte Flaggen-System: Ein kleines Metallfähnchen fiel, wenn der Minutenzeiger die Zwölf überschritt und signalisierte, dass die Bedenkzeit abgelaufen war. Hersteller wie BHB, Garde und Jerger prägten den Markt. Besonders mit der Verbreitung von Schnell- und Blitzschach wurden die Uhren unverzichtbar.Der Übergang zu Digitaluhren
Ab den 1970er-Jahren setzten sich Digitaluhren durch. Die erste wurde 1973 von Bruce Cheney entwickelt. Sie ersetzten Zahnräder und Mechanik durch Quarz-Oszillatoren und Mikrochips, boten höhere Präzision und Zusatzfunktionen wie Inkrement und Delay. Ab den 1980er-Jahren dominierten sie internationale Turniere. Marken wie DGT und Chronos wurden zu Standards, besonders in Verbindung mit elektronischen Brettern.Schachuhren heute
Digitale Modelle sind in professionellen Wettbewerben fest etabliert, während im Freizeitbereich zunehmend Apps auf Smartphones genutzt werden. Klassische mechanische Uhren existieren weiter – vor allem als Sammlerstücke oder nostalgische Erinnerungsstücke –, haben aber ihren Platz auf den großen Bühnen verloren.
Die Geschichte der Schachuhren – nach dem Blogeintrag Gears of Glory: A Journey Through Chess Clock History von VOB96 (chess.com, 30. Juli 2025):
Von der Nähmaschine zur Digitaltechnik – die Entwicklung der Schachuhr
Bevor es Schachuhren gab, zogen sich Partien oft stunden- oder tagelang hin. Es gab keine Zeitbegrenzung, was Turnierorganisatoren regelmäßig vor Probleme stellte. Erst 1883 wurde beim Londoner Turnier eine Lösung eingeführt: die erste mechanische Schachuhr.
Die ersten mechanischen Uhren
Die von Thomas Bright Wilson entwickelte Uhr bestand aus zwei nebeneinander montierten Uhren mit einer Wippe, die anzeigte, welcher Spieler am Zug war. Sie wurde aus Teilen einer Nähmaschine gebaut und beim Londoner Turnier 1883 erstmals eingesetzt. Spieler wie Wilhelm Steinitz und Johannes Zukertort nutzten sie, und die Neuerung setzte sich schnell in ganz Europa durch. 1886, bei der ersten offiziellen Schachweltmeisterschaft, waren mechanische Uhren bereits Standard.
Verbesserungen im 20. Jahrhundert
Mit der Zeit entstanden verschiedene Modelle und Verbesserungen. Eine wesentliche Neuerung war das sogenannte Flaggen-System: Ein kleines Metallfähnchen fiel, wenn der Minutenzeiger die Zwölf überschritt und signalisierte, dass die Bedenkzeit abgelaufen war. Hersteller wie BHB, Garde und Jerger prägten den Markt. Besonders mit der Verbreitung von Schnell- und Blitzschach wurden die Uhren unverzichtbar.
Der Übergang zu Digitaluhren
Ab den 1970er-Jahren setzten sich Digitaluhren durch. Die erste wurde 1973 von Bruce Cheney entwickelt. Sie ersetzten Zahnräder und Mechanik durch Quarz-Oszillatoren und Mikrochips, boten höhere Präzision und Zusatzfunktionen wie Inkrement und Delay. Ab den 1980er-Jahren dominierten sie internationale Turniere. Marken wie DGT und Chronos wurden zu Standards, besonders in Verbindung mit elektronischen Brettern.
Schachuhren heute
Digitale Modelle sind in professionellen Wettbewerben fest etabliert, während im Freizeitbereich zunehmend Apps auf Smartphones genutzt werden. Klassische mechanische Uhren existieren weiter – vor allem als Sammlerstücke oder nostalgische Erinnerungsstücke –, haben aber ihren Platz auf den großen Bühnen verloren.
Zitat von Conrad Schormann am 2. August 2025, 9:00 UhrXenia Bayers Podcast "Schach für Kinder" taucht in der neuen Folge "Der 33. Stein" tief in die Welt der Schachuhren ein und betont ihre entscheidende Rolle dabei, das Spiel spannend und strategisch zu gestalten.
https://youtu.be/tghE5XtEe-Y
Der Podcast beginnt mit einer dramatischen Szene aus einem intensiven Schachspiel: Zwei Spieler sitzen reglos am lamplite Schachbrett, ihre Stirn ist in Falten gelegt. Beide haben nur noch wenige Sekunden auf ihrer Schachuhr, und einer wird sicher auf Zeit verlieren. Weiß zögert bei einem Zug, zieht die Hand zurück und entscheidet sich dann, einen Bauern vorzuschieben. Schwarz ist am Zug, schaut auf das Brett und dann auf die Uhr – nur noch 3 Sekunden verbleiben. Seine Hand schwebt über dem Turm, er zögert, und dann knallt die Fallklappe herunter: Die Zeit ist abgelaufen, und die Partie ist verloren.
Die Rolle der Schachuhr im Schach
Die Schachuhr fügt dem Schachspiel ein Element der Dringlichkeit und Strategie hinzu und entscheidet oft über den Ausgang einer Partie. Vor ihrer Erfindung konnten Schachpartien endlos dauern, manchmal bis tief in die Nacht. Ein bekanntes Beispiel ist ein Londoner Match von 1851, das unvollendet blieb, weil die Spieler einschliefen, was zur Entstehung des Begriffs "Hängepartie" führte.
Frühe Versuche zur Zeitmessung umfassten drehbare Sanduhren, die jedoch aufgrund ungleichmäßigen Sandflusses ungenau waren. Thomas Bright Wilson aus Manchester revolutionierte das Spiel mit seiner Erfindung der Doppeluhr im Jahr 1883. Diese mechanische Uhr mit Hebelmechanismus setzte einen Standard für Zeitkontrollen in Turnieren und machte Schachwettbewerbe fairer und besser planbar.
Entwicklung der Zeitkontrollen
Die Einführung digitaler Schachuhren in den 1980er Jahren verfeinerte die Zeitverwaltung weiter. Diese Uhren bieten verschiedene Zeitmodi wie:
Fischerzeit (Inkrement): Hier wird jedem Spieler nach jedem Zug eine festgelegte Zeitspanne hinzugefügt, was taktisches Spiel fördert und hektische Züge verhindert.
Delay-Zeit: Diese Zeitart bietet eine kurze Verzögerung vor dem Countdown der Bedenkzeit, was schnelle Züge ohne Zeitverlust ermöglicht.
Sudden-Death-Modus: Ein traditionelles Format, bei dem Spieler sofort verlieren, wenn ihre Zeit abläuft, ohne Puffer.
Xenia Bayers Podcast "Schach für Kinder" taucht in der neuen Folge "Der 33. Stein" tief in die Welt der Schachuhren ein und betont ihre entscheidende Rolle dabei, das Spiel spannend und strategisch zu gestalten.
Der Podcast beginnt mit einer dramatischen Szene aus einem intensiven Schachspiel: Zwei Spieler sitzen reglos am lamplite Schachbrett, ihre Stirn ist in Falten gelegt. Beide haben nur noch wenige Sekunden auf ihrer Schachuhr, und einer wird sicher auf Zeit verlieren. Weiß zögert bei einem Zug, zieht die Hand zurück und entscheidet sich dann, einen Bauern vorzuschieben. Schwarz ist am Zug, schaut auf das Brett und dann auf die Uhr – nur noch 3 Sekunden verbleiben. Seine Hand schwebt über dem Turm, er zögert, und dann knallt die Fallklappe herunter: Die Zeit ist abgelaufen, und die Partie ist verloren.
Die Rolle der Schachuhr im Schach
Die Schachuhr fügt dem Schachspiel ein Element der Dringlichkeit und Strategie hinzu und entscheidet oft über den Ausgang einer Partie. Vor ihrer Erfindung konnten Schachpartien endlos dauern, manchmal bis tief in die Nacht. Ein bekanntes Beispiel ist ein Londoner Match von 1851, das unvollendet blieb, weil die Spieler einschliefen, was zur Entstehung des Begriffs "Hängepartie" führte.
Frühe Versuche zur Zeitmessung umfassten drehbare Sanduhren, die jedoch aufgrund ungleichmäßigen Sandflusses ungenau waren. Thomas Bright Wilson aus Manchester revolutionierte das Spiel mit seiner Erfindung der Doppeluhr im Jahr 1883. Diese mechanische Uhr mit Hebelmechanismus setzte einen Standard für Zeitkontrollen in Turnieren und machte Schachwettbewerbe fairer und besser planbar.
Entwicklung der Zeitkontrollen
Die Einführung digitaler Schachuhren in den 1980er Jahren verfeinerte die Zeitverwaltung weiter. Diese Uhren bieten verschiedene Zeitmodi wie:
Fischerzeit (Inkrement): Hier wird jedem Spieler nach jedem Zug eine festgelegte Zeitspanne hinzugefügt, was taktisches Spiel fördert und hektische Züge verhindert.
Delay-Zeit: Diese Zeitart bietet eine kurze Verzögerung vor dem Countdown der Bedenkzeit, was schnelle Züge ohne Zeitverlust ermöglicht.
Sudden-Death-Modus: Ein traditionelles Format, bei dem Spieler sofort verlieren, wenn ihre Zeit abläuft, ohne Puffer.
Zitat von Conrad Schormann am 10. August 2026, 12:28 UhrDie Schachuhr aus Werries, die Hamm hätte berühmt machen können
Quelle: wa.de – „So wertvoll, ‚würde sie nie verkaufen': Legendäre Posingis-Schachuhren hätten Hamm weltberühmt machen können", 10.01.2026, Torsten Haarmann
Harald Dreesbach hält zwei Schachuhren in den Händen, deren Holzgehäuse fast hundert Jahre auf dem Buckel haben – und die trotzdem ticken wie am ersten Tag. Das berichtet wa.de. Gebaut hat sie Paul Posingis, der in den 1930er-Jahren in seiner Werkstatt am Alten Uentroper Weg in Werries einen besonderen Mechanismus zur Begrenzung der Bedenkzeit entwickelte. Ein Patent meldete er dafür nie an.
Handarbeit mit Präzision
Dreesbachs beide Exemplare tragen noch die frühe Bauform mit hölzerner Wippe in der Mitte, spätere Posingis-Uhren erhielten eine schlankere, eingebaute Metallwippe. Die roten Fallblättchen, die am Ende der Bedenkzeit auslösen, bewegen sich bis heute locker, die kleinen roten Dreiecke der Laufanzeige rotieren einwandfrei. „Ich würde sie nie verkaufen", sagt Dreesbach, Geschäftsführer des Schachvereins Ahlen. „Sie sind für uns ein Teil der Familiengeschichte."
Von Werries in die Welt
Bei der Schach-Olympiade 1936 in München kommt eine Posingis-Uhr erstmals zum Einsatz, der Uhrmacher findet dort zahlreiche Abnehmer. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehen seine Präzisionsuhren unter anderem in die USA und, über die in Hamm stationierten Streitkräfte, verstärkt nach Großbritannien.
Verdrängt von der DDR-Konkurrenz
Dreesbach selbst spielt einst im Schachverein Werries 1927, der komplett mit Posingis-Uhren ausgestattet ist. 1985 sollen moderne „Garde"-Schachuhren aus der DDR sie ersetzen. „Sie sahen hübscher aus", erinnert sich Dreesbach, doch überzeugen die neuen Uhren im Blitzschach kaum: Ihre Hebel klemmen. An einem Spielabend verteilt der Verein rund zehn ausrangierte Posingis-Uhren kostenlos unter den Mitgliedern. Die letzten beiden, vermutlich die ältesten, nimmt Dreesbach mit, weil sie sonst niemand haben will.
Bis 2008 setzt er sie im Training seiner Söhne Tobias und Christoph ein, die sich damit auf die Schach-Olympiade in Dresden vorbereiten – zuvor dienten die Uhren bereits in der Schach-AG der Grundschule Uentrop. „Die Posingisuhren habe ich immer eingesetzt, weil sie im Gegensatz zu allen anderen Uhren trotz des Alters einfach unverwüstlich sind", sagt Dreesbach.
Eine Trophäe mit Namen
Auch als Siegertrophäe fand die Posingis-Uhr einst Verwendung: Christel Erdelkamp bewahrt im Hammer Süden ein Exemplar mit der Inschrift „Dem Stadtmeister 1957" auf, das einst ihr verstorbener Vater Bernhard Becker gewann. Für Schach selbst konnte sie sich nie begeistern, doch das Fallblättchen faszinierte sie schon als Kind. Ein weiteres Exemplar soll demnächst in der Fernsehsendung „Bares für Rares" versteigert werden – die Nachfahren des Uhrmachers, die Familie Kahl aus Werries, warten gespannt auf weitere Details zu dessen Herkunft.
Die Schachuhr aus Werries, die Hamm hätte berühmt machen können
Quelle: wa.de – „So wertvoll, ‚würde sie nie verkaufen': Legendäre Posingis-Schachuhren hätten Hamm weltberühmt machen können", 10.01.2026, Torsten Haarmann
Harald Dreesbach hält zwei Schachuhren in den Händen, deren Holzgehäuse fast hundert Jahre auf dem Buckel haben – und die trotzdem ticken wie am ersten Tag. Das berichtet wa.de. Gebaut hat sie Paul Posingis, der in den 1930er-Jahren in seiner Werkstatt am Alten Uentroper Weg in Werries einen besonderen Mechanismus zur Begrenzung der Bedenkzeit entwickelte. Ein Patent meldete er dafür nie an.
Handarbeit mit Präzision
Dreesbachs beide Exemplare tragen noch die frühe Bauform mit hölzerner Wippe in der Mitte, spätere Posingis-Uhren erhielten eine schlankere, eingebaute Metallwippe. Die roten Fallblättchen, die am Ende der Bedenkzeit auslösen, bewegen sich bis heute locker, die kleinen roten Dreiecke der Laufanzeige rotieren einwandfrei. „Ich würde sie nie verkaufen", sagt Dreesbach, Geschäftsführer des Schachvereins Ahlen. „Sie sind für uns ein Teil der Familiengeschichte."
Von Werries in die Welt
Bei der Schach-Olympiade 1936 in München kommt eine Posingis-Uhr erstmals zum Einsatz, der Uhrmacher findet dort zahlreiche Abnehmer. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehen seine Präzisionsuhren unter anderem in die USA und, über die in Hamm stationierten Streitkräfte, verstärkt nach Großbritannien.
Verdrängt von der DDR-Konkurrenz
Dreesbach selbst spielt einst im Schachverein Werries 1927, der komplett mit Posingis-Uhren ausgestattet ist. 1985 sollen moderne „Garde"-Schachuhren aus der DDR sie ersetzen. „Sie sahen hübscher aus", erinnert sich Dreesbach, doch überzeugen die neuen Uhren im Blitzschach kaum: Ihre Hebel klemmen. An einem Spielabend verteilt der Verein rund zehn ausrangierte Posingis-Uhren kostenlos unter den Mitgliedern. Die letzten beiden, vermutlich die ältesten, nimmt Dreesbach mit, weil sie sonst niemand haben will.
Bis 2008 setzt er sie im Training seiner Söhne Tobias und Christoph ein, die sich damit auf die Schach-Olympiade in Dresden vorbereiten – zuvor dienten die Uhren bereits in der Schach-AG der Grundschule Uentrop. „Die Posingisuhren habe ich immer eingesetzt, weil sie im Gegensatz zu allen anderen Uhren trotz des Alters einfach unverwüstlich sind", sagt Dreesbach.
Eine Trophäe mit Namen
Auch als Siegertrophäe fand die Posingis-Uhr einst Verwendung: Christel Erdelkamp bewahrt im Hammer Süden ein Exemplar mit der Inschrift „Dem Stadtmeister 1957" auf, das einst ihr verstorbener Vater Bernhard Becker gewann. Für Schach selbst konnte sie sich nie begeistern, doch das Fallblättchen faszinierte sie schon als Kind. Ein weiteres Exemplar soll demnächst in der Fernsehsendung „Bares für Rares" versteigert werden – die Nachfahren des Uhrmachers, die Familie Kahl aus Werries, warten gespannt auf weitere Details zu dessen Herkunft.




