Paul Posingis

Uhrmacher und Gründungsmitglied des Schachvereins Werries 1927 in Hamm. Begann 1933 eigene Schachuhren zu bauen, weil die verfügbaren Modelle zu teuer, zu groß und kaum zu bekommen waren, und entwickelte dafür einen eigenen Mechanismus zur Bedenkzeitbegrenzung; ein Patent meldete er nie an. Bei der inoffiziellen Schacholympiade 1936 in München kam die Posingis-Uhr erstmals im großen Turnierbetrieb zum Einsatz, danach fand er zahlreiche Abnehmer. Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen seine Uhren auch in die USA und, über die in Hamm stationierten Streitkräfte, nach Großbritannien. Als der Schachverein Werries 1985 seine komplette Posingis-Bestückung gegen moderne „Garde“-Uhren aus DDR-Produktion tauschte, erwies sich das als optischer Gewinn und praktischer Rückschritt: Im Blitzschach klemmten die Hebel der neuen Uhren, die alten funktionierten noch nach Jahrzehnten zuverlässiger.