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Nicolas Rossolimo (1910-1975)

Warum wir heute nichts über Rossolimo schreiben / WM-Quiz

Schachlegende Rossolimo: Künstler am Brett

Quelle: Europe Échecs – „Rossolimo : la vision d'un artiste", veröffentlicht am 7. April 2016

Nicolas Rossolimo, 1910 in Kiew geboren, gehörte nach Einschätzung von Großmeister Juri Awerbach zur seltenen Kategorie der „Künstler" unter den Schachspielern – gemeinsam mit dem legendären Michail Tal. Das berichtet Europe Échecs. Obwohl Rossolimo nie ernsthaft um den Weltmeistertitel kämpfte, hinterließ er durch seinen angriffslustigen, opferbereiten Stil bleibende Spuren in der Schachgeschichte – und namentlich in der Eröffnungstheorie: Die Sizilianische Variante mit 3.Lb5 trägt bis heute seinen Namen.

Rossolimos Kindheit war von den politischen Umwälzungen der frühen Sowjetzeit geprägt. Sein Vater Spiridon Rossolimo, ein griechischstämmiger Maler, musste Russland 1913 verlassen, nachdem er im Zusammenhang mit dem Attentat auf Ministerpräsident Pjotr Stolypin in Kiew verdächtigt worden war. Nicolas blieb zunächst mit Mutter und Bruder in Russland. Seine Mutter, eine polyglotte Aristokratin, wurde unter Stalin wegen des Verdachts des Kosmopolitismus zeitweise inhaftiert, bevor sie 1929 mithilfe eines griechischen Passes die UdSSR verlassen konnte. Gemeinsam mit ihren Söhnen ließ sie sich in Frankreich nieder.

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Pariser Jahre und künstlerischer Aufstieg

In Paris wurde Rossolimo schnell zu einem festen Bestandteil der dortigen Schachszene. Er frequentierte das Café de la Régence und den Cercle Potemkine, wo zahlreiche russische Emigranten verkehrten. Seinen Lebensunterhalt verdiente er zunächst als Taxifahrer; daneben betrieb er Judo und erlangte den Braungeurtrang. In den Jahren 1933, 1935 und 1936 gewann er die Pariser Stadtmeisterschaft. 1937 siegte er im Internationalen Turnier von Paris, 1938 belegte er hinter dem ehemaligen Weltmeister José Raúl Capablanca einen beachtlichen zweiten Platz.

Seine Partien aus jener Zeit dokumentieren eine ausgeprägte Vorliebe für Figurenspiel, Angriff und kombinatorische Schönheit. Analysen und Kommentare zeitgenössischer Meister wie Xavier Tartakower und Rudolf Spielmann zeugten von der Anerkennung, die Rossolimo in der Fachwelt genoss. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im September 1939 – Rossolimo hatte gerade einen Sohn bekommen – trat die Schachkarriere in den Hintergrund. Während der deutschen Besatzung Frankreichs lebte er unter den schwierigen Bedingungen der Okkupation in Paris, nahm aber vereinzelt weiterhin an Turnieren teil.

Automatisch KI-generierter Beitrag

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