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Jürgen Klüners
Zitat von Conrad Schormann am 14. November 2025, 18:44 UhrBetrug im Schach: Klüners erklärt Grenzen, Muster und Irrwege
Quelle: Tagesspiegel – „Schummeln beim Schach: ‚Einen dummen Betrüger erkennen wir schnell‘“ (für Abonnenten)
Jürgen Klüners, Mathematikprofessor, Internationaler Schiedsrichter und Mitglied der FIDE-Fairplay-Kommission, beschreibt im Interview die Realität des Betrugs im Online- und Präsenzschach. Sein Befund ist nüchtern: Die Dimension ist groß, besonders im Internet. Dort gibt es kaum Kontrolle, und die Versuchung ist hoch. Sein Vergleich: Beim Online-Schach liegt „das richtige Ergebnis immer offen auf dem Tisch“, wie bei einer Klausur, deren Nachbar das Blatt offen lässt.
Wie Cheater heute arbeiten
Der Standardfall ist simpel: zweiter Bildschirm, Handy, paralleles Mitspielen der Engine. Bei hochwertigen Online-Events helfen Kameras aus mehreren Winkeln – doch auch die lassen Lücken. Chip im Ohr? Möglich. Helfer im Nebenraum? Möglich. Klüners sagt klar: In solchen Fällen bleiben „Beobachtungsgabe und statistische Methoden“ die wichtigsten Werkzeuge.Dumme Betrüger fallen schnell
Klüners hat Fälle erlebt, in denen die Engine im geteilten Bildschirm sichtbar war oder ein zweiter Monitor in der Spiegelung einer Brille aufflog. Sein Satz: „Nicht alle Schachspieler sind schlau im Schummeln.“ Und: „Einen dummen Betrüger erkennen wir schnell.“Statistische Auffälligkeiten liefern den Rest: extreme Abweichungen von der eigenen Elo-Erwartung, zu viele beste Züge in komplexen Stellungen, ein gleichförmiger Zeitverbrauch selbst bei trivialen Zügen. Cheater, die unsauber arbeiten, brauchen wegen Eingabe und Umschalten für alles ähnlich lang.
Schlaue Betrüger sind härter zu erkennen
Sie imitieren menschliche Fehler, wechseln bewusst zwischen schwächeren und starken Zügen. Aber wenn es zählt, greifen sie zu Engine-Qualität. Klüners erklärt: Je konsistenter jemand in schwierigen Stellungen die Topzüge findet, desto klarer das Muster.Warum Menschen überhaupt betrügen
Klüners hat dafür keine abschließende Antwort. Er nennt Beispiele aus unteren Ligen, in denen Amateure trotz Zoom-Überwachung mit Engines erwischt wurden. Warum? Vielleicht als „Kavaliersdelikt“, vielleicht aus Geltungsdrang. Im Online-Schach sei die Hemmschwelle niedrig.Betrug im Präsenzschach
Auch dort wird geschummelt. Klüners nennt den Fall Kirill Shevchenko, der bei der spanischen Mannschaftsmeisterschaft ein verstecktes Handy auf der Toilette nutzte. Als das Telefon gefunden wurde, wollte er nur noch auf diese Toilette – und flog auf. Folge: mehrjährige Sperre und ein Rufschaden, der laut Klüners kaum reparierbar ist.Der Fall Hans Niemann ist für ihn ein Sonderfall. Niemann habe nur im Online-Schach Betrug eingeräumt. Die Spekulationen um Analkugeln seien unbelegt. Der öffentliche Wirbel habe zumindest die Präventionsmaßnahmen verbessert: 15-Minuten-Delay bei Top-Partien, strengere Kontrollen, mehr Technik, mehr Personal.
Sind die Maßnahmen ausreichend?
Für Amateure wirken viele Regeln überzogen. Klüners versteht das: Wer mit Smartwatch erwischt wird, ist „zu 99,99 Prozent“ einfach nur dumm, nicht kriminell. Lange Sperren findet er unangemessen. Bei Profis sei es umgekehrt: Dort schützt jede Kontrolle den Beruf der Spieler.Sein Urteil: Entscheidend ist nicht die Härte der Strafe, sondern die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden. Wer ertappt wird, ist in der Szene ohnehin „verbrannt“.
Wie geht es weiter?
Klüners sieht keine endgültige Lösung. „Es wird für immer ein Katz-und-Maus-Spiel bleiben.“ Betrüger werden kreativer, Technik und Methoden ziehen nach. Das System entwickelt sich weiter, aber niemals zu einem Endpunkt.
Betrug im Schach: Klüners erklärt Grenzen, Muster und Irrwege
Quelle: Tagesspiegel – „Schummeln beim Schach: ‚Einen dummen Betrüger erkennen wir schnell‘“ (für Abonnenten)
Jürgen Klüners, Mathematikprofessor, Internationaler Schiedsrichter und Mitglied der FIDE-Fairplay-Kommission, beschreibt im Interview die Realität des Betrugs im Online- und Präsenzschach. Sein Befund ist nüchtern: Die Dimension ist groß, besonders im Internet. Dort gibt es kaum Kontrolle, und die Versuchung ist hoch. Sein Vergleich: Beim Online-Schach liegt „das richtige Ergebnis immer offen auf dem Tisch“, wie bei einer Klausur, deren Nachbar das Blatt offen lässt.
Wie Cheater heute arbeiten
Der Standardfall ist simpel: zweiter Bildschirm, Handy, paralleles Mitspielen der Engine. Bei hochwertigen Online-Events helfen Kameras aus mehreren Winkeln – doch auch die lassen Lücken. Chip im Ohr? Möglich. Helfer im Nebenraum? Möglich. Klüners sagt klar: In solchen Fällen bleiben „Beobachtungsgabe und statistische Methoden“ die wichtigsten Werkzeuge.
Dumme Betrüger fallen schnell
Klüners hat Fälle erlebt, in denen die Engine im geteilten Bildschirm sichtbar war oder ein zweiter Monitor in der Spiegelung einer Brille aufflog. Sein Satz: „Nicht alle Schachspieler sind schlau im Schummeln.“ Und: „Einen dummen Betrüger erkennen wir schnell.“
Statistische Auffälligkeiten liefern den Rest: extreme Abweichungen von der eigenen Elo-Erwartung, zu viele beste Züge in komplexen Stellungen, ein gleichförmiger Zeitverbrauch selbst bei trivialen Zügen. Cheater, die unsauber arbeiten, brauchen wegen Eingabe und Umschalten für alles ähnlich lang.
Schlaue Betrüger sind härter zu erkennen
Sie imitieren menschliche Fehler, wechseln bewusst zwischen schwächeren und starken Zügen. Aber wenn es zählt, greifen sie zu Engine-Qualität. Klüners erklärt: Je konsistenter jemand in schwierigen Stellungen die Topzüge findet, desto klarer das Muster.
Warum Menschen überhaupt betrügen
Klüners hat dafür keine abschließende Antwort. Er nennt Beispiele aus unteren Ligen, in denen Amateure trotz Zoom-Überwachung mit Engines erwischt wurden. Warum? Vielleicht als „Kavaliersdelikt“, vielleicht aus Geltungsdrang. Im Online-Schach sei die Hemmschwelle niedrig.
Betrug im Präsenzschach
Auch dort wird geschummelt. Klüners nennt den Fall Kirill Shevchenko, der bei der spanischen Mannschaftsmeisterschaft ein verstecktes Handy auf der Toilette nutzte. Als das Telefon gefunden wurde, wollte er nur noch auf diese Toilette – und flog auf. Folge: mehrjährige Sperre und ein Rufschaden, der laut Klüners kaum reparierbar ist.
Der Fall Hans Niemann ist für ihn ein Sonderfall. Niemann habe nur im Online-Schach Betrug eingeräumt. Die Spekulationen um Analkugeln seien unbelegt. Der öffentliche Wirbel habe zumindest die Präventionsmaßnahmen verbessert: 15-Minuten-Delay bei Top-Partien, strengere Kontrollen, mehr Technik, mehr Personal.
Sind die Maßnahmen ausreichend?
Für Amateure wirken viele Regeln überzogen. Klüners versteht das: Wer mit Smartwatch erwischt wird, ist „zu 99,99 Prozent“ einfach nur dumm, nicht kriminell. Lange Sperren findet er unangemessen. Bei Profis sei es umgekehrt: Dort schützt jede Kontrolle den Beruf der Spieler.
Sein Urteil: Entscheidend ist nicht die Härte der Strafe, sondern die Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden. Wer ertappt wird, ist in der Szene ohnehin „verbrannt“.
Wie geht es weiter?
Klüners sieht keine endgültige Lösung. „Es wird für immer ein Katz-und-Maus-Spiel bleiben.“ Betrüger werden kreativer, Technik und Methoden ziehen nach. Das System entwickelt sich weiter, aber niemals zu einem Endpunkt.
Zitat von Conrad Schormann am 10. September 2026, 12:53 UhrPaderborner Mathematiker gewinnt KI-Wettbewerb ohne KI
Quelle: Universität Paderborn – „Deutsche Mathematiker setzen sich in internationalem Wettbewerb gegen KI durch", 10. September 2026
Jürgen Klüners, Mathematiker an der Universität Paderborn, gewann gemeinsam mit Gunter Malle von der RPTU Kaiserslautern den internationalen Wettbewerb „IGP24" der Foundation for Science and AI Research. Die Stiftung hatte die Aufgabe ausgeschrieben, um ein mathematisches Problem im Zusammenspiel von Spitzenforschung und künstlicher Intelligenz lösen zu lassen. Klüners und Malle verzichteten bei der Berechnung vollständig auf KI und setzten sich dennoch durch.
Gesucht waren Polynome vom Grad 24 zum Umkehr-Problem der Galoistheorie: Zu jeder endlichen Gruppe soll ein Polynom mit genau dieser Galoisgruppe gefunden werden. Für den Grad 24 umfasst die Frage 25.000 Gruppen. Klüners und Malle entdeckten mehr als 143.000 relevante Polynome. Die beiden forschen seit über 20 Jahren an dem Problem und hatten zuvor eine eigene Datenbank für Polynome bis zum Grad 23 aufgebaut. Während des Wettbewerbs brach diese Datenbank unter der Last der Anfragen zusammen.
„Fast alle anderen Teilnehmenden haben auf die Technologie zurückgegriffen, doch dieses Mal reichte unsere Erfahrung noch aus, um den Wettbewerb zu gewinnen", sagte Klüners. Lediglich für die Übermittlung der Tausenden neuen Polynome nutzte das Team KI-gestützte Skripte. Bereits im Juli war das Problem für den Grad 24 vollständig gelöst.
Automatisch generierter Beitrag
Paderborner Mathematiker gewinnt KI-Wettbewerb ohne KI
Quelle: Universität Paderborn – „Deutsche Mathematiker setzen sich in internationalem Wettbewerb gegen KI durch", 10. September 2026
Jürgen Klüners, Mathematiker an der Universität Paderborn, gewann gemeinsam mit Gunter Malle von der RPTU Kaiserslautern den internationalen Wettbewerb „IGP24" der Foundation for Science and AI Research. Die Stiftung hatte die Aufgabe ausgeschrieben, um ein mathematisches Problem im Zusammenspiel von Spitzenforschung und künstlicher Intelligenz lösen zu lassen. Klüners und Malle verzichteten bei der Berechnung vollständig auf KI und setzten sich dennoch durch.
Gesucht waren Polynome vom Grad 24 zum Umkehr-Problem der Galoistheorie: Zu jeder endlichen Gruppe soll ein Polynom mit genau dieser Galoisgruppe gefunden werden. Für den Grad 24 umfasst die Frage 25.000 Gruppen. Klüners und Malle entdeckten mehr als 143.000 relevante Polynome. Die beiden forschen seit über 20 Jahren an dem Problem und hatten zuvor eine eigene Datenbank für Polynome bis zum Grad 23 aufgebaut. Während des Wettbewerbs brach diese Datenbank unter der Last der Anfragen zusammen.
„Fast alle anderen Teilnehmenden haben auf die Technologie zurückgegriffen, doch dieses Mal reichte unsere Erfahrung noch aus, um den Wettbewerb zu gewinnen", sagte Klüners. Lediglich für die Übermittlung der Tausenden neuen Polynome nutzte das Team KI-gestützte Skripte. Bereits im Juli war das Problem für den Grad 24 vollständig gelöst.
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