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Vera Menchik

Ein Porträt der siebenmaligen Weltmeisterin in der taz, in dem natürlich der "Vera-Menchik-Klub" nicht fehlen darf. Und in der Kommentarspalte bricht die Debatte aus, ob Frauenturniere abgeschafft werden sollten.

https://taz.de/Die-erste-Schachweltmeisterin/!5798166/

André Schulz über Vera Menchik, die jetzt ein Musical gewidmet bekommt, das im Mai uraufgeführt werden soll. Außerdem viele weiterführende Links zur Geschichte der einst besten Schachspielerin der Welt.

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https://de.chessbase.com/post/gedanken-zum-weltfrauentag-erinnerung-an-vera-menchik

Die erste Frau, die den Besten der Welt auf Augenhöhe begegnen konnte. Der Zweite Weltkrieg beendete ihre Karriere - und ihr Leben. Die New York Times in ihrer Serie "Overlooked" über Vera Menchik:

Als Vera Menchik die Weltmeisterschaft gewann - und nicht wusste, dass es eine Weltmeisterschaft war:

1927 Women’s World Chess Championship

Vera Menchik: Weltmeisterin zwischen Revolution und Bombennacht

Quelle: Europa Échecs – „Vera Menchik (1906–1944)“, Georges Bertola

In der Nacht zum 27. Juni 1944 starben Vera Menchik, ihre Mutter und ihre Schwester in London durch die Explosion einer V1-Flugbombe; das Haus, in dessen Keller sie Schutz gesucht hatten, wurde vollständig zerstört. Das berichtet Europa Échecs.

Vera Menchik wurde am 16. Februar 1906 in Moskau geboren. Ihr Vater stammte aus Böhmen und verwaltete Güter des zaristischen Adels, ihre Mutter war englischer Herkunft und arbeitete als Gouvernante. Nach der Revolution von 1917 verlor die Familie ihren Besitz und verließ 1921 Russland. Der Vater kehrte nach Böhmen zurück, die Mutter zog mit Vera und ihrer Schwester Olga nach St. Leonard bei Hastings in England.

1927 gewann Vera Menchik in London das Damenturnier, das parallel zum Nationenturnier stattfand. Während des 4. FIDE-Kongresses im Juli 1927 wurde beschlossen, eine FIDE-Damenmeisterschaft einzuführen. Menchik wurde zur FIDE-Meisterin gekürt. Sie hatte den Titel am Ende des Turniers errungen, obwohl zu Beginn noch nicht ausdrücklich von einer Weltmeisterschaft die Rede gewesen war.

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Siege gegen Meister

Vera Menchik spielte regelmäßig in Turnieren mit Männern. In Hastings 1927–28 besiegte sie Abraham Baratz, einen rumänischen Meister, der 1925 bei der Pariser Meisterschaft den ersten Platz geteilt hatte und später als Bildhauer in Frankreich wirkte. In Ramsgate 1929 belegte sie Rang zwei hinter José Raúl Capablanca und punktgleich mit Akiba Rubinstein. Zeitgenössische Kommentare stellten ihre Leistung in Frage.

Der österreichische Meister Albert Becker schlug 1929 in Carlsbad die Gründung des „Vera Menchik Club“ vor. Mitglieder sollten jene sein, die gegen sie verloren hatten, Kandidaten jene, die remis gespielt hatten. Zu ihren Gegnern zählten unter anderem Max Euwe, Sir George Alan Thomas und Mir Sultan Khan. In Hastings 1930/31 besiegte sie Euwe; nach einer ausgeglichen wirkenden Endspielstellung gab er im 61. Zug auf.

Dominanz bei Weltmeisterschaften

Seit Hamburg 1930 spielte Vera Menchik unter der Flagge der Tschechoslowakei. Bei der Weltmeisterschaft 1931 in Prag erzielte sie 100 Prozent der möglichen Punkte. Sie verteidigte ihren Titel in den folgenden Jahren mit deutlichen Vorsprüngen und blieb in mehreren Turnieren ungeschlagen. Insgesamt gewann sie 31 Partien in Folge bei Weltmeisterschaften.

In Warschau 1935 kam es zu einem tragischen Zwischenfall: Agnes Stevenson, Ehefrau von Rufus Henry Streatfeild Stevenson, starb bei einem Flugzeugunglück auf dem Weg zum Turnier. Zwei Jahre später heiratete Vera Menchik Stevenson, der 28 Jahre älter war und als Organisator sowie Sekretär des britischen Schachverbands tätig war. Er starb 1943 an einer Herzerkrankung.

Rivalität mit Sonja Graf

Mitte der 1930er-Jahre wurde Sonja Graf zur wichtigsten Rivalin. 1934 gewann Menchik ein Vier-Partien-Match in Amsterdam mit 3:1. Vom 26. Juni bis 17. Juli 1937 trafen beide in Semmering in einem 16-Partien-Match um den Weltmeistertitel aufeinander. Menchik setzte sich klar durch. Graf erreichte mit den weißen Steinen ein ausgeglichenes Ergebnis, erzielte mit Schwarz jedoch nur einen halben Punkt aus acht Partien.

Bei der Olympiade 1939 in Buenos Aires spielte Vera Menchik unter englischer Flagge, nachdem die Tschechoslowakei im März 1939 aufgehört hatte zu existieren. In einer Partie gegen Sonja Graf geriet sie in Schwierigkeiten, profitierte jedoch von einem entscheidenden Fehler der Gegnerin.

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs kehrte Vera Menchik nach England zurück. Im Juni 1944 endete ihr Leben im Alter von 38 Jahren durch den Einschlag einer V1-Bombe.

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