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Vasily Panov (1906-73)

Der Theoretiker, der seine Kollegen beim KGB denunzierte

Quelle: ChessBase – „Vasily Panov: An influential theoretician with a dark side", 1. November 2026, André Schulz

Vasily Panov gab dem Caro-Kann-Angriff nach 1.e4 c6 2.d4 d5 3.cxd5 cxd5 4.c4 seinen Namen, doch sein Nachruhm beruht nicht allein auf dieser Eröffnung. Das schreibt André Schulz. Der 1906 bei Kaluga geborene Moskauer war nie ein Spitzenspieler, wurde aber 1929 Moskauer Meister und 1950 Internationaler Meister. Vor allem als Autor und Theoretiker prägte er die sowjetische Schachliteratur jahrzehntelang, etwa mit seinen Ideen gegen die Scheveninger Sizilianisch-Variante und für die später nach ihm benannte Tschechische Benoni-Verteidigung.

Ein Denunziant im Dienst der Partei

Als Zeitungsredakteur trat Panov zugleich als ideologischer Wächter auf und geißelte angebliche „bürgerlich-westliche" und „antimarxistische" Tendenzen im Schach. 1950 beschuldigte er in einer Buchbesprechung Paul Keres, genau solche Theorien zu verbreiten – ein Brief an den sowjetischen Geheimdienst, der nach dem Zerfall der UdSSR in den Archiven auftauchte, belegt diese Denunziation. Keres, der während der deutschen Besetzung Estlands Turniere gespielt hatte und 1945 nur knapp der Verbannung nach Sibirien entgangen war, blieb als Weltklassespieler für die sowjetische Propaganda unantastbar. Er antwortete am Brett und gewann noch im selben Jahr die sowjetische Landesmeisterschaft. Panov selbst zog sich wegen schwindender Gesundheit aus dem Turnierschach zurück und starb 1973 in Moskau.

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