The Chess Battles of Hastings
Zitat von Conrad Schormann am 9. September 2026, 10:07 UhrHastings: 130 Jahre Turniergeschichte aus deutscher Feder
Quelle: Kingpin Chess Magazine – „Celebrating Hastings", 24. August 2026, Tim-Jake Gluckman
Jürgen Brustkern und Norbert Wallet schildern in „The Chess Battles of Hastings" (New in Chess, 2022) die Geschichte des ältesten fortbestehenden Schachturniers der Welt – vom Aufsehen erregenden Meisterturnier 1895 bis in die Gegenwart. Der Band umfasst 375 Seiten, 129 Fotos, 81 kommentierte Partien und 47 Kurzbiografien. Das schreibt Tim-Jake Gluckman.
Die Autoren zeichnen nach, wie der Geschäftsmann Herbert Dobell das kleine Seebad zum Fixpunkt des internationalen Schachs machte und erstmals in Großbritannien kommunale Zuschüsse für ein Turnier durchsetzte. Ein Höhepunkt ist das Duell zwischen dem Codeknacker C.H.O'D. Alexander und David Bronstein 1953/54, das die britischen Zeitungen tagelang beschäftigte und einer staatlichen Förderung bis 1967 den Weg bahnte.
Stärken und Einwände
Als größten Gewinn gelten die Lebensbilder der Spieler, die zeigen, wie Krieg und Diktaturen ganze Generationen prägten; die mitteleuropäische Perspektive der beiden Berliner Autoren erschließe zudem Quellen, die englischsprachigen Lesern bislang verschlossen blieben.
Kritisiert wird die Zurückhaltung bei den Schattenseiten der Porträtierten: Savielly Tartakowers Spielleidenschaft und die Abhängigkeiten Mikhail Tals bleiben unerwähnt oder werden nur angedeutet. Schwer wiegt auch das Handwerkliche – dem E-Book fehlen Register, Lektorat und Faktenprüfung, Sachfehler blieben stehen. Ungenutzt blieben ferner die Online-Bestände von BritBase und des British Newspaper Archive, aus denen sich Augenzeugenberichte und Zahlen zum Turnier hätten schöpfen lassen.
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Hastings: 130 Jahre Turniergeschichte aus deutscher Feder
Quelle: Kingpin Chess Magazine – „Celebrating Hastings", 24. August 2026, Tim-Jake Gluckman
Jürgen Brustkern und Norbert Wallet schildern in „The Chess Battles of Hastings" (New in Chess, 2022) die Geschichte des ältesten fortbestehenden Schachturniers der Welt – vom Aufsehen erregenden Meisterturnier 1895 bis in die Gegenwart. Der Band umfasst 375 Seiten, 129 Fotos, 81 kommentierte Partien und 47 Kurzbiografien. Das schreibt Tim-Jake Gluckman.
Die Autoren zeichnen nach, wie der Geschäftsmann Herbert Dobell das kleine Seebad zum Fixpunkt des internationalen Schachs machte und erstmals in Großbritannien kommunale Zuschüsse für ein Turnier durchsetzte. Ein Höhepunkt ist das Duell zwischen dem Codeknacker C.H.O'D. Alexander und David Bronstein 1953/54, das die britischen Zeitungen tagelang beschäftigte und einer staatlichen Förderung bis 1967 den Weg bahnte.
Stärken und Einwände
Als größten Gewinn gelten die Lebensbilder der Spieler, die zeigen, wie Krieg und Diktaturen ganze Generationen prägten; die mitteleuropäische Perspektive der beiden Berliner Autoren erschließe zudem Quellen, die englischsprachigen Lesern bislang verschlossen blieben.
Kritisiert wird die Zurückhaltung bei den Schattenseiten der Porträtierten: Savielly Tartakowers Spielleidenschaft und die Abhängigkeiten Mikhail Tals bleiben unerwähnt oder werden nur angedeutet. Schwer wiegt auch das Handwerkliche – dem E-Book fehlen Register, Lektorat und Faktenprüfung, Sachfehler blieben stehen. Ungenutzt blieben ferner die Online-Bestände von BritBase und des British Newspaper Archive, aus denen sich Augenzeugenberichte und Zahlen zum Turnier hätten schöpfen lassen.
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