Stuart Conquest
Zitat von Conrad Schormann am 20. November 2025, 11:44 UhrStuart Conquest: Pflegers Porträt eines Getriebenen – nicht nur eines Turniersiegers
Quelle: ZEITmagazin – Kolumne „Schachbretträtsel“ von Helmut Pfleger, Ausgabe 49/2025Pflegers Kolumne beginnt mit der Nachricht vom geteilten Titel bei der Britischen Meisterschaft: Michael Adams und Stuart Conquest gewinnen gemeinsam, Adams holt den Titel im Blitz-Stechen. Doch Pfleger nutzt das Ergebnis nur als Aufhänger. Der Text ist ein kleines Conquest-Porträt – und darin liegt die Substanz.
Stuart Conquest, 58, wirkt für Pfleger weniger wie ein Turnierspieler als wie ein Kurator, Sammler und Bewahrer. Er gewann als Jugendlicher die U16-WM, aber Pfleger interessiert ein anderes Motiv: Conquest liebt das Spiel und alles, was es herum an Geschichten, Orten und Menschen erzeugt.
Pfleger nennt konkrete Beispiele:
– Conquest organisiert in Hastings das traditionsreichste Turnier der Welt (seit 1895).
– Er prägt große Publikumsfeste wie das Londoner ChessFest – simultan, Show, Sprachen, Entertainment.
– Er war jahrelang Motor des Gibraltar-Festivals, das Pfleger über Financial Times als „beliebtestes Turnier der Welt“ einordnet.
– Der Frauenanteil dort war hoch, die „Battles of the Sexes“ legendär. Namen: Judit Polgár, Hou Yifan, Pia Cramling.Außerdem: Conquest als Schachhistoriker, eine Episode, die Pfleger alle paar Monate recycelt. Auf dem Brompton Cemetery in London spürt er das vergessene Grab von Johannes Zukertort auf, dem ersten WM-Herausforderer der Geschichte (gegen Wilhelm Steinitz, 1886). Er legt den überwucherten Stein frei, „schweißgetränkt und überglücklich“. Der Satz markiert, was Pfleger zeigen will: Conquest arbeitet nicht an der Oberfläche. Er zieht Dinge hoch, pflegt sie, gibt ihnen Gewicht.
Zum Schluss kehrt Pfleger zurück nach Liverpool: Conquest besiegt Nikita Witjugow mit einem „kleinen, feinen Zug“ als Schwarzer – eine Rätselaufgabe für die Leser.
Stuart Conquest: Pflegers Porträt eines Getriebenen – nicht nur eines Turniersiegers
Quelle: ZEITmagazin – Kolumne „Schachbretträtsel“ von Helmut Pfleger, Ausgabe 49/2025
Pflegers Kolumne beginnt mit der Nachricht vom geteilten Titel bei der Britischen Meisterschaft: Michael Adams und Stuart Conquest gewinnen gemeinsam, Adams holt den Titel im Blitz-Stechen. Doch Pfleger nutzt das Ergebnis nur als Aufhänger. Der Text ist ein kleines Conquest-Porträt – und darin liegt die Substanz.
Stuart Conquest, 58, wirkt für Pfleger weniger wie ein Turnierspieler als wie ein Kurator, Sammler und Bewahrer. Er gewann als Jugendlicher die U16-WM, aber Pfleger interessiert ein anderes Motiv: Conquest liebt das Spiel und alles, was es herum an Geschichten, Orten und Menschen erzeugt.
Pfleger nennt konkrete Beispiele:
– Conquest organisiert in Hastings das traditionsreichste Turnier der Welt (seit 1895).
– Er prägt große Publikumsfeste wie das Londoner ChessFest – simultan, Show, Sprachen, Entertainment.
– Er war jahrelang Motor des Gibraltar-Festivals, das Pfleger über Financial Times als „beliebtestes Turnier der Welt“ einordnet.
– Der Frauenanteil dort war hoch, die „Battles of the Sexes“ legendär. Namen: Judit Polgár, Hou Yifan, Pia Cramling.
Außerdem: Conquest als Schachhistoriker, eine Episode, die Pfleger alle paar Monate recycelt. Auf dem Brompton Cemetery in London spürt er das vergessene Grab von Johannes Zukertort auf, dem ersten WM-Herausforderer der Geschichte (gegen Wilhelm Steinitz, 1886). Er legt den überwucherten Stein frei, „schweißgetränkt und überglücklich“. Der Satz markiert, was Pfleger zeigen will: Conquest arbeitet nicht an der Oberfläche. Er zieht Dinge hoch, pflegt sie, gibt ihnen Gewicht.
Zum Schluss kehrt Pfleger zurück nach Liverpool: Conquest besiegt Nikita Witjugow mit einem „kleinen, feinen Zug“ als Schwarzer – eine Rätselaufgabe für die Leser.



